Gemeinsam statt allein: Der Trauerchat
Shownotes
In dieser Bonusfolge anlässlich des Podcasthon spricht Jenny mit Lara – einer ehrenamtlichen Trauerchatbegleiterin. Der Podcasthon ist eine einwöchige Initiative, bei der Podcasts weltweit eine Folge einer gemeinnützigen Organisation widmen. Lara begleitet Jugendliche und junge Erwachsene im digitalen Trauerchat der Initiative "Doch etwas bleibt". Dort finden junge Menschen Unterstützung, wenn sie einen nahestehenden Menschen verloren haben und sich mit anderen austauschen möchten, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Der Austausch findet online, anonym und von zuhause aus statt – in einem geschützten Raum, in dem Trauer offen angesprochen werden darf.
Begleitet wird der Chat von jungen Erwachsenen, die selbst eine Trauererfahrung gemacht haben und deshalb besonders gut verstehen, was Betroffene durchleben.
Der Trauerchat bietet:
- anonymen Austausch für trauernde Jugendliche und junge Erwachsene
- Begleitung durch geschulte ehrenamtliche Trauerbegleiter:innen
- einen sicheren digitalen Raum für Gefühle, Fragen und Gedanken
- Unterstützung von Menschen, die selbst Trauer erlebt haben
Der Trauerchat ist ein Projekt des Hospiz Bedburg Bergheim Elsdorf e.V. und wird von engagierten Ehrenamtlichen getragen.
Mit dieser Folge unterstützen wir den Podcasthon und machen auf wichtige Angebote für trauernde junge Menschen aufmerksam.
Wenn ihr jemanden kennt, der gerade trauert, kann dieser Chat ein erster Schritt sein, um nicht allein zu bleiben. Schwesties, mit dieser Folge besprechen wir kein leichtes, aber unvermeidbares Thema. Wir hoffen, ihr könnt aus dieser besonderen Bonusfolge Mut nehmen, nicht alleine mit Trauer zu sein.
Schwesties auf Instagram: www.instagram.com/schwesties_
Transkript anzeigen
00:00:00: Schwestis, diese Folge ist eine besondere Folge.
00:00:04: Es ist weder eine Solo-Folge noch eine klassische Schwestisfolge wie ihr es kennt mit der Taube und dem Töpfchen sondern ich durfte Lara treffen.
00:00:15: Lara ist achtundzwanzig und ehrenamtlich tätig bei Doch Etwas Bleibt einem digitalen Trauertsched für junge Erwachsene und Jugendliche die Trauern, weil sie eine geliebte Person in ihrem Leben verloren haben.
00:00:33: Und Lara hat mir von ihrer Trauergeschichte erzählt und von ihrem Ehrenamt.
00:00:39: Es ist eine ganz besondere Folge!
00:00:41: Wir hoffen dass ihr trotzdem... das es ein wirklich echt schweres Thema ist aus der Folge vielleicht Mut schöpfen könnt, dass man nicht alleine sein muss oder sogar Inspiriert seid euch auch ehrenamtlich engagieren zu wollen oder vielleicht einfach ein bisschen was spenden wollt.
00:01:01: Ist ja auch immer gern gesehen, denn die Initiative ist wirklich ein kostenloses Angebot für junge Leute, die trauern und sich nicht alleine fühlen müssen.
00:01:14: Es ist komisch euch viel Spaß zu wünschen.
00:01:17: das fühlt sich irgendwie nicht ganz angemessen an.
00:01:19: trotzdem hoffen wir dass die Folge euch gefällt, euch Mut macht Ihr nicht alleine seid, Schwestis.
00:01:28: Also viel Spaß beim Zuhören trotzdem!
00:01:33: Es ist der Podcast-Ton.
00:01:35: Das kann ich noch kurz erwähnen denn das ist ein weltweit großes Charity Event wo verschiedenste Podcasts eine Episode einer besonderen Charity-Organisation oder einem Ehrenamt widmen.
00:01:49: Das läuft jetzt vom vierzehnten März bis zum zwanzigsten März, also genau eine Woche lang.
00:01:54: Also hört doch mal rein vielleicht fühlt ihr euch inspiriert was es alles für großartige Wohltätigkeitsorganisationen gibt und was es als für groß artige Menschen gibt die ehrenamtlich aktiv sind um anderen zu helfen.
00:02:15: Willkommen bei Schwestis.
00:02:16: Dem Podcast aus der Schwester-MWG mit Jenny und Celine!
00:02:22: Hallo Lara, herzlich willkommen bei Schwesters.
00:02:24: Hallo schön dass ich da sein darf.
00:02:26: Richtig
00:02:26: cool dass du da bist und du bist unser erster Gast.
00:02:31: Krass, hätte ich jetzt nicht gedacht.
00:02:33: Es ist ganz aufregend.
00:02:35: Ich hatte gerade so richtig coolen Kalakulumnamoment denn ich habe seit ein paar Wochen eine Vespa damit ich so mit der Vesper zu dir gefahren und jetzt haben wir uns ja grad bei dir getroffen.
00:02:44: Und das ist wirklich aufregend, weil sonst spreche ich mir einfach Celine und ich.
00:02:48: Oder ich mache auch mal ab und zu eine Solo-Folge wenn Celine nicht kann!
00:02:52: Und jetzt sitzen wir hier zusammen und es ist ganz aufregend, dich als Gästin bei Schwestis zu begrüßen.
00:02:57: Voll für mich auch!
00:02:59: Richtig cool, dass du das machst.
00:03:01: Es ist nämlich der sogenannte Podcast-Ton.
00:03:05: Das ist eine einwöchige Initiative wo die verschiedensten Podcast sich einer Wohltätigkeitsorganisation oder einem Ehrenamt Gemeinnützigen Verein Wittmann und wir beiden haben uns eigentlich so ganz leicht das Thema ausgesucht.
00:03:22: Aber ich glaube, wir kriegen es hin.
00:03:23: Es geht um das Thema Trauern.
00:03:25: Du bist nämlich trauer Chatbegleiterin bei Doch Etwas Bleibt.
00:03:30: Das ist eine Initiative von dem Hospiz.
00:03:33: jetzt muss ich nochmal wieder in meine Notizen gucken.
00:03:35: In Bergheim, Beetburg Und erzähl doch mal ganz kurz, seit wann machst du das und was genau ist das eigentlich?
00:03:46: Also ich bin seit November letzten Jahres im Trauerchat.
00:03:51: Das habe ich über einen Aussagen über meine Trauergruppe halt gesehen und wollte mich da halt bewerben.
00:03:58: Dann wurde ich zum Ausbildungswochenende eingeladen und es ist ein Chat für junge Erwachsene und Jugendliche auf einer anonymer Basis.
00:04:07: also man kann sich quasi einfach anmelden, unter dem Nickname und dann über seine Trauerfahrungen chatten.
00:04:14: Wie man möchte also einen Rat sich einholen oder einfach seine Gefühle äußern ja das was einen gerade bewegt genau den moderieren wir dann quasi in diesem Ehrenamt quasi online von zu Hause aus.
00:04:27: Richtig schöne Initiative und das richtet sich denn an junge Menschen oder Jugendliche?
00:04:31: auch
00:04:32: Genau
00:04:32: Und dass ist eine große quasi WhatsApp Gruppe?
00:04:36: Oder ist es eher individuell?
00:04:38: Wie läuft
00:04:39: das?
00:04:39: Das ist so ein Online-Chat-Programm, also genau.
00:04:43: Einfach so einen Online Chatfenster, dass über die Seite doch etwas bleibt läuft und dann kann man sich da wie gesagt mit Nickname eindocken.
00:04:50: Wie oft machst du denn deinen Ehrenamt?
00:04:53: Im Moment so zwei bis drei Mal im Monat würde ich schon sagen ja...
00:04:58: Und das sind natürlich auch denke ich mal heftige Geschichten oder grundsätzlich das Thema Trauererfahrung ist ja total emotional.
00:05:07: Wie werdet ihr da begleitet?
00:05:09: Gibt es eine Art Supervision, oder wie geht ihr dann damit um als Ehrenamtler auch?
00:05:13: Also wir haben einmal im Monat ne Team-Supervision wo wir uns auch quasi als team live treffen in Bergheim eben in dem Hospizverein und dann sprechen wir halt über Themen die uns vielleicht belastet haben oder über sonstige organisatorische Dinge oder das Ehrenamt betreffen über Team-Events, die wir planen.
00:05:34: Oder über irgendwelche anderen Anliegen und es ist einfach eine Chance sich erst live zu treffen dass man sich als team mal austauschen kann weil das macht man ja jetzt online im Chat nicht wirklich.
00:05:45: da sitzt jeder anonym an seinem Bildschirm oder hinter seinen Bildschirmen und kann eben sich nicht wirklich gut austauschnen.
00:05:52: und live hat man halt die Chance überall alles mal zu reden alles zu reflektieren und sich auch ein Rad einzuholen.
00:05:59: Ja,
00:05:59: super wertvoll!
00:06:01: Und wie kann man das dann machen?
00:06:04: Also gibt es eine Art Ausbildung.
00:06:06: oder wie ist der Weg von?
00:06:09: hey ich hatte da irgendwie Interesse dran und ich starte.
00:06:12: also mein Weg war dass ich diesen Zettel gefunden habe in meiner Trauergruppe und direkt dachte hey das passt doch super mit meinem Plan oder meinen Bedürfnis zusammen da in der Trauerarbeit mal ja Erfahrungen zu sammeln.
00:06:25: Dann dachte ich eher, ein Amt wollte ich eh immer schon einmal machen also war das eine gute Kombination.
00:06:31: dann habe ich dahin geschrieben an Maria und dann hat sie mir geantwortet von dem Hospizverein und hat gesagt ja dann und dann wäre das Ausbildungswochenende.
00:06:40: Also das ist ein Wochenende zwei Tage.
00:06:43: bei mir war es Freitag und Samstag Ja, genau.
00:06:46: Freitag und Samstag.
00:06:48: Und dann trifft man sich ganz täglich und hört dann in Themen der Trauerarbeit, der eigenen Trauer uns so herangeführt, eingeführt... ...und dann kann man auch am Ende den Chat kennenlernen.
00:07:00: Also wie das funktioniert wird da eingewiesen.
00:07:05: Super wertvoll!
00:07:06: Auch eine richtig schöne Variante um da rangeführt zu werden und nicht direkt ins kalte Wasser geworfen zu werden?
00:07:12: weil das natürlich auch echt ein großes Thema ist.
00:07:14: Also
00:07:14: Ausbildung ist vielleicht ein Stück zu viel gesagt und nichtsdestotrotz war es schon eine sehr fundierte Einführung, also genau.
00:07:22: Aber Ausbildung wirkt vielleicht auf einige auch abschreckend.
00:07:25: Weil natürlich ist es jetzt keine mehrwöchige Ausbildung um erstmal des Ehrenamt zu starten aber sie nennt's halt Ausbildungswochenende.
00:07:33: Genau ich würde es eher als Einführungswochnende in diesem Chat Dienst bezeichnen
00:07:39: Ist ja auch, würde ich jetzt mal so sagen ein guter Zeitrahmen um nicht direkt abgeschreckt zu sein.
00:07:43: Wie du sagst dass man direkt denkt vorher muss ihr erst einmal einen Jahr hier Ausbildung erinnert.
00:07:47: Für den Ehrenamt.
00:07:48: Ja
00:07:48: genau.
00:07:49: Sondern relativ schnell auch dann irgendwie starten zu können.
00:07:52: das ist echt wertvoll
00:07:54: und es waren schon zwei sehr intensive Tage weil man sich natürlich mit sich auseinander sitzt in seiner Biografie mit seiner Trauer.
00:08:01: Man tauscht sich aus aber man lernt halt auch super viel von diesen Strukturen in dem Hospiz zumindest kennen und auch wieder Chat funktionieren.
00:08:11: Es waren schon super viele Eindrücke so, ja.
00:08:14: Was sind dann Voraussetzungen um als Ehrenamtler mitmachen oder tätig werden zu können?
00:08:21: Also es war glaube ich wirklich vordergründig die dass man eine eigene Trauerfahrung mitgebracht haben sollte oder mitbringen sollte und das man halt auch ungefähr in die Zielgruppe passt also jetzt auch jung oder etwas jünger ist, genau.
00:08:39: Und gleichzeitig aber auch Lust hat sich einzubringen einmal die Woche einmal im Monat bereit ist nach Bergheim zu fahren.
00:08:46: zur Supervision was auch nicht ganz unwesentlich ist muss man natürlich mit bedenken dass man da einmal im monat sich auch zusätzlich noch Zeit nehmen sollte für die Supervision damit es einfach ja für einen selber auch irgendwie gut verarbeitet werden kann.
00:09:04: Das kann ich mir auch total vorstellen, weil wir haben im Juli unseres Mamas verloren.
00:09:11: Ich war ehrlicherweise total überfordert damit, weil ich gar nicht wusste wie geht man jetzt mit Trauer um und wie ist das Gleichgewicht aus?
00:09:22: Funktionieren?
00:09:23: Und sein Leben weiterhin irgendwie auf die Gette kriegen und leben und das erledigen was ansteht... Und auch dem ganzen Raum zu geben, zu verarbeiten.
00:09:30: Was ist da passiert?
00:09:31: Zu trauern und ich weiß noch damals, ich hatte irgendwie die Bachelorarbeit im Nacken und diese große Frage...
00:09:37: Ich kann das so nachvollziehen!
00:09:38: Ja es ist echt gerade also ja auch irgendwie so diese Zwanziger wo man eher am Struggeln isst, wo will ich hin mit meinem Leben was soll aus mir werden?
00:09:45: und ich war ziemlich lost darin einerseits zu sagen ich muss jetzt die Bachelorbeit durchziehen, ich muss herausfinden, was will ich beruflich, wowillig hin?
00:09:53: Ich bin dann erst mal total verwirrt an die Ostsee ins Hotel An die Ostsee gezogen, ins Hotel zum Arbeiten.
00:10:00: Weil ich irgendwie einfach mal so einen krassen Szenewechsel brauchte und mir tat das gut eine Zeit lang auch am Meer zu wohnen aber... Ich hab mich dann erst relativ spät würde ich sagen mit dem Thema Trauerarbeit beschäftigt und deswegen finde ich auch die Initiative oder das Projekt so wertvoll weil ich finde wenn man überlegt okay wie kann nicht mehr als Hilfe holen?
00:10:22: Weil in meinem Kopf guten Therapieplatz zu kriegen dauert ewig eben
00:10:26: und braucht auch Kraft.
00:10:28: Ja, genau muss ich auch irgendwie erst mal finden, organisieren usw.
00:10:32: Dann ist ja auch das Thema wenn ich mit Freunden drüber spreche wie viel können die davon überhaupt ertragen?
00:10:37: oder man will ja auch nicht zu belastend sein?
00:10:40: Genau!
00:10:40: Und was gibt es sonst noch?
00:10:42: Und dann bin ich wirklich erst relativ spät oder ein paar Jahre später auf Traurbegleitung gekommen und finde jetzt aber eben das Angebot Trauer Chat total schön um schnell Gleichgesinnte oder Menschen zu treffen, die ähnliches vielleicht erleben gerade oder fühlen?
00:10:59: Und grade auch in unserem Alter sind.
00:11:01: Also oft hast du Trauergruppen ist meine Erfahrung Auch in Großstädten egal Hast Du immer Trauer Gruppen für Seniorennen also die dann vielleicht über ihren Ehepartner über ihre Ehepartnerinnen Ja trauern und das ist halt irgendwie nicht dass gleiche also der Austausch nicht dergleiche Wenn man andere Lebensphasen hat.
00:11:25: Genau, ja und auch selber in einem anderen Lebenskapitel steckt.
00:11:32: Wie wenn du das erzählen magst war für dich deine Erfahrung mit dem Thema Trauer-und Verlust?
00:11:40: Also ich wohne Pflegewohnheim und da hab ich meinen besten Freund, als ich hier eingezogen bin kennengelernt.
00:11:50: Und ziemlich schnell auch mitbekommen dass er etwas nicht Heilbares hat.
00:11:56: aber so wie man halt ist als Mensch würde ich mal behaupten habe ich ganz spät erst daran gedacht das es wirklich auch endlich ist ohne jetzt naiv zu sein.
00:12:06: also ich war noch nie naiv Ich hab jetzt nie gedacht okay der wird keine Ahnung neunzig Jahre alt.
00:12:13: Ich habe halt nie gedacht, okay ich werde das jetzt so hautnah mit erleben.
00:12:19: Und dann irgendwann ging es halt wirklich dem Ende zu und dann wirst du als beste Freundin dann plötzlich Sozialarbeiterinnen Trauerbegleitung Sterbelbegleitungen alles in einem ja und dann hab' ich ihn hier halt auch sozusagen bis zum ende verabschiedet und begleitet.
00:12:38: Ja
00:12:39: Wie lang war denn der Prozess zwischen?
00:12:42: Ja, du hast realisiert.
00:12:43: Sein Leben nackt sich dem Hände und er ist dann gegangen?
00:12:47: Also ich bin im November hier eingezogen, im November ist er verstorben.
00:12:53: Dementsprechend war das eh keine super lange Freundschaft gerade in unserem Alter eigentlich ja fast gar nichts an Zeit Und gleichzeitig aber auch super intensiv.
00:13:05: oder den Zeitpunkt wo ich das realisiert habe würde ich schon sagen, dass dieser ganze Sterbeprozess irgendwie für mich so wie ein Jahr oder anderthalb gedauert hat.
00:13:16: Also es war schon sehr lange Leidensprozess und gleichzeitig ging's natürlich super schnell.
00:13:21: So'n Trauer ist ja eh alles durcheinander.
00:13:23: also die Zeitwahrnehmung verschwimmt ja zwischen super zäh und super schnell, also kriegt man ja oft nicht sortiert.
00:13:30: Ja
00:13:31: total das ging mir auch so... Wie alt ist er geworden?
00:13:34: Äh,
00:13:35: ein dreißig.
00:13:35: Ist
00:13:36: auch krass Junge!
00:13:37: Und ich bin jetzt achtundzwanzig, das ist schon ...
00:13:40: Ich finde es so erschreckend wenn man auch junge Leute schon früh verliert.
00:13:46: Eine Freundin von mir ist auch mit zweiunddreißig an Krebs verstorben und ich meine also ja... Es ist nicht normal, wenn Eltern sterben oder auch nicht, wenn Großeltern nichts ist wie normal in dem Sinne.
00:13:57: aber es ist umso erschreckender, wenn wirklich so junge Menschen sich verabschieden.
00:14:01: Absolut!
00:14:02: Und ich sag's nochmal, ich bin nie naiv durchs Leben gegangen.
00:14:05: Also ich hab immer schon wirklich super viele Herausforderungen gehabt und super viele auch sehr einschneidende Erlebnisse in meinem Leben gehabt, mit meiner Geschichte einfach von einer eigenen Einschränkung und vielen Begleiterkramkungen die dann wiederum viele einzelne Schicksale mit sich ziehen.
00:14:26: Aber irgendwie diese Trauererfahrung in so jungem Alter noch einen Top zu haben zu seinem Ganzen anderen Kramen, Altlastenden an fünf Strichen.
00:14:37: Das war wirklich so einschneidend und so prägend im negativen Sinne dass ich das bis heute noch sortieren muss und wahrscheinlich auch noch ewig sortieren werde weil das so elementar ja irgendwie existenziell war und ist.
00:14:53: Ja... Ich finde das es auch sondern ganz wichtige Erkenntnis zu merken, das darf auch sein.
00:14:58: Also ich hab manchmal so diesen Druck den ich mir selber mache von gut, dass ist jetzt dieses Jahr sieben Jahre her... Das muss doch jetzt mal abgeschlossen sein oder
00:15:06: auch von außen.
00:15:07: Ja
00:15:08: total aber wirklich zu sagen hey das wird immer auf eine Art Wehtun und es ist auch nie fertig verarbeitet.
00:15:16: und dann Pum!
00:15:16: Ist jetzt alles easy richtig?
00:15:18: Ich
00:15:19: sag immer das kommt in Wellen.
00:15:20: also Irgendwie kommt es halt wahrscheinlich darauf an mit den Wellen zu surfen, wie man so schön sagt.
00:15:26: Und die Wellen werden immer da sein aber sie werden halt unterschiedlich stark und unterschiedlich häufig irgendwann mal auftauchen.
00:15:35: Und trotzdem ist es super, super ... ja also... Man kann's vorher nicht einschätzen wann kommt jetzt eine Welle?
00:15:42: Und dann habe ich vielleicht mal Ruhe.
00:15:45: Super unberechenbar das Wort hat mir gefehlt.
00:15:47: Ja total!
00:15:49: Und du hast ja auch gerade gesagt, du hast das so mitbegleitet seinen Abschied.
00:15:54: Wie bist du für dich damit umgegangen?
00:15:58: Ich war absolut im Rollenkonflikt schon von Minute eins an eigentlich man wächst da ja in diesen Prozess rein Man sieht den jetzt nicht oder kann ihn gar nicht linear betrachten aber man ist da so drin Man wächst da so rein.
00:16:12: und am Anfang war ich immer die beste Freundin, die einfach nur selbstverständlich nach meinen Werten auch ihm geholfen hat, bedingungslos.
00:16:21: Und immer wieder zu ihm gegangen ist, ihn unterstützt hat für ihn Sachen übersetzt oder ja quasi ihm ge- ihm gehoffen hat zu kommunizieren und so... ...und dann kann auf einmal immer mehr dazu und dann hier noch helfen, da noch helfen.
00:16:39: Dann auch übersetzen und plötzlich erwischst du dich dabei wie du dann plötzlich Sozialarbeiterin bist und irgendwie ja sogar noch Trauerbegleitung in Kombination.
00:16:52: Und das war bei mir dann irgendwann so dass ich gedacht habe hey wo ist jetzt eigentlich die ursprüngliche Freundschaft obwohl ich das natürlich trotzdem super super gern und selbstverständlich gemacht hab.
00:17:02: aber irgendwann verschwimmen so die Rollen.
00:17:06: Ja, im Prinzip musste ich mich auch um meine Person irgendwie kümmern.
00:17:09: Weil das ist auch verloren gegangen.
00:17:11: Ich weiß nicht wie es bei dir war aber man verschwimmt so mit diesem Schicksal und dem Sog ja.
00:17:18: Voll!
00:17:19: Und wie du schon sagst, die setzt sich dann noch ein bisschen um sie selber kümern oder auch so hart das dann ist auch mal von dem ganzen bisschen Pause zu machen?
00:17:28: Das ging irgendwann total schwierig nur noch weil es so omnipräsent jeden Tag... die Rolle gespielt hat.
00:17:34: Also am Anfang, als es ihm noch besser ging dann natürlich nur so selten oder mal hier und da oder das war halt immer präsent weil er war immer krank seitdem wir uns kennen klar aber irgendwie konnte man ja wirklich auch ein paar Wochen Monate Jahre sein Alltag hier mit Einschränkung leben irgendwie
00:17:54: ähm
00:17:55: und dann irgendwann kam halt eins zum anderen.
00:17:58: Das ist schon spooky
00:18:01: Ja Man finde ich auch irgendwo, wie du ja vorhin auch schon gesagt hast.
00:18:06: Ein Stück weit damit rechnet oder dass irgendwo auf eine Art weiß, aber auf einer Art auch irgendwo nicht und wenn es dann plötzlich doch Realität wird ist das immer irgendwo überraschend.
00:18:17: Ja und so
00:18:17: surreal.
00:18:18: also ich kam mir wirklich vor wie in so ner Blase irgendwie Seifenblase, aber das Wort klingt zu nett.
00:18:26: Ja, irgendwie abgeschnitten von der Welt total apatisch.
00:18:29: diese typische Trauerreaktion am Anfang ja und ab und zu erwischen mich immer noch dabei wie ich mir sage Wie kann es eigentlich sein?
00:18:39: Ich meine ich wohne immer noch hier Und er eben längst nicht mehr neben mir und das ist schon schon verrückt.
00:18:47: Ja, dass finde ich auch so.
00:18:48: dieses man sagt dann so Abschied nehmen Aber dieses Ja, die Person ist einfach nicht mehr physisch da und das immer mal wieder so auch zu realisieren.
00:18:59: Auch finde ich teilweise bei besonderen Lebenskapiteln, die man vielleicht dann abschließt oder erklimmt oder wie auch immer.
00:19:06: Ich gehe jetzt dieses Jahr dreißig für mich ein großes Thema.
00:19:09: Und verständlich!
00:19:11: Für mich auch schon.
00:19:12: Du bist ja viel
00:19:13: jünger als ich.
00:19:17: Aber auch da irgendwo zu wissen, Puh ja okay.
00:19:19: So was will meine Mutter jetzt in der Art nicht mehr erleben?
00:19:23: Ich glaube schon dass sie immer noch da ist auf einer gewissen Ebene aber natürlich nicht mehr in der Form wie wir es kannten so.
00:19:30: Absolut.
00:19:30: Ja bei mir kommt noch dazu das alles sehr eng beieinander ist also sein Todestag mein Geburtstag seinen Geburtstag Weihnachten alles super super teilt.
00:19:42: und dann ist das jedes Jahr aufs Neue für mich Monat, wo sich einfach alles zusammenzieht bei mir.
00:19:49: Ja
00:19:50: oder hast du für dich da schon eine Art Ritual entwickelt?
00:19:53: Was du dann für dich dafür machst oder brauchst um damit umzugehen an den besonderen Tagen?
00:19:58: Also ich bin eigentlich sehr oft bisher in Friedwald gefahren Hab mir den Weihnachtsmarkt dann noch angeguckt in der Nähe, weil man relativ weit dahin fährt.
00:20:11: Eine Stunde, anderthalb Stunden.
00:20:13: Das heißt man kann da auch ein Tagesausflug draus machen.
00:20:15: das war auch so der Gedanke dahinter.
00:20:19: Das habe ich bisher auch so gemacht und ansonsten ja immer was gemacht was uns irgendwie verbunden hat wenn es Ja, und wenn es nur ein Film gucken ist oder eine Serie angucken.
00:20:31: Oder ein Cheeseburger essen von McDonald's weil ich ihnen den immer mitgebracht habe.
00:20:36: also so was ja.
00:20:38: aber so ne krasses Ritual dass man sagt das muss ich jetzt auf der Stelle kommen raus jedes Jahr so machen Das hab' ich jetzt nicht.
00:20:45: Aber mir ist schon wichtig Dass sich was mache an dem Tag oder dass ich Mir auch den Tag Freiheit so ist vielleicht besser formuliert Freihalte flexibel halte.
00:20:56: Ja, ich habe das auch so relativ spät erst für mich entdeckt.
00:20:58: Dass es total schön ist, irgendwas zu machen an dem Todestag oder Geburtstag oder war noch immer letztendlich was mit der Person zusammenhängt und wirklich nochmal die Person ein bisschen aufleben lässt irgendwie.
00:21:11: Meine Mama hat immer geritten und hat Pferde total geliebt und für mich ist dann immer so ein besonderer Moment in Kontakt mit Pferden zu merken, das war ja auch ihr Ding irgendwie
00:21:21: verbindet voll.
00:21:22: Also
00:21:23: dann sich der Person noch mal näher zu fühlen und die Person gefühlt nochmal so auflebensverlassen auf eine Art.
00:21:30: Ist auch sehr wichtig, wenn man das auf die Trauerarbeit bezieht ist es halt einfach ein Teil.
00:21:35: aber das können andere nicht unbedingt verstehen.
00:21:37: Dann wird man schnell gelabelt mit Du musst doch jetzt mal fertig sein mit Trauern.
00:21:44: Das ist glaube ich auch so dieses Ding.
00:21:45: warum das so wichtig ist darüber zu sprechen Naja, es ist ja kein Tabu.
00:21:50: Aber ich finde oft halt so diese Schwere von oha das spricht man nicht an.
00:21:54: oder traue ich mich das an zu sprechen?
00:21:56: Oder sage ich was Falsches?
00:21:57: weil klar im Zweifel man kann Falsche sagen wie sowas.
00:22:00: Ja aber
00:22:01: lieber halt etwas sagen
00:22:03: und darüber sprechen und dass eben nicht... Also ja es ist ein ganz großes Thema nur es gehört auch zum Leben dazu Ja, im Austausch zu sein oder auch sich trauen Fragen zu stellen und eben nicht dieses.
00:22:17: Bis er jetzt fertig ist noch zwei Jahre her abgeschlafen.
00:22:20: Oder einfach mal über die Person erzählen zu dürfen das bringt ja auch schon viel.
00:22:24: Ja, ja das stimmt voll.
00:22:26: Das nicht totzuschweigen im wahrsten Sinne des Wortes?
00:22:29: Also das tut manchmal mehr weh oder oft mehr wehe als einfach mal darüber zu sprechen.
00:22:35: Ja.
00:22:36: Konntest du mit deinem besten Freund in der Zeit Abschied nehmt es darüber sprechen,
00:22:43: über den Tod.
00:22:47: Nein wir haben dann nie explizit drüber gesprochen.
00:22:49: er hatte wie gesagt auch diese kommunikative Einschränkung durch seine sehr eingeschränkte Motorik die da mit betroffen war.
00:22:56: dementsprechend war die Sprache das erste was so wegfiel oder fast zuhundert Prozent wegfiehl Und dann haben wir uns halt schon ganz früh so selbstverständlich irgendwie eine alternative Art der Kommunikation non-verbal.
00:23:09: Irgendwie hat sich entwickelt und dementsprechend waren so tiefgründige Gespräche leider körperlich nicht möglich, auch wenn es unser beider Wunsch wahrscheinlich gewesen wäre über viele Sachen sehr, sehr tiefgrün zu debattieren, sich zu unterhalten.
00:23:25: aber dafür hatten wir eine sehr intensive Beziehung alleine dadurch, dass wir irgendwie anders miteinander kommunizieren konnten.
00:23:32: Also ich hab ihn zum Beispiel sehr gut verstanden.
00:23:36: Ich war hier auch immer die, die irgendwie vermittelt hat weil er eben nicht verstanden wurde von vielen Menschen Weil es auch schwierig war ihnen zu verstehen.
00:23:43: aber ich habe ihn verstanden.
00:23:44: für mich war das irgendwie Da haben andere mich angeguckt so hey wieso verstehst du ihm oder wie machst du das?
00:23:50: Für mich weil ich damit so täglich in Berührungen kam ist das für mich völlig normal gewesen.
00:23:57: Aber das so als Beispiel, also wir konnten schon kommunizieren aber halt eben bei tiefgründigen Gesprächen oder so lange setzen.
00:24:03: Oder so wäre es dann halt zu anstrengend für beide Parteien gewesen.
00:24:07: Ja
00:24:08: ja verständlich und hattest du auch gerade in der Zeit ein Umfeld wo Du darüber sprechen kannst was Du grade durchmachst?
00:24:17: Ja schon meine Familie aber ich muss immer wieder sagen dass ich leider auch den Fall habe, dass es eben eine Trauer ist um meinen besten Freund.
00:24:25: Und dementsprechend bin ich die einzige Person, die mit ihm irgendwie auf einer Ebene war und dann kann das kein anderer so eins zu eins auch irgendwie nachempfinden auffangen.
00:24:37: Und klar war meine Familie im Hintergrund, die kannten ihn auch und so natürlich wenn sie mich hier besucht haben und so war er immer Teil der Besuche zum Beispiel.
00:24:47: aber irgendwie ist das natürlich nicht das gleiche ja wie wenn du irgendwie dann noch diverse Angehörige hast, die irgendwie mit in dem Boot drinsitzen.
00:24:58: Es war halt nie eins zu eins das gleiche.
00:25:00: Wenn du verstehst was ich meine so?
00:25:02: Voll!
00:25:02: Ist halt mein bester Freund und ich Mama's beste Freund und Papa's beste Freunde keine Ahnung.
00:25:08: Total.
00:25:08: Das ist mir auch irgendwie bewusst geworden, dass jeder ja auch nochmal eine individuelle Beziehung zu der Person hat?
00:25:14: Ja oder keine?
00:25:15: Ja voll!
00:25:16: Oder ja
00:25:17: auch in einem unterschiedlichen Beziehungs-Kontext.
00:25:19: dann um die Person aber auch um die Beziehungen Trauer.
00:25:22: Das war mir auch bewusst gewonnen damals als unser Opa gestorben ist das natürlich unsere Trauer als Enkelkinder.
00:25:27: ne andere ist als die unserer Oma zu ihrem Ehemann so oder damals bei unserer Mama nochmal um eine andere Beziehung auch irgendwie trauert.
00:25:38: Eine andere Rolle hat, ist auch auf dem Thema in der Trauergruppe zum Beispiel die ich noch parallel für mich besuche dass das so unterschiedlich sein kann einfach ja dass da teilweise auch Beziehungen dran kaputt gehen wenn man das nicht schafft irgendwie aufzufangen.
00:25:55: Ja und auch finde ich immer so vor Augen zu halten dass es so individuelles und es gibt nicht die einer Musterpauschallösung und dann passt.
00:26:04: Und ich
00:26:04: habe schon so viele Bücher jetzt auch zu Hause liegen und gelesen, aber also im Prinzip schreiben die alle ähnliche Sachen, aber so richtig dass das eine Rezept oder den Leitfaden gibt es nicht weil alles super individuell und super wellenartig abläuft finde ich immer so
00:26:23: Total voll.
00:26:24: Und das dauert, finde ich auch bis man sich da gefunden hat.
00:26:27: was ist jetzt so mein Weg und meinen Ansatz?
00:26:30: Das darf ja für mich auch noch mal variieren je nachdem vielleicht auch in welcher Leben zu töten und dann nochmal also ich weiß noch als ich dann unmittelbar nach ihrem Tod wirklich in dieser Phase war von, boah fuck ich muss jetzt diese Bachelorarbeit treiben und irgendwie noch ein Praktiko machen.
00:26:43: Seid ihr da zwei Wochen abgebrochen?
00:26:44: Aber die Frage ist auch okay.
00:26:47: Das war übrigens eine krasse Situation.
00:26:48: zum Thema ehrlich sein.
00:26:51: Das habe ich hier damals bei RTL gemacht in Köln völlig verwirrt.
00:26:54: Ich war komplett lost.
00:26:55: Ich hab das überhaupt nicht gecheckt.
00:26:56: Ich waren emotional gar nicht auf dem Höhepunkt.
00:26:57: Auch versichtlich!
00:26:59: Und ich habe es so richtig gemerkt.
00:27:01: also ich kriege die Krise so... Und das war aber so ein ganz tuffer Chef, der mich auch am ersten Tag erst mal so ein bisschen völlig gemacht hat in so einer Konferenz.
00:27:09: Weil ich sollte mich vorstellen... Ich habe nur gesagt, hi!
00:27:11: Ich bin Jenny.
00:27:12: Da hatte er direkt gesagt wir stellen uns hier mit Vor- und Nachnamen vor.
00:27:15: Also vor dem hatte ich irgendwie schon einmal ein bisschen Schiss.
00:27:18: Und dann sagte noch wer anders von wegen des Praktikanten die sind ja die Scheiße unter dem Schuh.
00:27:22: es war super.
00:27:23: wo bin ich hier gelandet?
00:27:24: Ich kann das emotional gerade nicht.
00:27:26: Und da bin ich tatsächlich zu dem Chef ins Büro gestiefelt geheult und meine Mutter ist gerade gestorben.
00:27:32: Ich kann das grad nicht mehr, ich muss das beenden
00:27:34: hier.".
00:27:34: Und dieser Chef der mir so hart vorkam und mich so da angeballert hat, der war plötzlich so weich und sagte so ja, ich verstehe dass ich auch vor ein paar Jahren meine Mutter verloren und nimm dir bitte die Zeit es gar kein Problem was du jetzt grade abhaust oder abpräst.
00:27:50: Das fand ich irgendwie auch so doof.
00:27:53: diese Situation aber trotzdem eine schöne Situation wenn man damit offen umgeht, dass man oft auch diese Offenheit irgendwie zurück kriegt.
00:28:01: Ist ein markantes
00:28:02: Beispiel das Kommunikation halt einfach immer mehr hilft als nicht zu reden?
00:28:07: Ja voll
00:28:08: ja total.
00:28:10: und genau.
00:28:10: ich finde deswegen manchmal gibt es diese Phasen wo man vielleicht auch irgendwo noch mal funktionieren muss sei es bei irgendwas anderes ansteht oder organisatorisches erledigt werden muss wie auch immer.
00:28:19: aber ich habe dann auch glaube ich erst drei Jahre später wirklich gedacht boah ich will jetzt mal so eine Wirkliche Trauertherapie oder Trauerarbeit machen.
00:28:27: Und jetzt ist so dieser Moment von, Jetzt kann ich das irgendwie mehr aufarbeiten?
00:28:33: Absolut!
00:28:34: Ich muss aber dazu sagen, ich hätte mich auch für alles Mögliche gerne interessiert und da Trauer Arbeit gemacht und auch Trauercoaching zum Beispiel in Anspruch genommen oder so... Aber das ist alles so teuer dass es für mich gar nicht infrage kam.
00:28:49: also
00:28:50: Das ist echt nochmal ein wichtiger Punkt, den du auch ansprichst.
00:28:52: Weil
00:28:52: der Chat zum Beispiel... also das war auch der Grund weswegen ich dann auch privat schon mal in den Chat gekommen bin weil da es einfach ein kostenfreies Angebot ist und sehr niedrigschwellig funktioniert im Vergleich zu anderer Trauerarbeit die auch super wertvoll ist und die ich super gerne zum Beispiel auch anderen um mir ermöglichen würde aber es einfach teuer ist
00:29:14: ja.
00:29:14: Ja das ist ein super krasser Aspekt.
00:29:17: Mir ging das ja auch irgendwie so, dass man so überlegt, okay was könnte mir jetzt helfen und wie wir vorhin auch schon gesagt haben dieser zeitliche Aspekt von wie lange Brautzung gescheiten Therapieplätze finden.
00:29:26: Und das Angebot was es sonst noch gibt ist teilweise wirklich
00:29:29: alles privat.
00:29:31: Deswegen finde ich das Projekt so wertvoll dass man wirklich sagen kann ah ich kann schnell irgendwie Hilfe gleichgesinnte Kommunikation finden.
00:29:42: Und eben auch, es ist kein großer Kostenaspekt weil gerade als junger Mensch hat man aber nicht so viel Geld in der Regel und plus
00:29:50: du kannst du kannst anonym teilnehmen Du musst dich nicht zeigen was ja auch oft grade bei Trauern Problem sein kann oder eine Hürde darstellen kann.
00:29:59: wenn man eh nicht die Therapie Situation so mag oder sich zeigen müssen dann kann man halt im Chat einfach so seine Gefühle oder seinen Problem, seine Herausforderungen.
00:30:12: Schildern?
00:30:13: Oder muss auch gar nichts schildern kann einfach nur... Wir haben ganz viele Userinnen die sich quasi einloggen und dann sagen heute ist mir nicht nachschreiben ich bin einfach nur zum Mitlesen da oder auch gar nix schreiben.
00:30:24: also da gibt es solche und solche Fälle.
00:30:27: ja
00:30:28: Ja und ich glaube auch gerade dieser Aspekt von du findest Menschen die irgendwie in ähnlichen Situationen oder in der ähnliche Trauerphase vielleicht sind um sich einfach nicht alleine zu fühlen.
00:30:38: Weil ich glaube, das ist so ein großes Ding dieses Gefühl von
00:30:42: Boah!
00:30:43: An wen kann ich mich wenden?
00:30:45: oder ich fühle mich allein?
00:30:46: Oder vermeintlich alle anderen leben ihr lustiges Leben der Zwanziger oder in welchem Alter auch immer weiter und man selber ist plötzlich so Pum vor die Wand gestoßen.
00:30:55: Mein
00:30:55: Leben ist stehen geblieben ja.
00:30:56: Ja
00:30:57: total.
00:30:57: Oder läuft irgendwie eine andere Zeitrechnung weiter wenn es weiterläuft so gefühlt.
00:31:03: Total.
00:31:04: Und auch diese Offenheit dann zu haben von ich muss auch da jetzt nichts wieder leisten und wieder schaffen, sondern wie du gesagt hast, ich kann da einfach mitlesen und schweigen aber ich weiß... Ich bin gerade irgendwie angebunden an irgendwas was mir vielleicht halt gibt im besten Fall.
00:31:19: Ja absolut ja.
00:31:21: Und ich finde das ist im Chat ganz gut die Möglichkeit gibt.
00:31:24: Richtig gut!
00:31:26: Wie als dein bester Freund gestorben ist bist du dann im ersten Moment damit umgegangen oder wie und wo hast du dir Unterstützung gesucht?
00:31:34: Also erstmal war ich in der akuten Trauersituation, wo es mal gar nichts ging und das ist ja auch völlig fein.
00:31:41: Dann ist man erst einmal damit beschäftigt überhaupt drei Wochen oder vier oder wie lang auch immer auf sein Leben erstmal klarzukommen und sich wieder überhaupt zu sortieren und einen Tagesablauf irgendwie wiederzuschaffen und überhaupt in seiner eigenen Realität erstmal wieder anzukommen.
00:31:58: Und das war so bei mir natürlich auch fernab von irgendwie, ich such mir jetzt direkt Hilfe oder so einfach erst mal klarkommen.
00:32:05: Und dann irgendwann hab' ich halt... weil ich eh schon mein ganzes Leben lang gewöhnt bin auch mich für Sachen selber einzusetzen und mich selber schlau zu machen, zu recherchieren, zum Machen zu tun, bin ich halt irgendwann auf die Idee gekommen da muss es irgendwas geben was spezifisch auf Trauer irgendwie ja ausgeschrieben ist und habe dann die Trauergruppe gefunden, genau.
00:32:29: Und die ist auch ein kostenfreies oder sehr kostengünstiges Angebot gewesen.
00:32:34: da musste man quasi nur Mitglied in diesem Verein sein und dann konnte man halt da die Trauergruppe regulär acht Treffen mitmachen, die habe ich dann durchlaufen was auch nicht so einfach war weil ich parallel angefangen hab im Master dann irgendwann zu studieren der dann genau zur Trauer Gruppe auch immer stattgefunden
00:32:53: hat.
00:32:53: das war dann irgendwann wirklich ein Konflikt für sich genommen total gleich wichtig.
00:32:59: Und ich hätte da jetzt nicht geschafft irgendwie zu sagen, nee ... Ich kann nur das eine machen!
00:33:03: Das war richtig schwierig.
00:33:06: Aber das habe ich dann durchlaufen.
00:33:07: die acht Treffen und jetzt gibt es immer noch die Möglichkeit einen offenen Treff einmal im Monat zumachen ist natürlich nichts so intensiv wie diese drei Stunden Trauergruppe aber ist eine Möglichkeit immer noch einmal im monaten Raum dafür zu bekommen.
00:33:22: und den nutze ich tatsächlich immer noch super Gerne als Selbstfürsorge auch.
00:33:28: Für mich persönlich, weil der Trauer Chat ist eine andere Art, eine andere Rolle wenn man da eher ein Amtlerin ist als selbst in einer Trauergruppe zu sein.
00:33:38: Im TrauerChat bin ich halt mehr die Moderation guck eher auf meine Trau oder auf die Themen und bin für andere da Hilfe anderen Und kann so natürlich meinen Trauer unterbewusst reflektieren irgendwie oder unbewusst.
00:33:52: Aber eine Trauergruppe geht es halt wirklich um mich, um meine Themen und meine Anliegen.
00:33:58: Ja, genau.
00:34:00: Hat beides was für sich also Beides für seine Art ist irgendwie dafür gemacht sich mit seiner Trauer seiner Biografie und auch anderen irgendwie auseinanderzusetzen.
00:34:10: aber man muss halt ja Für sich rausfinden was man braucht.
00:34:14: Ja total Und wie würdest du sagen oder Ja, hast du eine Art Empfehlung?
00:34:21: Aber wann man selber sagen kann jetzt wäre ich bereit für dieses Ehrenamt.
00:34:29: Also ich für mich wüsste nicht wie es jetzt wäre hätte ich die Trauergruppe vorher nicht gemacht.
00:34:36: aber da also da kann ich halt nichts drüber sagen.
00:34:40: Aber ich für mein Gefühl würde sagen, ich hab die Trauergruppe schon irgendwie vorher gebraucht.
00:34:45: Aber andererseits hätte ich es wahrscheinlich auch nicht infrage gestellt, wer erst das Ehrenamt bekommen und dann die Trauergruppe oder gar nicht die Trauar-Gruppe?
00:34:52: Aber ich finde man braucht so einen eigenen Zugang zu sich seinen Themen seiner Trauer ein Stück weit um die Distanz einzunehmen und zu sagen Ich bin jetzt Moderation vom Trauer Chat Wenn du verstehst was ich meine.
00:35:04: Also es geht ja da primär nicht um mich.
00:35:07: Das heißt man muss schon im Stande dazu sein, sich selber zugunsten der anderen irgendwie ein Stück weit zurückzustellen.
00:35:14: Obwohl natürlich deine eigene Trauer da auch willkommen ist.
00:35:17: Also man darf auch zum Beispiel sagen wenn man jetzt gerade nicht einen Chatdienst machen will weil es einem schlecht geht dann springt halt jemand anderes ein.
00:35:25: also das ist jetzt nix in Stein gemeißelt ist ja immer noch näher am Amt aber trotzdem muss man halt im Standee dazu sein sich selbst und seine eigenen Themen so ein bisschen zurück zu stellen.
00:35:35: jetzt im Vergleich zu einer Trauergruppe Das ist wahrscheinlich auch der markanteste Unterschied, der mir gerade so auffällt.
00:35:44: Ja und auch schön dass es den Raum gibt zu sagen das geht mir jetzt vielleicht doch grad zu nah oder ist es zu ähnlich?
00:35:51: Ich habe so gedacht manchmal oder vielleicht noch vor ein paar Jahren mehr gingen wir so Geschichten die eine leichte Parallele hatten.
00:35:59: also wenn jemand auch ne Mutter verliert beispielsweise So viel zu nahe dass ich dann dachte Boah, kann ich jetzt gerade eben das Risiko drauf eingehen?
00:36:07: Ist mir irgendwie zu parallel oder so ähnlich.
00:36:10: Das ist inzwischen wieder besser.
00:36:13: aber ich glaube wie du schon grad gesagt hast dieses sich mit sich auch einmal auseinander gesetzt zu haben und das heißt einmal ist er auch nicht abgeschlossen.
00:36:22: da nah an sich selber auch zu sein, ist total wertvoll oder wichtig.
00:36:26: Und
00:36:26: ich will damit jetzt nicht sagen dass jeder eine Therapie durchlaufen
00:36:29: muss und
00:36:30: so... Also nicht jeder der ein Trauer ist braucht ja auch zwangsläufig eine Therapy davon abgesehen.
00:36:35: aber ja ich glaube der Punkt ist ganz deutlich geworden das man halt oder dass ich empfehle man sollte sich vorher mit sich so ein bisschen beschäftigt haben oder mit seinen Gefühlen und die so ein bißchen sortiert haben in Anflugstrichen.
00:36:47: also ich würde da jetzt vielleicht nicht reingehen wenn ich grad vor zwei Monate jemanden verloren habe.
00:36:53: Aber selbst das, da gibst du wahrscheinlich auch keinen richtig und falsch.
00:36:56: also
00:36:57: ja
00:36:58: aber weil du gerade gefragt hast was ich empfehlen würde genau.
00:37:00: Ja finde ich eine wertvolle Antwort weil genau das ist so jeder darf es für sich selber entscheiden und irgendwie ehrlich mit sich selber da sicherlich auch irgendwo sein.
00:37:12: Man sollte halt nur wissen dass es in dem Fall dann keine Trauergruppe ist sondern eben dass es darum geht anderen zu helfen
00:37:20: Das stimmt.
00:37:21: Und
00:37:21: das kann auch sehr heilsam sein, also für mich vor allem ist Hilfsbereitschaft und was für die Welt leisten, was bewirken und so den Unterschied machen ist für mich halt ein super wichtiger Wert.
00:37:32: Und dementsprechend ist es für mich auch relativ klar gewesen dass ich etwas eher namentlich machen möchte und dass jetzt in der Trauerarbeit war es irgendwie natürlich super ja unwirklich.
00:37:43: und andererseits vielleicht sollte es auch genauso sein?
00:37:46: Ich weiß es nicht!
00:37:48: Ja total Da habe ich auch gerade darüber nachgedacht, auch vom Titel des Projekts.
00:37:55: Was würdest du sagen ist für dich geblieben?
00:37:59: Das Ehrenamt... Menschen die ich jetzt im Ehrenamten relativ kurz kenne aber zu denen ich mich sehr verbunden fühle.
00:38:08: also ich kann das ehrenamt auch jedem empfehlen der irgendwie Lust hat sich mit anderen Gleichgesinnten zu verbinden und eine große Verbundenheit zu spüren.
00:38:17: so ein Gruppenkontext Und ansonsten halt Erinnerungen, die Freundschaft, die uns keiner nehmen kann.
00:38:26: Die Tiefgründigkeit von der Beziehung, die auch nicht unbedingt mit Worten daherkommen muss.
00:38:31: Also dass wir es auch geschafft haben mit unseren Einschränkungen irgendwie trotzdem verbunden zu sein und das kann uns ja keiner mehr nehmen.
00:38:43: Im Prinzip das Geschenk was er mir gemacht hat, dass er quasi in meinem Beisein gegangen ist.
00:38:46: Das ist ja auch nicht selbstverständlich weil ich hätte bei irgendeinem Termin sein können, wenn das passiert wäre oder so.
00:38:54: Das hätte ich mir irgendwie auch nie verziehen aber das kann man ja nicht planen.
00:38:58: dementsprechend ist es ja schon etwas was sich mit Dankbarkeit sehe dass ich dabei sein konnte.
00:39:05: So hart es war auch wenn wir nicht darüber reden dass man sich das natürlich eigentlich nicht wünscht.
00:39:10: Aber wie es jetzt dann passiert ist war es zumindest für mich so dass ich die Chance hatte mich zu verabschieden Und dass sozusagen auch den Prozess bis zum Ende für mich dann doch sehr schlüssig zu durchlaufen und nicht irgendwas Wichtiges verpasst zu haben.
00:39:26: Jetzt war in dem Leidensprozess gesehen, natürlich haben wir superwichtiges Verpasst.
00:39:31: aber ja in diesem ganzen Leidungsprozess konnte ich es dann für mich Dadurch wahrscheinlich irgendwie einigermaßen besser abschließen, als wenn ich nicht dabei gewesen wäre.
00:39:42: Obwohl abschliessen geht halt auch nie aber so.
00:39:44: Ja
00:39:45: zumindest im Übergang so begleitet zu haben total
00:39:50: voll.
00:39:51: Wie war das eigentlich für dich?
00:39:53: Also Bei mir war das so, ich hab total damit gestruggelt nicht oder ich war schon da drin aber irgendwann auch wieder rauszukommen.
00:40:00: In so einer Retta-Mentalität zu gehen von vielleicht kann ich ... Indem war jetzt meine Mutter ja doch retten und die große Lösung finden oder... Ich habe mir oft diesen Druck gemacht von vielleicht schaffe ich es sehr?
00:40:12: Zu retten oder irgendwas zu finden was sie dann doch heilen wird oder so.
00:40:17: Bist du da reingekommen oder war das absolut nicht so?
00:40:20: Doch!
00:40:21: Doch, ich glaub da kommen die dann ein Stück weit rein.
00:40:25: Ich hab eh diesen Hang super viel für meine Mitmenschen zu tun.
00:40:29: Ich mein' ich habe nicht umsonst Sozialarbeit studiert.
00:40:31: das ist ja schon noch ein Stückweit auch aus dem Grund gewesen weil ich immer schon das Bedürfnis habe irgendwie Leuten zu helfen und was weiterzugeben und das habe ich bei ihm natürlich auch versucht.
00:40:45: Gerade in unserem Alter würde ich mal behaupten, dass wir nicht unbedingt davon ausgehen.
00:40:49: Dass in unserem alter irgendwer Gleichaltriges sterben muss und dann war natürlich so die ... Die Sache das ich mir immer gesagt habe okay Ich kann ihm ja versuchen hier noch Lebensqualität zu ermöglichen Vielleicht hilft das was vielleicht verbessert das irgendwie seinen Zustand.
00:41:08: Und wenn es nur ein paar Jahre ist das hätte ich ihn natürlich absolut gegönnt und hab auch versucht das ihm zu ermöglichen.
00:41:14: aber Ja.
00:41:16: Alles geht dann halt nicht und klar, aber ich war da auch drin also in diesem Film von ach das bringt schon was wenn ich das jetzt mache und wenn ich mir jetzt helfe und wenn wir schöne Stunden irgendwie ein Film gucken es wird richtig viel an seinem Zustand verhindern.
00:41:33: Und vielleicht tat's das auch ne?
00:41:35: Also ich finde gerade so diese vermeintlich kleinen Momente sind ja oft auch super groß.
00:41:41: Ja, dazu sagen.
00:41:42: Ich kann helfen aber ich muss auch immer mal wieder für mich dann raus und kann ja nicht die große Retterin sein.
00:41:48: Aber das ist total schwierig zu beschreiben weil auf der einen Seite hatte ich immer und es war das was ich am Anfang versucht habe zu sagen hat ich immer präsent okay der hat etwas Nicht-Heilbares.
00:41:58: Das heißt kognitive hab ich natürlich verstanden dass sich jetzt nicht von keine Ahnung eine Zukunft sprechen kann wo er dann plötzlich neunzig ist so Und gleichzeitig denkt man trotzdem nicht dran, dass man das so hautnah und zeitnah auch erlebt.
00:42:15: Als nächste Angehörige eigentlich mit der Mutter dann noch zusammen war.
00:42:19: Sonst war ich halt die, die ihm am nächsten auch war.
00:42:22: Das ist schon gruselig irgendwo oder so surreal?
00:42:26: Nicht grusulich aber surreal!
00:42:29: Ja absolut total.
00:42:30: ja auch diese dann doch surreal erscheinendes Schnelligkeit des Ganzen auch.
00:42:37: Ich schaue mal ganz kurz auf mein Zettelchen.
00:42:42: Hast du eigentlich noch irgendwas, wo was ich jetzt noch nicht so angesprochen habe oder wo du noch sprechen möchtest?
00:42:47: Das was man im Ehrenamt vielleicht noch zum Ehrenamten sagen kann ist dass wir halt auch so... hab' ich noch nicht miterlebt weil ich ja noch relativ neu da bin seit November.
00:43:00: aber wir machen so im Schnitt einmal ein Team-Event wo man dann wirklich zusammen überlegt, so wie ich es mitbekommen habe auch was man machen kann.
00:43:09: Was wir drauf hier Lust haben.
00:43:12: Also das ist dann quasi mehr als darauf will ich hinaus.
00:43:14: Es ist mehr als nur diese Chatabende zu machen wo man dann sehr für sich alleine hier Zuhause sitzt und dass online machen kann und man nichts von den anderen mitbekommt sondern es ist ja wirklich mehr als das.
00:43:27: Ja
00:43:28: schön Es
00:43:29: ist
00:43:30: ja auch eine tolle Sache, um Leute kennenzulernen und neue Verbindungen zu kriegen.
00:43:34: Und sich
00:43:34: auszutauschen und vielleicht doch mal über was anderes zu sprechen oder etwas anderes zu machen.
00:43:39: Weil so schwer das Thema ist, man braucht ja auch leichtere Momente.
00:43:44: Total Freude!
00:43:44: Ich
00:43:44: glaube dass es auch ein Anliegen von dem ganzen Projekt, denjenigen halt wichtig war irgendwie einen guten Balance da reinzubringen.
00:43:52: Das ist eben nicht nur... weil die hätten ja auch ein Theoretisch sagen können wir machen nur den Chatdienst, weil das ist im Prinzip das gleiche Habe ich jetzt, also Hauptsache der Chat läuft.
00:44:02: Aber dass man dann noch die Supervision entwickelt hat und Team-Events... Also das ist schon für mich sehr besonders.
00:44:12: Ja total schön, dass auch wirklich auf diesen Gemeinschaftsfaktor Wert geleckt wird und nicht rein auf das.
00:44:20: Ehrenamt für die anderen quasi.
00:44:22: Ja, und da war ich jetzt auch selber überrascht weil so genau habe ich mich vorher halt mit diesem Chat nicht auseinander gesetzt.
00:44:28: Ich hab das einfach quasi initiativ habe ich diese E-Mail abgeschickt.
00:44:32: Weil ich gedacht habe probieren kann ich es ja mal?
00:44:35: Und ich pass auch genau in die Zielgruppe die da ausgeschrieben worden ist.
00:44:39: also dachte ich so ja probieren kannst du's ja!
00:44:42: Und dann habe ich gemerkt okay das ist doch umfassender als... online zu sitzen, zu Hause zu sitzen niemanden zu sehen und den Chat zu moderieren.
00:44:52: Ja,
00:44:53: glaube ich.
00:44:54: Und das ist natürlich auch ein Vorteil aber kann natürlich auch wenn jemand sagt er ist total zeitlich eingeschränkt dann auch nachteil sein.
00:45:02: aber man muss ja auch nicht fünf Jahre da drin bleiben.
00:45:05: man kann ja auch sagen nach einem Piehan geht wieder raus die meisten sind tatsächlich sehr lange drin.
00:45:11: toll
00:45:11: richtig wertvoll.
00:45:14: Weil ich hier so viele Tanzbilder sehe, wäre meine Frage auch noch.
00:45:17: Was war für dich der Ausgleich?
00:45:20: Oder ja, ausgleich ist ein blödes Wort aber wo hast du für dich so... Ablegung ist auch nicht das richtige Wohl!
00:45:27: Ich kann mir voll in den Strauch hellen.
00:45:28: Aber gab es oder was hilft dir um dich frei zu fühlen oder um auch den Kopf mal freizukriegen?
00:45:36: Tatsächlich hat mir immer schon das Tanzen geholfen.
00:45:40: also ich tanze halt quasi im Rolli, aber ebenfalls auch nicht anders geht und weil ich mich davon nicht einschränken lassen möchte.
00:45:54: Genau!
00:45:54: Und ich gucke mir gerne alles was mit Tanz zu tun hat an.
00:45:58: also es muss auch nicht immer nur dasselbe tanzen sein, weil teilweise kann ich das auch körperlich gar nicht mehr so gut und immer sehr flexibel machen.
00:46:05: dementsprechend muss ich mir auch einen anderen Weg suchen ab und zu dem nahezu kommen und das ist dann halt auch so sich Aufführungen angucken, zu Theateraufführung gehen.
00:46:15: Zu Balletten gehen.
00:46:16: also ich bin kulturell sehr viel unterwegs und es war eigentlich immer schon so mein Ausgleich für meine Therapien und so im Alltag da die sehr sehr einnehmend sind.
00:46:26: aber dann kann ich halt immer gucken in der freien Minute dich dann hab dass ich zumindest mir mal einen Tanzstück angucken gehe oder ins Kino gehe film gucke Serie gucke Ja, oder wenn ich es schaffe natürlich auch.
00:46:42: Ich lache eigentlich ganz gerne und deswegen ist das schon so ein Ausgleich auch ja humorvolle Menschen oder irgendwas ja auch schönes zu erleben oder sich nett unterhalten.
00:46:57: Total weil ich finde dass es auch so einen ganz großen Aspekt Trauer ist wichtig und reingehen und alles aufarbeiten was geht Aber eben auch mal den
00:47:06: Ausgleich zu schaffen.
00:47:07: Ja, in so eine positive Ablenkung zu gehen und
00:47:09: was gar nicht so einfach ist.
00:47:11: So
00:47:13: gerade
00:47:13: so Stichwort Depressionen.
00:47:14: wenn man so ein bisschen ja irgendwie mit depressiver Stimmung hier unterzutun hat dann ist es natürlich nicht so einfacher dann mal eben zu sagen ich lache jetzt wieder ich finde alles schön alles lustig Und gleichzeitig ist das total wichtig auch grade auf dem Heilungsweg zu sagen okay Was sind die Sachen, die ich gerne mache?
00:47:37: Was funktioniert noch?
00:47:38: Wo kann ich ein bisschen Kraft rausziehen.
00:47:41: Ein bisschen Freude und wenn es auch nicht die Freude ist wie früher aber wo habe ich das Gefühl okay Ich kann ein bisschen aufatmen.
00:47:50: Und für mich ist es Bewegung, für mich isst es Physiotherapie Für mich ist ja auch mal eine Serie gucken zum Konzert gehen oder auch mal spazieren gehen
00:48:03: Ja, und ich finde das ist so wichtig.
00:48:05: Und auch glaube ich teilweise unterschätzt wie unfassbar wichtig sich das
00:48:10: ist,
00:48:11: sich bewusst zu überlegen was tut mir wirklich gut?
00:48:14: Gerade
00:48:14: in unserer Leistungsgesellschaft muss man ganz klar sagen wir sind so darauf getrimmt zu leisten irgendeinen Beruf auszuüben, irgendein Bildungsweg zu durchlaufen
00:48:24: Ja, oder auch schnell wieder in dieses vermeintliche Funktionieren zu kommen.
00:48:27: Von gut jetzt hat sie vielleicht mal, weiß ich nicht zwei, drei Wochen die kannst du ein bisschen depres sein aber dann bitte auch wieder nicht weil muss der arbeiten oder was wird immer leisten.
00:48:36: und ja auf einer Art stimmt das weil irgendwo müssen wir alle irgendwo ein bisschen funktionieren und unser Leben
00:48:42: ist meistern.
00:48:42: Möchten wir wahrscheinlich auch ein Stück weit?
00:48:44: Ich bin zum Beispiel so, ich brauche schon meine Struktur, ich brauch eine Aufgabe voll.
00:48:51: bringt auch nicht viel, sich jahrelang dann einzugraben oder vermute ich gar nichts.
00:48:56: Aber trotzdem zu sagen, ich muss eine Balance haben aus ja, ich kann wieder funktionieren.
00:49:03: Ich kann aber auch immer noch mal wieder traurig sein und ich kann aber total fröhlich sein und schöne Dinge machen.
00:49:08: Und das heißt nicht dass ab dem Moment die Traurigkeit für immer weg ist, aber es bedeutet eben auch, dass ich wieder das Leben genießen kann.
00:49:18: Ich muss aber trotzdem sagen, dass ich natürlich Freude ganz anders anfühlt als früher.
00:49:22: Also ich bin immer noch nicht an dem Punkt das ich sagen würde.
00:49:25: es fühlt sich ähnlich an zu früher so die auch positive Emotionen.
00:49:29: Das ist irgendwie empfinde ich das als viel mehr Arbeit als früher diese positiven Emotion herzustellen.
00:49:35: also ich weiß nicht ob du weißt was ich meine.
00:49:38: Früher war das so natürlich dass man sich dann halt einfach gefreut hat und jetzt kostet das richtig Kraft bis man diesen Moment von, ich empfinde gerade Freude wieder hat.
00:49:50: Obwohl ich es mir natürlich wünschen würde und dann auch Sachen mache die mich früher genau schnell glücklich gemacht haben oder so aber ist irgendwie was anderes geworden und vielleicht muss man sich daran gewöhnen.
00:50:01: Ja das glaube ich irgendwie auch weil ich glaube so diese... naja ja es ist auch keine Naivität aber ein bisschen dieses leichtere Blick ausleben der dann irgendwann einfach sich verändert.
00:50:15: Genau, den will man nicht zurückkriegen und diese Erfahrung bleibt ja auch für immer.
00:50:19: aber versuchen so ein bisschen wieder dahin zurückzukommen, auch wenn es sicherlich dauert oder sich einfach verändert hat für immer.
00:50:30: Was würdest du dir wünschen also einmal für dich?
00:50:34: Aber auch aus deinem Ehrenamt heraus für andere die eine Trauerfahrung gemacht haben?
00:50:41: Unterstützung offenes Ohr und dass das Thema auch eine größere positive Aufmerksamkeit in der Gesellschaft bekommt, weil ich immer noch die oder überhaupt die Erfahrung mache, dass es sehr tabuisiert ist.
00:50:57: Dass sehr wenig darüber gesprochen wird und wenn dann auch sehr viel mit Respekt und Berührungsängsten – und das kenne ich schon von meiner Biografie von Der Behinderung aus – da schon viel mit Berührungsengsten einhergeht und wenn ich das dann noch in der Trauer habe, ist auch irgendwann so der Punkt für mich dass ich sage irgendwo müssen wir anfangen.
00:51:17: Irgendwo müssen ja vermeintliche Tabus auch mal aufgebrochen werden.
00:51:22: und Trauer ist wie mir Leute schon oft gesagt haben halt auch ein Lebensthema weil jeder würde es früher oder später leider erleben müssen.
00:51:34: Es gehört zum Leben dazu.
00:51:35: und dann ist es halt auch umso ironischer dass Leute sich da so, oder die Gesellschaft sich davor verschließt.
00:51:43: Oder sich damit schwer tut und gleichzeitig kann man das niemanden verübeln weil es ist ein schweres Thema, es wünscht sich keiner.
00:51:51: Und es gibt halt auch muss man auch fairerweise sagen wenig Aufklärung dazu, wenig Berührungspunkte damit wenn man nicht gerade zufällig in der sozialen Arbeit irgendein Trauerseminar belegt hat, Trauerarbeit-Seminar oder selber eine Ausbildung, Fortbildung irgendwie gemacht hat.
00:52:08: Dann ist das einfach ein Thema was jetzt nicht so oft auf dem Tisch liegt sozusagen.
00:52:15: Absolut!
00:52:16: Das
00:52:17: würde ich mir wünschen.
00:52:18: Ja
00:52:19: auch diese Berührungsangst irgendwo so ein bisschen abzudenken.
00:52:21: Ich glaube dass es manchmal da gerade aus Man kann mit Blöden setzen, auch blödes Verursachen.
00:52:26: Ja
00:52:27: oder so floskelne Zeit hat alle Wunden geht jetzt besser keine Ahnung.
00:52:32: Ist das schon lange her?
00:52:33: Kann es euch
00:52:34: mal glücklich sein?
00:52:35: er würde wollen dass du glücklich bist.
00:52:39: Ja gut gemeint stimmt
00:52:40: ja auch irgendwo.
00:52:42: Ja aber auch nicht alles stimmt und vieles tut auch weh und hilft nicht.
00:52:48: Wie geht denn aber dieses Sprichwort mit schlechter Rad?
00:52:50: ist schlechte Tat schlecht?
00:52:52: Ja, ich glaub du was hast.
00:52:54: Schlechter Tat ist schlechter Rat?
00:52:56: Keine
00:52:56: Ahnung.
00:52:59: Genau!
00:52:59: Aber ja diese vermeintlichen Ratschläge oder Lebensweisheiten kann man sich vielleicht dann oft auch sparen.
00:53:06: aber bevor man ganz schweigt und gar nicht sich traut das Thema anzusprechen, vielleicht auch lieber mal eine Frage stellen.
00:53:12: Und wie schon sagte man kann auch niemandem böse sein wenn das Thema einfach gesellschaftlich komplett fehlt oder im Hintergrund ist Fehlen halt auch die Rührungspunkte damit.
00:53:22: Also wie sollen das Leute irgendwie lernen?
00:53:25: Aber dann umso wichtiger ist es halt, dass diejenigen, wie wir jetzt auch, darüber sprechen eben auch.
00:53:33: Ja glaube ich auch und ich habe das schon öfter gehört, dass mir auch Freunde gesagt haben wo ich weiß gar nicht ob ich sich da so drauf ansprechen darf meinen Weg ist, aber der auch individuell immer sagen kann.
00:53:44: Du kannst dich immer darauf ansprechen wirklich und selbst wenn es eine Phase ist wo ich sage wo ich will da gerade nicht drüber reden dann könnt ihr das auch sein.
00:53:53: Aber besser ja einmal drüber sprechen oder fragen oder wie auch immer anstatt diese Angst zu haben von uuh!
00:54:00: Das kann ich aber bei dir nicht ansprechen oder traue ich mich nicht?
00:54:04: Ja
00:54:04: ich sag auch immer besser kommunizieren Und meinetwegen auch mal in Anführungsstrichen was Falsches sagen, das macht man ja in anderen Situationen auch.
00:54:13: Dass man sich nicht darüber bewusst war dass es jetzt falsch war zum Beispiel was man gesagt hat dann ist es einfach so.
00:54:19: aber bei dem Thema ist es sofort so oder dann spreche ich lieber gar nicht und das tut manchmal mehr weh
00:54:26: wenn man
00:54:27: auch gar nicht so den Raum dafür hat dann wird's ja auch nicht unbedingt besser.
00:54:30: also eh nie komplett besser so wie sich andere Leute das vorstellen.
00:54:34: Aber dann geht's einem halt auch selber nicht unbedingt schneller, besser oder... einem gelingen wieder Dinge besser, wenn man es nicht ansprechen darf.
00:54:45: Ja total das sehe ich ganz genau so und ich finde auch sich irgendwie zu überlegen mit wem und in welchem Rahmen kann ich da gut drüber sprechen?
00:54:52: Man muss ja auch nicht mehr jedem immer darüber im tiefsten Kontext sprechen.
00:54:56: Nein!
00:54:57: Aber wer...
00:54:58: Und ich sage dass zum Beispiel hier auch nicht in jeder Situation nämlich neue Leute irgendwie kennenlernen, sag ich ja auch nicht.
00:55:04: Hey!
00:55:04: Ich bin die Trauernde.
00:55:08: Ja keine Ahnung das sage ich halt doch nicht unbedingt aber ich mache da halt auch umgekehrt kein Geheimnis draus.
00:55:14: also wenn es mal kommt dass eine Frage in die Richtung geht dann sage ich das natürlich auch
00:55:22: total und ich finde das ist auch ich habe das manchmal so weiß nicht meine neue Leute kennenlernt und die fragen, was machen deine Eltern so?
00:55:28: Und dann sage ich ja, meine Mutter lebt nicht mehr.
00:55:30: Oh, das tut mir leid!
00:55:31: Oh Gott Entschuldigung!
00:55:32: Ja alles gut.
00:55:34: Also diese Frage,
00:55:35: die du gestellt
00:55:36: hast war nicht schlimm und es ist okay, dass wir das erzählen.
00:55:38: Auch nicht
00:55:39: zu nahe getreten
00:55:41: sind.
00:55:42: Du bist jetzt in kein Fettnäppchen oder irgendwie sowas getreten.
00:55:44: Nein.
00:55:45: Total.
00:55:47: Ich danke dir so sehr, das war so wertvoll mit dir zu sprechen.
00:55:51: Gibt's doch
00:55:52: irgendwas...
00:55:54: Giss doch irgendwas, wo du sagst?
00:55:55: Oh da haben wir noch nicht drüber gesprochen.
00:55:57: oder das wäre dir noch ein wichtiger Aspekt.
00:55:59: Das Einzige was ich auf jeden Fall noch sagen kann ist dass wir immer wieder neue Ehrenamtler und auch gerade neue Ehranamtler in den Suchen.
00:56:09: d.h.
00:56:11: jeder der sich gerade angesprochen fühlt er kann sich auch gerne bewerben und doch etwas bleibt googeln recherchieren
00:56:20: Cool.
00:56:20: Stimmt, wäre noch eine wichtige Frage gewesen die ich hätte auch stellen sollen.
00:56:24: Genau wie kann man sich engagieren?
00:56:26: Also über ihren Amt und aktiv werden und ja... Go for it!
00:56:32: Also
00:56:33: niemand ist alleine und gerade auch wenn man jung ist sind die Angebote dass wir zum Beispiel auch was ich mir wünschen würde das es mehr Angebote für jüngere Leute gibt weil es eben unterschiedlich sein kann Ja, von der Altersgruppe eben auch mit Gleichgesinnten auch mal sprechen zu können.
00:56:50: Statt irgendwie mit älteren Leuten dann in einer Trauergruppe zu sitzen.
00:56:55: Dementsprechend würde ich mir wünschen dass die Angebote mehr werden und gleichzeitig gibt es welche wie den Chat, wie eine Trauer Gruppe.
00:57:02: da gibt es schon Wege das man nicht alleine dadurch muss komplett zumindest nicht.
00:57:07: Also jeder ist irgendwie musste alleine durch.
00:57:09: natürlich wäre das gelogen wenn man jetzt sagt niemand müsste alleine durch Aber auf
00:57:15: eine Art auch nicht, wenn man sich Unterstützung sucht.
00:57:19: Das stimmt!
00:57:20: Ja super schöne Schlusswort so... Man ist damit per se nicht alleine.
00:57:24: leider gibt es viele die es irgendwo betrifft und man darf sich Unterstützung suchen
00:57:29: Und viele sind ja auch so legitimerweise dass sie sich ungern dann zeigen oder in ne Gruppe setzen.
00:57:34: haben wir zum Beispiel oft auch Leute im Chat die irgendwie schreiben in eine Trauergruppe, fühlen sie sich vom Gedanken her schon nicht so wohl.
00:57:41: Weil sie nicht wissen wie das sich anfühlt und Schiss davor haben was ich verstehen kann.
00:57:47: Ja aber gleichzeitig gibt es halt auch dann sowas wie den Trauerscheld wo man eben auch anonym sein kann.
00:57:54: Und gleichzeitig kann ich sagen Trauerruppe kann auch sehr wertvoll sein.
00:57:59: Ist immer die Frage was man so braucht und was man auch für ein Typ von Mensch ist.
00:58:03: Total voll!
00:58:04: Ja, und vielleicht auch gehen nach dem wo man gerade selber auch noch so steht.
00:58:08: Ich weiß noch so das erste Jahr mir ist es so schwer gefallen über zu weinen.
00:58:12: Und ich kann mir das total irgendwie abtrainiert.
00:58:14: Das
00:58:15: geht mir immer noch so phasenweise.
00:58:18: Also krass dass man sich das so aktiv abtraining.
00:58:20: Aber irgendwann habe ich gemerkt war ich rede grade hier so pragmatisch
00:58:25: Rüber?
00:58:26: So nüchter.
00:58:27: Ja,
00:58:28: als wäre das fast schon eine Geschichte die ich nur von wem anders erzähle dass sie auch gedacht hat puh okay mit wem traue ich mich auch wirklich mal zu weinen?
00:58:35: so und deswegen finde ich es halt so ein Trauer Chat auch so wertvoll wenn man jetzt sagt boah ist mir ein bisschen doll mich jetzt mit vielen anderen Trauern in einen Raum setzen Genau.
00:58:46: Also sich in so ein Trauerchat zu setzen, wo ich erstmal nicht mein Gesicht um mich meine Emotionen zeigen muss?
00:58:52: Absolut!
00:58:53: Finde ich extrem wertvoll vielleicht auch für sich als ersten Schritt bevor man dann sagt okay und jetzt fühle ich mich bereiter um in eine Gruppe zu gehen face to face und vielleicht auch wirklich zu weinen oder welche Emotion noch immer rauszulassen.
00:59:05: Oder
00:59:05: man braucht es halt andersrum und sagt erst mal ne Trauergruppe und dann Trauerchater gibt's ja keinen richtig und falsch Voll.
00:59:13: also
00:59:14: Ja
00:59:15: Voll.
00:59:15: Und es gibt ja bestimmt auch Leute, die sagen Chat ist ja gar nicht meins weil's mir zu anonym ist kann ich auch voll nachvollziehen.
00:59:22: aber für mich machts die Mischung
00:59:25: total wie ich
00:59:26: eben schon gesagt hab aus Trauergruppe und Chat.
00:59:29: Ja dann auch die verschiedenen Rollen.
00:59:31: Ich als Trauern in der Trauer Gruppe und im Trauer Chat halt eher die Fachkraft In Anführungen strichen die jetzt keine Fachkraft in dem Sinne da ist Aber Zumindest im Vergleich.
00:59:44: Ich bin ja dann nicht die Teilnehmerin vom Chat.
00:59:46: Ja,
00:59:47: die Begleiterin dann irgendwie, ne?
00:59:48: Ja total!
00:59:51: Super schön, dass du deine Geschichte und deinen Ehrenabend mit uns geteilt hast.
00:59:55: Vielen vielen Dank!
00:59:56: Du bist der erste Ehrengast von Schwesti.
00:59:58: Ich fühl mich geirrt!
01:00:00: Kannst
01:00:01: du?!
01:00:02: Super
01:00:02: richtig!
01:00:03: Dankeschön!
01:00:05: Super wichtiges Ehrenamt.
01:00:06: Mega cool, dass Du das machst Ja, Schwesties.
01:00:09: Falls ihr auch Lust habt euch zu engagieren, recherchiert das, guckt mal was es so für Angebote gibt oder wie ihr euch engagieren könnt wenn ihr darauf Lust habt
01:00:18: und... Niemand muss da komplett alleine durch.
01:00:20: Sure!
01:00:22: Genau, auch wenn ihr gerade trauert oder schon vor längerer Zeit jemanden verloren habt schaut mal was euch gut tut ob ihr euch nochmal Unterstützung suchen wollt.
01:00:30: Es ist nie zu spät Und es gibt Menschen die unterstützen können Und die großartige Arbeit leisten.
01:00:38: Vielen Dank, Lara!
01:00:40: Ja sehr gerne und danke dir auch.
01:00:43: Es ist jetzt schon richtig spät.
01:00:44: Wir werden...woah, zwanzig Uhr eins?
01:00:48: Von daher ist es dunkel draußen.
01:00:50: Beenden wir mal den Abend.
01:00:51: Vielen vielen dank für deine
01:00:52: Zeit.
01:00:55: Schwestis das war die Bonusfolge zum Podcast
01:01:01: Towns.
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