Schwestie Kathrin Gehlert: Essstörung & Sportsucht. Ihr Weg zur Autorin & Präventionsarbeit mit EssBalance
Shownotes
**Triggerwarnung! **In dieser Folge sprechen wir über die Themen Essstörung & Sportsucht. Prüft bitte gut für euch, ob ihr euch diesen Themen annehmen könnt und möchtet.
In dieser Folge spricht Jenny mit Kathrin Gehlert von EssBalance. Sie hat unter Magersucht und Bulimie gelitten und zwei Monate in einer Fachklinik verbracht, an die sich weitere Jahre der Gesprächs- und Psychotherapie anschlossen. Kurze Zeit nach dem Klinikaufenthalt überlebt sie gerade so eine innere Blutung mit daraus folgendem Koma. Eine Bauchnarbe bleibt. So auch die Erinnerungen und die Erfahrungen dieser bewegten Jahre, die Kathrin Gehlert heute für ihre Präventionsarbeit mit EssBalance nutzt. Sie begleitet, klärt auf und warnt vor den Folgen von Essstörungen und zwanghaftem Sportverhalten. Mit ihren zwei autobiografischen Romanen "Aderfeuer - Im Bann der Magersucht" und "Komafeuer - In der Gewalt des Todes" fasst sie ihr Erlebtes in Worte.
Wir sprechen über ihre Geschichte, Jennys' Aufwachsen mit ständigem Vergleichen von Körpern, Essverhalten und Optik sowie Kathrin Gehlerts' heutiger Präventionsarbeit mit EssBalance und dem Schreiben ihrer zwei Romane.
Links:
EssBalance: https://ess-balance.com/
Einblicke in Kathrin Gehlert's Präventionsarbeit: https://www.aloisiuskolleg.de/aktuelles/aktuelles-detail/praeventionsveranstaltung-essstoerungen-und-sportsucht, https://ncg-bonn.de/suchtpraevention-kathrin-gehlert-von-essbalance-zu-gast-am-ncg/
Instagram: https://www.instagram.com/essbalance_kathringehlert/, https://www.instagram.com/kathrin_gehlert/
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen bei Schwesties.
00:00:01: Ich spreche heute mit Kathrin Gelat, sie hat S-Ballons gegründet und berät und begleitet dabei Menschen mit Essstörungen oder zwanghaftem Sportverhalten.
00:00:15: Wir haben über ihre ganz persönliche Geschichte und Erfahrung mit diesem Thema gesprochen wie es bei ihr damals zu einer Essstörung und Sportsucht kamen Klinikaufenthalt behandelt wurde, wie sie daraus zwei Bücher geschrieben hat und jetzt heute Präventionsarbeit leistet an Schulen und für Betroffene sowie auch für Angehörige.
00:00:41: Es ist eine sehr persönliche und auch sehr tiefgründige Folge.
00:00:45: von daher schwerst du es.
00:00:47: überlegt bitte ob das Themen sind mit denen ihr gut klar kommt?
00:00:51: Ob das für euch gerade passt.
00:00:54: Auch ich berichte davon meiner Jugend, wo ich da mal so ein leicht reingeslidelt bin in das Thema Erstörung.
00:01:01: Ja von daher wie gesagt prüft er bitte gut für euch auch ihr euch diesem Thema widmen wollt und könnt.
00:01:09: die liebe Kathrin Gelat ist eine total inspirierende herzliche warme Person.
00:01:14: Ich bin ganz dankbar für dieses Gespräch.
00:01:17: von daher starten wir mal direkt rein.
00:01:44: Katrin Gelat, herzlich willkommen bei Schwesties.
00:01:46: Vielen Dank, dass du heute bei uns bist!
00:01:48: Ja ich freu mich auch riesig... Also echt?
00:01:51: Das ist ein bisschen spannend.
00:01:52: verfolgt die letzten Wochen eure Folgen.
00:01:54: Sehr
00:01:54: cool.
00:01:55: Du bist für dich auch wieder eine super spannende und inspirierende Gastschwestie.
00:01:59: daher vielen dank das du heute dir Zeit nimmst mit mir zu quatschen.
00:02:02: Du wirst nämlich Mama, Autorin und berufstätig und auch Gründerin von S-Ballons und machst Präventionsarbeit an Schulen überall, wo es gebraucht wird.
00:02:15: Also letztendlich überall zu den Themen Essstörung, Bulimie, Magersucht, Binge-Eating, Sportsucht und hast da ja auch selber eine sehr bewegende persönliche Geschichte.
00:02:25: von daher danke dass du dir die Zeit nimmst das mit uns heute zu teilen und zu besprechen und ich finde deine Arbeit total wichtig und so relevant.
00:02:35: Ja vielen Dank!
00:02:36: Ich habe mich echt auch riesig über die Anfrage gefreut.
00:02:39: man wundert sich ja immer wer auf einen stößt.
00:02:43: Manchmal denke ich auch immer menschlich.
00:02:44: so schade, dass das Thema so bagatellisiert wird oder nicht so viel darüber gesprochen wird.
00:02:50: Umso mehr freue ich mich natürlich, dass es heute klappt, dass ich ein bisschen mehr darüber sagen kann und vor allem viel mehr Menschen.
00:02:57: Ja total!
00:02:59: Magst du einmal da einsteigen?
00:03:01: Ich weiß nicht, ob dir das jetzt direkt zu schnell ist als Einstieg.
00:03:04: Aber vielleicht passt es für dich sonst sag's einfach gern.
00:03:07: Da einsteigend wie du persönlich mal vielleicht auch als Kind oder wann so deine Erinnerung startet mit dem eigenen Körperbild aufgewachsen bist.
00:03:18: Ja, also das ist nämlich auch immer so eine Frage in meiner Veranstaltung.
00:03:22: Weil als Folge meiner Essstörung hatte ich dann eine innere Blutung mit einem Koma im Anschluss und daraufhin habe ich halt sehr viel vergessen.
00:03:31: Ich musste tatsächlich sehr viel nachlesen Also was es meine Kindheit betrifft oder auch meine Familie fragen anhand von Bildern und so dass ein bisschen rekonstruieren um halt dahinter zu blicken woher das tatsächlich gekommen ist Und bin an manchen Dingen auch schlauer geworden in manchen nicht und habe dann aber auch für mich beschlossen, okay ich mache da jetzt keine weitere Forschung draus.
00:03:53: Was ich halt weiß ist für mich halt dass ich schon als Jugendliche, als Kind also so mit Mitte-Fünfzehn ungefähr das es dann also in der Pubertät so anfängt, dass ich gedacht hab Mensch, so wie ich bin, bin ich irgendwie nicht richtig?
00:04:06: Und ich muss irgendwie anders sein und habe halt auch gemerkt wenn ich jetzt zum Beispiel die Labels Fünf Null Eins nicht nur von der Stange kaufe sondern wenn ich dir dann noch Barticke Das ist irgendwie cooler und dann krieg ich mehr Aufmerksamkeit.
00:04:18: Und vielleicht auch die Doc Martins, die damals innen waren nicht nur in schwarz sondern auch in lila und grün hatte so irgendwie.
00:04:25: Ich war halt auch auf einer Mädchenschule und dann hatte ich das Gefühl irgendwie, ich möchte wieder zugehören und hatte eigentlich das Problem immer... Den Eindruck hatte ich, werden nicht gesehen.
00:04:36: Das war auch sehr schwierig damals in meiner Jugend und Kenntheit.
00:04:39: Und das Spiel hat auch auf eine Rolle, hat das Ganze mitgeprägt, zieht sich durch meine zwei Romane Aderfeuer- und Kummerfeuer als Thema... So ist es dann halt gestartet, aber eigentlich so schleichend.
00:04:56: So ist alles weiter entstanden!
00:04:59: Ja, hefte ich auch irgendwo wie früh das so anfängt.
00:05:02: Dass man für sich merkt, okay da sind gewisse Themen, Wünsche, Ideale irgendwo auch.
00:05:08: Erinnerst du dich noch daran welches Verhältnis du zum Essen hattest?
00:05:12: Also es war tatsächlich eher so dass ich ja kräftig gewesen bin und dann auch irgendwann mal angefangen habe sie mit meinem ersten Freund dann EDE zu machen.
00:05:21: also ich hab dann World Watchers gemacht, Punkte gezählt und hab dann auch erfolgreich fünfzehn Kilo abgenommen Fitnessstudio angemeldet und da hat das alles noch sehr normal angefangen.
00:05:33: Und da habe ich mich halt schon intensiver dann auch mit dem Körper auseinandergesetzt, und auch geguckt was machen denn die anderen?
00:05:40: Wie kann man das noch optimieren?
00:05:42: wie kann ich mich optimieren also unterhalb durch die Schule halt auch durchs Abitur und so entsteht dann halt auch sehr schnell dieser innere Druck dass man gerade wenn man halt mit Mädchen nur zusammen ist und die eine hat an ihr fährt, die andere hat ja Auto schon.
00:05:56: Und haben alle ihre schönen langen Haare und sehen so toll aus meiner Perspektive damals.
00:06:01: Ich fühlte mich halt immer ein bisschen zu kräftig dieser ständige Vergleich.
00:06:07: Das hat mich dann doch sehr geprägt und getriggert irgendwie was am hier verändern zu müssen.
00:06:12: So hat das Ganze eigentlich angefangen bis es auch zu den entsprechenden Beziehungen gekommen ist, die das ganze dann noch verstärkt haben.
00:06:21: Ja, ich erinnere mich da auch so an meine Jugend.
00:06:24: Bei mir war das irgendwo auch ähnlich.
00:06:25: War auch eher ein kräftiges Kind und bin auch gefühlt früh mit seinem Gefühl aufgewachsen von, oha!
00:06:31: Ein bisschen weniger wär besser oder achte mal drauf und lieber du nicht das zweiteste Kuchen oder wie auch immer.
00:06:39: Und ich war auch noch in dem Alter ja so vierzehn, würde ich sagen, fing das an.
00:06:44: Waren wir alle total in diesem Germany's Next Topmodel-Film?
00:06:49: Ich weiß noch teilweise in der Schule standen wir dann an der Heizung irgendwie nebeneinander und haben verglichen, wer jetzt die größere Oberschenkellücke hat.
00:06:56: oder wäre jetzt die Größe thirty-two Schaft zu tragen.
00:07:00: Oder also da auch schon dieses Vergleiche und dieses Dünn ist besser und wer könnte Topmodel werden?
00:07:06: Und wer hat die Lücke?
00:07:08: Das ist auch so ein krasser Einfluss irgendwo!
00:07:12: Ich weiß nämlich auch noch ich hatte dann einen relativ starken Wachstumschub mit fünfzehn-sechzehn.
00:07:17: Da war ich da mal ein zwei Jahre wirklich sehr schlank Wie ich da aber auch dann für gelobt wurde, also was man auch so im Außen für ein Feedback gespiegelt bekommen von oder steht ihr aber das du abgenommen hast oder so.
00:07:29: Das war auch total intensiv und auch da.
00:07:33: trotzdem habe ich mich auch total mit Diäten beschäftigt und immer in irgendwelchen Zeitschriften die neuesten Hacks gelesen und wo ich rückblickend auch denke Wahnsinn irgendwo dass es so früh schon noch startete.
00:07:46: aber auch in diesem Vergleich Magst du denn auch berichten, wie es bei dir so sich abzeichnete oder so startete mit dem Thema Sportsucht und
00:07:57: Hess-Störung?
00:07:58: Ja natürlich.
00:07:59: Also das fing dann wirklich also mit meiner ersten Beziehung.
00:08:02: lieber hatte ich ja dann so mit achtzehn wo ich dann ausgezogen bin.
00:08:05: Das war nicht meine erste Beziehungen aber meine erste feste Beziehungsbeziehung mit dem ich da noch zusammengelebt habe als dass dann zu Ende ging hab ich dann halt auch gemerkt irgendwie Ich muss jetzt was machen, da hatte diese Diät halt nicht mehr gereicht.
00:08:16: Also die Weltwoche, die ich damals gemacht habe und dann war ich halt normal im Fitnessstudio Und dann war am Wochenende mit einer Freundin tanzen in so einem Club und hatte auch schon ein bisschen abgenommen und fühlte mich so ein bisschen besser und Dann hab' ich jemanden kennengelernt total durchtrainiert Teil viel Muskulatur und ich so wow der sieht ja toll aus und Ja haben sich mit dem bisschen rum geflirtet und er hat mich dann angesprochen.
00:08:40: Dann haben wir Nummern ausgetauscht und dann haben wir uns ein paar Wochen später getroffen.
00:08:45: Und dann stellte sich heraus, dass er Bodybuilder ist... ...und dass er halt auch trainiert für die Bühne usw.. Ich fand das damals total beeindruckend!
00:08:55: Hab gar nicht gesehen, dass es irgendwie problematisch sein könnte oder habe das nicht hinterfragt?
00:09:00: Ich fand's halt eher toll und dachte auch cooler Typ und so Naja, dann haben wir uns halt nie kennengelernt.
00:09:05: Und mit der Zeit habe ich halt auch gemerkt okay was macht er denn noch so außer Trainieren?
00:09:09: Also es ging jetzt nicht nur um fährt in die Muckibude also für ihn war's wirklich eine klassische Mucki-Bude.
00:09:15: So ein bisschen abgeranzt und ich war ja den so einen High End Studio und er war echt wo nur so kräftige Kerle drin waren.
00:09:24: Ich hatte immer ein paar Fotos gesehen und hab gedacht hey ja ja!
00:09:29: Ja.
00:09:29: und dann habe ich auch gesehen dass er halt auch sehr viel Nahrungsergänzungsmittel halt nimmt, diese Proteinshakes und so Egg-Eye-Base und Whey-Proteine.
00:09:37: Und diesen Riegel hier, diesen Riel da... Auch da habe ich mir gedacht auch ja warum nicht?
00:09:42: Und dann hab' ich es aber probiert!
00:09:44: So fing das dann eigentlich so schleichend an, dass ich dann ein bisschen in dieses Thema reingekommen bin mehr auf die Ernährung zu achten und noch mehr Sport zu machen.
00:09:52: Ja, so hat das Ganze angefangen und ich will aber jetzt nichts zu viel vorwegnemen falls ich wieviel ich jetzt schon sagen soll Und sonst erzähle ich auch gern weiter, wie das dann alles weitergegangen ist.
00:10:02: Das Ganze.
00:10:04: Ja, total interessant wieder noch so eine Begegnung irgendwo den Lauf ins Laufen bringt falls man das so sagt.
00:10:10: Also sicherlich kann man nicht sagen die eine Person ist Ausschlaggebend für Alles.
00:10:14: aber klar das ist sicherlich in diese eine Welt in die man abtaucht oder der gewisse Einfluss.
00:10:21: Aber ja wenn du magst erzähl gerne weiter wie es dann weiter ging.
00:10:24: Ja, es war
00:10:24: dann halt schon so dass ich bin dann halt mit ihm auch mal dahin gefahren wo er sich immer berät beraten lässt seine Nährungsplan und sowas.
00:10:32: Und dann habe ich halt auch gesehen das ist jetzt ein Profi Studio und ja dann ging der Vorhang auf dann kam dann sein Trainer und Dann bin ich auch noch irgendwann mal mitgefahren und dann haben sie eine Körper Fettmessung gemacht und da haben Sie mich gefragt ob ich das nicht auch mal machen möchte Und da meinte er so, naja also es wäre ja ganz okay aber für eine Bühne oder so würde das jetzt natürlich nicht reichen.
00:10:54: Das wär halt dann noch zu viel und ich glaube das war der Moment wo ich gemerkt habe ok wenn ich jetzt damit halten will?
00:11:01: Wenn ich dazu gehören will sag' ich mal und wenn auch so toll aussehen möchte, muss ich mehr machen.
00:11:08: Da hat sich für mich einen Schalter umgelegt und ich hab gemerkt ich mache jetzt einfach ein bisschen mehr und der scheint erfolgreich damit sein mein Partner Also mache ich das jetzt auch.
00:11:19: Und es war gar nicht so, dass er mich dahin getrieben hätte oder die anderen.
00:11:23: Es war mehr... Ich selber wollte das halt auch und habe halt irgendwie ja davon geträumt dann auf von so einer eigene Karriere im Bereich der Fitnessklasse in Bodybuilding und hab dann gedacht Ja, ich probiere das einfach mal!
00:11:34: Und dann ging das Ganze so ganz schleichend los, dass ich halt öfter im Fitnessstudio waren zum Laufen und dann war ich halt mehr noch an den Gewichten und da war ich irgendwann fast täglich im FitnessStudio.
00:11:45: Ja, und dann habe ich aber irgendwann auch die Ernährung gestellt.
00:11:48: Und ja, so habe ich dann ganz schnell, also ich hatte am Anfang halt so Mitte-fünfzig Kilo.
00:11:54: Mit der Zeit wurde es immer weniger und das Körperfett ist rapide heruntergegangen.
00:12:00: So bin ich dann irgendwie in den Strudel gekommen und auch nicht mehr raus.
00:12:04: Mein Partner hat das dann zwar wahrgenommen, aber nicht viel gesagt dazu.
00:12:08: Der war halt in seiner eigenen Blase!
00:12:10: Und wir waren dann halt auch zusammen auf so Messen und auch auf Weltkämpfen.
00:12:13: In seinem ersten Wettkampf war ich da mit dabei, das hat mich dann schon geprägt.
00:12:18: Auch diese ganze Industrie, die dahinter steht.
00:12:20: Also jetzt zum Beispiel auf der FIBO, dann diese ganzen Fitnessgeräte, die Fitnessausstattung, die Kleidung, dann wirst du angesprochen, wow sieht total aus, willst du es nicht mal anprobieren?
00:12:30: Dann läufst du damit rum und dann wird ein Fotos gemacht.
00:12:33: Und dann war da auch an dem Tag sogar Sylvester Stallone, mit seiner Marke irgendwie in Stone oder so hieß das mit einem Supplement.
00:12:41: Das war gigantisch schimmig!
00:12:44: Ich habe mich einfach mitreißen lassen und völlig unbedarft, ehrlich gesagt.
00:12:51: Es war schon sehr tückisch das Ganze.
00:12:53: Wie würdest du sagen, war dann in der Zeit auch die Reaktion deines Umfeldes?
00:12:58: Also du sagst grad dein Freund hat das gar nicht so jetzt aktiv irgendwie wahrgenommen oder zumindest weniger kommentiert.
00:13:04: Wie waren sonst so die Beobachtungen oder das Feedback falls es da welches gab?
00:13:10: also als ich dann im Fitnessstudio öfter war und immer mehr war es zum Beispiel so die Trainer und Angestellten dort wow haste wieder abgenommen ja krass super toll.
00:13:21: Dann habe ich mich dann noch für irgendein Spinninkurs angemeldet und da war es mitgemacht.
00:13:25: Und da war ich total anerkannt, je dünner ich wurde.
00:13:31: Ansonsten haben meine Eltern das Ganze sehr akquönisch beobachtet.
00:13:35: Die fanden das überhaupt nicht gut und wollten mich auch von ihm abbringen.
00:13:40: Daraufhin habe ich beschlossen den Kontakt zu meinen Eltern abzubrechen.
00:13:44: Ich hatte das Gefühl die mischen sich damit ein und wollen etwas Schlechtes für mich... Dabei war es natürlich nicht so.
00:13:51: Und ich habe dann halt auch von meinen Freundinnen, da war's eher so die haben gar nichts gesagt.
00:13:56: Das war auch der Punkt weswegen ich dann als ich dann beschlossen habe was dagegen zu unternehmen also ist aber auch schon fast so spät war werden wir wahrscheinlich nachher noch drüber sprechen.
00:14:06: Da hab' ich dann mit meinem ganzen Freundeskreis Kontakt abgebrochen und Jahre später eine wieder getroffen die dann zu mir gesagt hat Hör mal, ich wusste einfach nicht was ich sagen soll.
00:14:16: Ich war total überfordert und es tut mir total leid.
00:14:20: Ich konnte nicht.
00:14:21: Ich wusste nicht, was ich tun soll und was ich sage
00:14:24: soll.".
00:14:24: Und das hat man auch im Fitnessstudio dann zum Beispiel irgendwann gemerkt.
00:14:27: Also irgendwann hat keiner mehr etwas gesagt.
00:14:29: Es hat auch keiner mich davon abgehalten irgendwas zu tun.
00:14:34: Ja, ich bin dann irgendwann sowieso auch nicht mehr hingängig.
00:14:36: Ich konnte auch nicht meer und ich würde auch nicht sagen dass ich denen jetzt irgendwie eine Schuldzuweise oder auch nicht meinen Freunden damals.
00:14:43: aber Heute kann ich natürlich das aus einer ganz anderen Perspektive sehen und kann sagen, okay heute würde ich das so machen oder ihr solltet es so und so reagieren.
00:14:52: Weil ich habe das damals so empfunden oder jemand der betroffen ist, der könnte jetzt Hilfe brauchen und nicht Menschen die halt wegsehen und nichts sagen.
00:15:01: Und seit heute bin ich in der anderen Rolle wieder und kann das ein bisschen anders betrachten.
00:15:06: aber es ist natürlich auch immer leichter gesagt als getan.
00:15:09: Das kann ich mir auf vorstellen
00:15:11: Ja, gerade so diese Hilflosigkeit vielleicht auch im Umfeld gar nicht so genau zu wissen.
00:15:15: Wie ist denn der Anpack, der dir helfen könnte um eben nicht in die Gegenwehr zu kommen von ja du willst ja Nicht das passende für mich oder du bist nicht unterstützen und da wie auch immer sondern ich kann mir das auch voll vorstellen wie schwer dass irgendwo für beide Seiten letztendlich ist weil Du dich natürlich dann auch gesehen und verstanden fühlen möchtest.
00:15:32: aber was sagt das umfeld um dir irgendwo Den spiegel vorzuhalten?
00:15:37: wow wie es sich gerade entwickelt ist es vielleicht nicht mehr ganz gesund.
00:15:41: Aber erinnerst du dich noch daran, wie du dich in der Zeit gefühlt hast?
00:15:45: Also ich habe mich am Anfang total kräftig gefühelt, kraftvoll als ob ich über den Dingen stehe und dass mir niemand was anhaben kann und das ich irgendwie ja über den Ding stehe unter sich gesehen werde und dass das genau das richtige für mich ist, dass ich das Gefühl hatte irgendwie okay jetzt endlich nimmt man mich wahr und endlich werde ich ernst genommen.
00:16:07: Und ich kriege mehr Freundschaften oder da mehr Menschen die mich anschauen was nettes sagen und bin nicht mir so.
00:16:14: das kleine Mauerblümchen sage ich mal wobei so krass war es nie?
00:16:18: ne aber ich habe's halt so empfunden liegt vielleicht auch durch meine familiären Umstände damals so dass sich das gefühl hatte Da wurde ich nicht so gesehen aufgrund der Situation.
00:16:28: Meine Eltern haben eine schwierige Zeit damals durchgemacht und ich hatte das Gefühl, vielleicht ... Ich werde gar nicht so sehen.
00:16:35: Auch wenn sie alles zu mich getan haben, aber vielleicht hat sich trotzdem dieser Eindruck entwickelt.
00:16:40: Das kam dann halt alles über mich wahrscheinlich und dann hat dieses Umfeld genau den richtigen Nerv getroffen und mich da abgeholt.
00:16:48: Und ja, ich fühlte mich erst total stark und hatte das Gefühle, ich kann alles erreichen!
00:16:54: Und das kippte aber dann halt sehr schnell nach, also was heißt da der Schnell?
00:16:58: innerhalb von einigen Monaten merkte ich dann halt schon okay.
00:17:01: Ich kann mich nicht mehr konzentrieren auf der Arbeit.
00:17:03: mir gehen die alle total auf die Nerven.
00:17:05: Ich will meine Ruhe haben.
00:17:06: Ich würde auch gar keinen Fall mehr mit zum Mittag essen weil ich will ja gar nichts essen und ich will auch nicht immer gefragt werden wieso ist du nicht?
00:17:13: Ich habe keine Lust dann irgendwie schnell die Flucht anzutreten wenn diese Mittagspause ansteht.
00:17:19: Das kam halt dazu dass ich mich halt dann irgendwie immer mehr isoliert hab Und dass ich dann irgendwann einfach auch merkte, ich fange an Fehler zu machen.
00:17:26: Ich kann nicht mehr arbeiten.
00:17:27: Da musste ich ja doch zum Arzt gehen.
00:17:29: und dann kam halt auch die körperlichen Folgen, die dann halt schon einsetzten aufgrund der mangelnden Ernährung oder mangelnde Ernährungen und das massiven Sport.
00:17:40: Was waren die körperlichen Erscheinungen?
00:17:43: Also ich hatte zu Anfang habe ich dann so gemerkt, dass irgendwie meine Augen so gebrannt haben.
00:17:48: Ich konnte auch kaum noch so richtig sehen Das habe ich auch in meinem Buch beschrieben, wie so ein Föhn der hinter mir durch die Augenhöhlen pustet und da kommt nur so kalte Luft durch immer so unerbittlich.
00:18:01: Es ist so ein Brennen und irgendwie hatte ich immer das Gefühl am liebsten mache ich die nur noch zu und dann ist es vorbei.
00:18:08: Und ja, dann fing halt auch an mit der Haut dass sie halt immer dünner wurde und ich dann auch einen Bart wuchs hatte also wirklich so ein dichten Pflaum im Gesicht und mit ihr Haare ausgefallen sind oder abgebrochen Oder beides, die mir ja und immer wenn ich dann irgendwie was essen wollte oder so hat sich dann halt mein ganzer Magen direkt rebelliert.
00:18:29: Und ich hab dann so quasi der hat er mir mitgeteilt.
00:18:31: Nee also nee.
00:18:32: und dann habe ich wieder Tee getrunken in Massen.
00:18:34: Ich habe dann einfach nur noch Tee Getrunken den ganzen Tag.
00:18:37: Nur noch einen trockenen Salatkopf und ein Glas Schwarzwurzeln.
00:18:40: das war es.
00:18:41: Das ging so ein Jahr ungefähr so und dabei war ich aber dann bis dahin noch regelmäßig beim Laufen.
00:18:49: Aber als diese ganzen Begleiterscheinungen anfingen, konnte ich halt gar nichts mehr machen.
00:18:52: Dann liege ich nur noch auf der Couch und habe irgendwie gehofft dass sich irgendwie ja ein Weg finde für mich und das es aufhört und hab dann sehr viel Zeit hat auch gehabt um nachzudenken wie's weitergeht.
00:19:05: Wie war denn für dich die Entscheidung?
00:19:07: Wie es weitergehen soll?
00:19:08: wann kamen die?
00:19:10: Die kamen eigentlich als dann der erste Auftritt von meinem damaligen Partner anstand bei seinem Bodybuilding-Wettkampf Wie schlapp ich bin und wie kaputt.
00:19:20: Und dass sich das kaum noch durchhalte, da hab' ich dann auch... Als ich dann wieder nach Hause gefahren wurde, habe ich dann dem Auto hinterher gewohnt.
00:19:29: Dann habe ich für mich geschlossen und gewusst, okay, das war's jetzt!
00:19:33: Ich muss das beenden, es muss irgendwie was
00:19:36: passieren.".
00:19:37: Ja, dann haben meine Eltern regelmäßig bei mir gemeldet auf den Anrufveranforderer gesprochen.
00:19:42: Und ja, ich bin dann mal dran gegangen und hab dann den Kontakt wiedergesucht und hab mich dann halt entschlossen Ich gehe jetzt mal zum Arzt, ich lass mich beraten.
00:19:51: Dann kam halt auch ... dass ich in die Klinik soll und dann war das Gewicht schon so weit runter, dass es gar nicht sicher war, ob ich den Platz überhaupt bekomme.
00:19:59: Da kam erst einmal auf eine Warteliste.
00:20:04: So hat sich das Ganze verändert.
00:20:06: Ja heftig!
00:20:07: Wie viel hast du zu dem Zeitpunkt gewogen?
00:20:09: Wenn du das teilen möchtest?
00:20:12: Ich war dann schon auf ein viertzig Kilo.
00:20:16: Für mich war eigentlich noch nicht Ende.
00:20:18: Ich hab halt noch gedacht, okay also da geht noch mehr.
00:20:21: Also der Körper macht ja auch echt viel und lange mit muss man schon sagen ich habe halt auch gemerkt ich habe dann auch in dem Zuge meine Wohnung gekündigt weil ich dann irgendwann wusste ok ich gehe dann und dann in diese Klinik ich kündige auch meine Wohnung ich will dann nicht wieder hin zurück.
00:20:36: ich habe meine Partnerschaft beendet, meine Wohnung gekündigt mein Job gekündigte und meine Freundschaften alles komplett als ich wusste dann und Und hab dann tatsächlich in diesem Zoo bin ich noch rumgefahren, hab Umzugskartons besorgt.
00:20:50: Also der Mensch ist dann trotz dieser Situation noch zu höchstleistungenfähig.
00:20:56: Habe ich das noch geschafft und alles so zusammengepackt?
00:20:59: Ja, dann alles hinter mir gelassen!
00:21:01: Wie lange hat es gedauert, bist du den Platz bekommen hast in der Kline?
00:21:04: Das waren fast zwei Monate.
00:21:06: Also es waren, ja, ich glaube, sechs Wochen?
00:21:09: Ich bin dann... Ja, das war so.
00:21:11: nach dem Sommerurlaub und diesem Auftritt im Herbst habe ich mich schon da zum Arzt begeben.
00:21:16: Und dann bin ich am sechsten Dezember also an Nikolaus in die Klinik gekommen.
00:21:23: Wie war das für dich in der Klinikum?
00:21:25: Also auch gerade die ersten Tage wie sind deine Erinnerungen?
00:21:30: In den ganzen acht Wochen war ich dort Tagebuch geschrieben, das musste ich auch noch mal nachlesen.
00:21:37: Wie ich mich gefühlt habe, weil ich mich nicht mehr an alles erinnern konnte.
00:21:39: Ja, das war so ein bisschen beklemmend die ersten... Also man kam da an und stand da so'n Weihnachtsbaum und Riesengruppe Leute, die sich dann in den Arm lagen und sie sich verabschiedet haben, weil die dann abreisten.
00:21:51: Ich kam halt also an, ich hatte schon paar Wochen vorher einen Vorgespräch dort mit meiner Mutter Und es war also das zweite Mal, dass ich dann da war und es fühlte sich halt total komisch an und beklempft wo ich dann erst mal hinkomme, in diesen Wartepereich und was da so auf mich zukommt ungefähr.
00:22:08: Aber es war halt eine komische Situation diese Vorfreude von den anderen und das liegt alles vor mir und die Ängste, die man hat nicht zu wissen, was einen so erwartet und was man alles zurücklassen muss und vor allem was danach kommt weil ich bin quasi dann ins Nichts gegangen für mich.
00:22:24: also ich wusste nicht welchen Job ich danach mache.
00:22:27: Ich hatte die Wohnung wo ich einziehen sollte auch nur einmal gesehen.
00:22:31: Ich wusste, ich habe keine Beziehung mehr.
00:22:32: Keine Freunde mehr!
00:22:34: Ich muss ganz von Null anfangen.
00:22:36: Aber es war halt eine bewusste Entscheidung.
00:22:38: Warum glaubst du hast so diese bewusster Entscheidung getroffen?
00:22:42: Warum wolltest du das auch ein Stück weit so dieser ganz harte Cut?
00:22:45: Ich hab halt gedacht okay wenn ich jetzt wieder zurückkomme dann ist es für mich irgendwie nicht zu schaffen.
00:22:52: Es ist das alte Leben und ich will das hinter mir lassen, ich will irgendwie neu beginnen.
00:22:56: Das kann nicht nur, wenn ich diese sagen wir mal die alten Zöpfe, ne?
00:22:59: Wenn man die abschneidet.
00:23:01: Und das gehörte für mich einfach dazu weil ich gedacht habe okay diese Firma haben ja nichts getan.
00:23:06: Die wollten auch immer noch.
00:23:06: mein bestes.
00:23:07: da kam dann auch noch so ein Plakat dahin geschickt und wir freuen uns wenn du wieder da bist.
00:23:11: und also was es tat mir innerlich total weh eigentlich damit von zu trennen.
00:23:15: aber Ich hab halt gedacht, nee ich habe mein Gesicht verloren auch für mich.
00:23:19: Weil ich dachte, ich kann da nicht wieder hinkommen und zu tun als wäre nichts gewesen und ich müsste jetzt irgendwie da so weitermachen.
00:23:25: und das konnte ich innerlich nicht.
00:23:27: und genauso meine Freunde weil ich gedacht habe was soll ich da sagen?
00:23:31: Und die waren ja auch.
00:23:32: also die waren zwar für mich da aber nicht so wie ich es mir halt gewünscht hätte.
00:23:36: und gut von der Beziehung mal abgesehen.
00:23:39: dann habe ich halt auch gedacht Man hat keine Zukunft und er will halt in diese Richtung bleiben.
00:23:44: Und das kann er ja auch tun, und der hat mich halt unendlich geliebt.
00:23:47: Er hat versucht dort Kontakt zu mir aufzunehmen und alles.
00:23:49: Ich habe das aber alles abgeblockt mit meiner Familie auch.
00:23:53: Da hab ich halt bewusst gedacht okay es bringt nichts!
00:23:55: Wenn ich dann wieder in die Wohnung zurückkomme wo ich dann wochenlang umgelegen habe... Das bringt nichts.
00:24:01: und da hab ich gedacht ok dann muss sich einfach ein Neustart machen Einfach.
00:24:06: Einfach, einfach!
00:24:10: Riesending auf jeden Fall gerade auf acht Wochen ist auch eine Art lang aber irgendwie in der Perspektive ja auch nicht.
00:24:17: dann sind es nur wieder zwei Monate.
00:24:19: also wow riesen Schritt auf jeden fall.
00:24:21: wie hast du denn?
00:24:22: Du hast ja auch Tagebuch geführt was ja sicherlich für dich aber da können wir später noch zu auch für andere total wertvoll war.
00:24:30: und Wie war das für dich auch so diese zwei Monate dazu verbringen?
00:24:34: Also gab es auch Momente, wo du gedacht hast, brauche ich Brechs ab und fahr oder geh weg.
00:24:39: Wie wie war diese diese acht Wochen für dich?
00:24:43: Es war die ersten Tage was ziemlich hart weil man muss ja direkt sich in so einer Gruppe zurecht finden.
00:24:49: da ist man mit zwölfen in verschiedenen Krankheitsbildern Man sitzt doch zusammen am Tisch man soll dann da zusammen essen Und dann muss auch zusammen dauert sein man teilt mit jemanden anders mit einem anderen Krankheits Bild dann ein Zimmer Man hat verschiedene Abläufe, also man kriegt dann nur Wasser zum Essen ausgehändigt.
00:25:06: Man darf auch nicht später kommen und es kriegt man gar nicht.
00:25:09: Man muss da ein Hohenheftchen dabei haben, dass das abgezeichnet wird.
00:25:12: zb oder diese ganzen Regeln und Zeiten und diese ganzen Termine, Ergotherapie, Gestaltungstherapie, Physiotherapie Psychotherapie Gruppentherapies Einzeltherapie.
00:25:24: Es gab halt so viel.
00:25:26: Da habe ich am Anfang echt mit sehr überfordert Und man hatte dann auch die vierzehn Tage, die ersten Kontaktsperre.
00:25:32: Das heißt, man durfte niemand von außen sehen oder sprechen und keine Briefe bekommen.
00:25:37: Auch nicht Handy oder so oder mit jemandem telefonieren gar nicht.
00:25:41: Also ich hatte dann totale Isolation also alle, die neu kommen haben das vierzehntage lang.
00:25:47: Das Konzept ist immer noch so.
00:25:50: Ja, das fand ich schon sehr krass!
00:25:53: Aber nach den vierzehrtagen fing es an, dass ich dachte mir geht's eigentlich gar nicht so schlecht Ich kann ja essen.
00:26:00: Und das war dann so.
00:26:01: dieser Irrglaube, dass man so dachte, eigentlich ist alles gut und ich bin gehalten jetzt kann ich wieder gehen ungefähr.
00:26:08: Dann war es eine Weile wieder so gut.
00:26:10: und dass ich dachte, weil am Anfang waren auch nur vier Wochen bewilligt, dass ich nach diesen vier Wochen halt wieder gehe.
00:26:15: Und dann kam so ne Phase da musste man sich entscheiden.
00:26:19: Man macht dann so eine Probe zu Hause.
00:26:21: Das heißt, ich musste danach den vier Wochen oder nach drei Wochen sagen okay Was mache ich da, wo fahre ich hin und wann?
00:26:27: Und dann habe ich mich entschlossen über Silvester zu meinen Eltern zu fahren als Test.
00:26:33: Das hat mir aber auch gezeigt dass die vier Wochen einfach nicht reichen und hab beschlossen nochmal zwei Wochen zu verlängern.
00:26:40: und auch dann war es immer noch nicht so für mich das ich gedacht habe ok ich könnte jetzt problemlos alleine zuhause zurechtfinden mich zurech finden und dann nochmal zwei Wochen verlängert und war am Ende halt die acht Wochen dort
00:26:53: Kann ich mir vorstellen, er ist ja auch Silvester.
00:26:55: Echt schon eine Riesenprobe wenn man es so nennen möchte weil das ist auch ganz erfasst mit so viel Konsum sei's die Essen, Alkohol, Boah also da auch irgendwo mit konfrontiert zu sein.
00:27:06: Ist ja sicherlich dann auch total diesen Ding gewesen Und auch gerade so diese ganze Umstellung wahrscheinlich.
00:27:13: Auch dieser Alltag, den du dir ja dann vor der Klinik aufgebaut hattest in der Klingel noch mal sich da neu anzupassen an die Strukturen und sich dann zu Hause wieder das eigene Leben irgendwo aufzubauen und die eigenen Strukture Wie ging es für dich dann weiter als du aus der klinik raus warst?
00:27:30: Ja also ich dann wieder kam habe ich gewusst okay jetzt gehe ich in diese wohnung die ich nur einmal gesehen hab.
00:27:36: Das war halt ganz komisch Also so fremd.
00:27:40: Ich habe dann die Tür aufgeschlossen und es roch halt fremd, weil es war ja vorher nicht.
00:27:44: Da standen nur Umzugskartons.
00:27:45: Mein Opa hatte noch einen Schrank aufgebaut für mich im Schlafzimmer und ein Bett.
00:27:49: Die Küche stand, ansonsten war da nicht viel.
00:27:52: Und ich musste halt erstmal da irgendwie ankommen.
00:27:54: Das schreibe ich auch in meinem Roman, weil ich da irgendwie das Gefühl hatte, ich komme gar nicht richtig an!
00:28:00: Also das war halt das Problem... Und das hatte auch gar nichts mit der Familie so zu tun und ich war unendlich dankbar.
00:28:07: Meine Großeltern haben mir das halt damals ermöglicht, aber ... Ich hatte einfach das Gefühl, ich komme ja überhaupt nicht an und was soll ich hier?
00:28:15: Und ich kann ja gar nicht Fuß fassen!
00:28:17: Ich komm' mit mir nicht klar... und dann hat sich halt so eine Bulimie bei mir halt entwickelt.
00:28:22: Also ich hab halt gemerkt okay also jetzt hungern will ich ja nicht,
00:28:24: ne?!
00:28:25: Aber ähm....ich kann ja jetzt auch nicht wieder rausrennen und Sport treiben wie eine verrückte Weil.
00:28:31: da war ich auch noch nicht so fit genug für, weil ich durfte ja auch in der Klinik keinen Sport machen.
00:28:35: Also nur so Therapiesport.
00:28:37: hier ging aber kein richtigen Sport durch die Sportsucht.
00:28:41: und dann habe ich gedacht was mache ich?
00:28:43: Dann hab' ich angefangen halt mit diesen Anfällen oder auch leider mit Selbstverletzungen also mit Ritzen um halt diesen Schmerz irgendwie, diesen Druck diese Ängste loszuwerden.
00:28:54: Und das war halt die ersten Wochen war es ziemlich heftig Und da ist er dann auch, wenn ich jetzt an meinen Vorträgen immer bin.
00:29:02: Das ist auch mal der Punkt wo ich jetzt dran zurückdenke und denke, da hätte ich jemanden gebraucht, der mich versteht weil er das kennt, weil er es auch einmal durchgemacht hat und daraus gekommen ist und jetzt sagen kann okay ich kenne dass aus eigener Erfahrung bei mir war das so und so.
00:29:17: Du kannst mich dann anrufen oder wir können zusammen den Kochtopf auf den Herd stellen.
00:29:21: Oder wir können zum Einkaufen gehen, oder ich komme vorbei du kannst mich anrufe wie auch immer jemand der so ein bisschen sich da reinversetzen kann weil ich sage mal meine Eltern hätte ich da nie angerufen in so einer Situation oder meine Oma und mein Opa das sind auch andere Generationen die das auch teilweise gar nicht nachvollziehen können was auch nicht böse gemeint ist.
00:29:38: aber es ist halt so dass sind doch Menschen die mit solchen Krankheiten auch gar nicht groß geworden sind oder das gar nicht kennen.
00:29:45: Deswegen war es für mich halt die ersten Wochen ziemlich heftig.
00:29:48: Ich hatte dann aber auch eine Therapie und da bin ich einmal die Woche hingegangen, das hat mir dann immer so ein bisschen Mut gemacht.
00:29:55: Aber es war schon ein ziemliches Wechselbad, zumal ich ja dann noch einen neuen Job suchen musste, dass auch irgendwie alles alleine auf die Beine stellen musste dann.
00:30:03: Wahnsinn!
00:30:04: Ja was da alles zusammenkam und ich verstehe auch total, was du gerade sagtest, vielleicht vor Familienangehörigen... oder auch anderen Generationen diese Scham irgendwo auf eine Art, die vielleicht da auch mit beischwingt.
00:30:17: Weil ich weiß auch noch unser Opa beispielsweise der kannte auch noch Krieg und bei dem war es immer ganz wichtig alles auf zu essen und den Joghurt am besten auszukratzen und so Essen ganz doll zu würdigen was ich auch total wichtig und schön finde und fand.
00:30:34: Wo ich aber auch, als ich in dieser Phase war, so vierzehn-fünfzehnt.
00:30:37: In diesem Gefühl von ist mal weniger und sei mal dünner und soweit dann sofort auch eine Zeit lang – und ich weiß gar nicht rückblickend wie lange die war – aber eine Zeit hatte wo ich durchaus auch mal Essen wieder ausgebrochen habe oder Essen nur hin und her geschoben hab damit es irgendwie so aussieht, das hätte ich gegessen, aber er war ja nix!
00:30:56: Und das war aber auch so ein Ultrascharm-Gefühl von, krass bei Opa lernen wir jeden Löffel irgendwie auszukratzen und zu würdigen.
00:31:04: Und ich kotze das Essen hier wieder aus!
00:31:06: Also diese Frage, wem kann ich mich dann anvertrauen?
00:31:10: Der das irgendwo versteht und deswegen verstehe ich voll was du auch sagst diese Personen dann zu brauchen die vielleicht selber mal in der Situation war oder zumindest sehr gut nachvollziehen verstehen kann um sich da eben verstanden zu fühlen die Angst zu haben, noch Kritik oder Schuldvorwürfe zu kriegen.
00:31:29: Was ich auch total spannend finde, berichte gerne wenn du da auch magst.
00:31:33: Du hattest ja die Tagebucheinträge primär erst mal für dich geschrieben ohne jetzt vielleicht direkt die Idee zu haben von wow, daraus mache ich einen Roman!
00:31:43: Aber
00:31:44: hatt es dann ja eine ganz spannende Begegnung wo du wirklich jemandem helfen konntest durch deine Erfahrungen?
00:31:51: Magst du da vor Berichten wie das dazu kamen?
00:31:54: Ja, natürlich.
00:31:54: Weil das ist ja auch so der ... die zündende Kraft gewesen, dass ich dann meinen Roman daraus geschrieben habe quasi.
00:32:03: Es war einfach ein Zufall!
00:32:04: Ich hab in meinem Job, hatte mit einer Kollegin gesprochen was ich am Wochenende mache und was sie so macht haben wir uns ausgetauscht.
00:32:10: Dann meinte ich, ich schreibe ein bisschen mein Buch weiter.
00:32:13: Das mach' ich für mich.
00:32:15: Ich hab mir gerade meine Tagebücher letztens ausgegraben.
00:32:17: Achja?
00:32:18: Worum geht's denn
00:32:18: da?".
00:32:19: Und ich sagte ja Essstörung und Sportsucht um meine Vergangenheit.
00:32:22: Ach, das ist interessant... Da war so ein Schweigen und ich dachte, das habe ich jetzt was Falsches gesagt.
00:32:30: Meine Tochter hat auch mal gesucht.
00:32:32: Und dann dachte ich so okay.
00:32:33: Dann haben wir so ein bisschen gesprochen.
00:32:36: Wenn sie irgendwie mit mir sprechen will, kann sie jederzeit... Und ja, dann haben wir halt auch darüber gesprochen über die Klinik und Wartelisten usw.
00:32:44: Dann kam mal draus dass sie schon ewig auf einer Wartelliste steht und zwar auf derselben auf der ich damals stand also die sehr bewahrte Liste sondern dieselbe klinik.
00:32:52: Die ist halt immer noch jetzt auch führend in deutschland und hat halt auch immer noch das gleiche Behandlungskonzept.
00:32:57: mich eben schon sagt es hat sich halt auch nicht verändert.
00:33:01: also das scheint halt auch sehr erfolgreich zu sein.
00:33:04: Und die klinische wirklich super und jedenfalls hat sie mich damit ihrer Tochter verknüpft.
00:33:09: Dann hat sie mich auch angerufen und dann haben wir uns kennengelernt und getroffen.
00:33:13: Und habe ich ihr Mut gemacht, das zu machen?
00:33:17: Und dann hat sie ja auch ein paar Wochen später den Platz bekommen ist dann in die Klinik hatte dann auch diese vierzehn Tage Kontaktsperre hat mich aber danach angerufen.
00:33:23: Und meinte so hör mal wie war das denn bei dir?
00:33:27: Was erwartet mich jetzt noch?
00:33:28: Und was würdest du da und da machen?
00:33:31: Wie war das mit deinen Gefühlen dort?
00:33:32: Und wie war es denn in diesen Therapien dort?
00:33:37: Wie geht es jetzt weiter?
00:33:38: Was mache ich dann
00:33:39: danach?".
00:33:39: Und dann haben wir halt sehr viel ausgetauscht und dann wollte sie dann auch noch mal wissen, ob sie nochmal verlängern soll oder nicht.
00:33:46: Dann habe ich ihr also auf jeden Fall zu geraten weil ich gesagt hab naja wenn du wieder da bist, wieder so einen Platz zu bekommen ist ja nahezu aussichtslos.
00:33:53: Vielmehr sehr schwierig und wenn man schon mal dort ist... Und weil ich halt auch wusste, was dann noch alles zu kommen.
00:33:59: Da kommt auch so Familientherapie noch, dass die Angehörigen kommen können und viele Bausteine, die dort angeboten werden.
00:34:07: Was hat sie auch gemacht?
00:34:10: Sie war sehr dankbar und wir haben jetzt die letzten Jahre immer den Kontakt gehalten.
00:34:14: Ich hab sie erst letzte Woche getroffen.
00:34:17: Sie ist damals ausgezogen in eine WG und da ist sie auch gut zurechtgekommen.
00:34:21: aber da haben wir regelmäßig gesprochen, weil sie da auch mal ein paar Struggles hatte.
00:34:25: Sie hat dann auch mir so ein paar Zitate geschickt.
00:34:27: So als Dankeschön, weil sie gesagt hat, Mensch das hat mir echt so viel gebracht und mich so weitergebracht und mir so viel geholfen dass da jemand ist der mich total verstehen kann.
00:34:36: Der einfach das nicht wertet oder mir jetzt irgendwie die super Lösung bietet aber der einfach sagt ja hey ich kann das total nachvollziehen und ich habe das dann so gemacht oder aus meiner Sicht würde ich das so machen Und weil ich habe das so und so gemacht oder ich kann das echt total gut nah vorziehen, meine Eltern haben sich damals auch so verhalten.
00:34:55: Oder weil man diese Erfahrung im gleichen Bereich hat und es hat sie extrem weitergebracht.
00:35:02: Jetzt haben wir letzte Woche getroffen jetzt zieht die noch mal um und studiert weiter und wollte mich halt nochmal treffen.
00:35:08: Das hat mir so viel Bestätigung gegeben dass ja meine Arbeit so wichtig ist.
00:35:14: Deswegen, also mich hat das total gerührt auch.
00:35:17: Sie hatte als allererste mein Manuskript bekommen tatsächlich weil ich gesagt habe sie ja auch die Klinik kennt und ich das ja auch darin beschreibe und sie sagte ich konnte mich da voll reinversetzen.
00:35:26: Ich hab das auch so gefühlt was du da gefühlten hast Und ich kann das total nachempfinden und dass haben mir selber auch so viel gegeben.
00:35:33: Ja, total schön.
00:35:34: Das glaube ich gerade so das Gefühl von irgendwie Verbündete zu haben und so eine kleine Gemeinschaft.
00:35:40: und ja einfach dieses Verständnis dass es so wertvoll also wie schön dass du sie da auch dann ermutigt und begleiten konntest richtig richtig schön.
00:35:48: Und wie war das dann für dich?
00:35:50: Dann auch noch mal vielleicht die Motivation oder Bestätigung zu haben von, wow!
00:35:54: Das ist echt ein riesen Thema.
00:35:56: Ich mache da jetzt wirklich einen Roman draus.
00:35:58: Wie war auch da... Du warst ja auch Self-Publisherin ...wie war der Weg von der letztendlich eigenen Erfahrung zum eigenen Roman?
00:36:06: Ja also
00:36:07: danach habe ich gedacht als sie das gelesen hat, habe ich gesagt so okay, ich schraube mal ein paar Verlagern und versuche das jetzt mal rauszubringen.
00:36:16: Die Reaktionen waren sehr gemischt, also von Ignoranz bis total utopischen Angeboten.
00:36:23: Dass ich halt letztendlich quasi gar nicht mehr mein eigenes Buch hätte.
00:36:27: Bisschen ja dass man halt das Gefühl hatte, man kriegt gar keine Antwort und ruft dann an und der ist nicht angekommen.
00:36:34: oder wir haben so viele Angebote.
00:36:36: und es zog sich dann ein paar Wochen und habe gesagt irgendwie reicht's mir vielmehr einen Kollege ein, der was im Self-Publishing seinen ersten Roman veröffentlicht hat.
00:36:44: Dann hab' ich den angerufen.
00:36:47: Wie hast du das denn gemacht?
00:36:48: und dann hat er mir so ein paar Tipps gegeben habe ich gesagt okay, dann versuche ich seit auch so über diesen Vertriebskanal.
00:36:53: Wer das dann an Amazon und Talia überall am Markt platziert habt dann mit denen dann auch den Vertrag gemacht hab den erst mal noch ein Skript natürlich geschickt und ihm gesagt ja können wir uns gut vorstellen?
00:37:03: Und der Vorteil ist natürlich Du kannst dann selber alles gestalten.
00:37:06: also kann sagen ok mein Kapper sollte so und so aussehen.
00:37:09: oder Ich habe den schon meinen Kapper geschickt Kann ich auch freigestalten, da muss jetzt nichts gekürzt werden.
00:37:16: und das hat mich halt echt auch beruhigt.
00:37:18: Weil ich gerade bei so einer sensiblen Thematik jetzt auch nicht wollte dass der bestimmte Passagen gestrichen werden oder geschönt werden oder was auch immer hatte natürlich den Nachteil, dass ich komplett die Kosten tragen musste für alles von Lektorat über Grafika, über Druckerei, Versand zum Vertriebskanal und so weiter.
00:37:39: Das ist natürlich auch den Anteil dann an diesem Vertriebskanal.
00:37:42: das ist jetzt nicht unerheblich Und deswegen würde ich auch sagen dass Geschäft trägt sich überhaupt nicht.
00:37:48: aber Das darum ging es mir gar nicht.
00:37:51: also mir gings eigentlich mehr um meine eigene Heilung.
00:37:55: Also da ich gedacht habe okay wenn ich das jetzt auch veröffentlicht ist ein bisschen für mich so Es ist raus!
00:38:00: Es ist irgendwie von mir weg Und ich kann davon außen so draufschauen und sagen, okay das ist meine Geschichte.
00:38:05: Die ist abgeschlossen!
00:38:07: Ich habe es geschafft und ich hab's überwunden.
00:38:09: Ich kann euch zeigen wie ich es geschafft habe und ihr könnt es auch
00:38:12: schaffen.".
00:38:13: Das war für mich so das Gefühl und da war mir das Geld irgendwie egal.
00:38:19: Da ich dann das Ende offen gelassen habe, habe ich gesagt ok, dann muss er ja noch ein zweites Braus bringen... Dann habe ich auch noch das zweite geschrieben und rausgebracht, auch im Self-Publishing um das Ganze dann wirklich abzuschließen.
00:38:30: Zumal es ja auch zwei verschiedene Themen sind die das behandeln und da war's mir wichtig das zweite dann auch noch rauszubringen.
00:38:37: Richtig cool.
00:38:38: Und auch richtig stark sich da erstmal in alles reinzufuchsen von den ganzen Kanälen, Druckerei, Grafik das sind ja auch echt... Also man stellt sich es vielleicht wirklich so vor ich schreibe ein Buch und gebe's ab und dann wirds veröffentlicht.
00:38:48: aber was da alles noch an Schritten mit bei ist, ist ja wirklich Wahnsinn!
00:38:52: Na ja gut ab dass du nicht da reingefuchst hast.
00:38:55: Zumal ist auch viele Nächte gekostet hat.
00:38:57: Ich arbeite ja Vollzeit und das kannst Du nur vor der Arbeit um sechs Machen oder abends oder am Wochenende, weil man Vollzeit halt arbeitet und dann blieb ja nicht so viel Zeit.
00:39:09: Und das hat sich dann schon die.
00:39:10: manche Nacht habe ich mir um die Ohren geschlagen und auch Wochenenden... bis man dann auch alles gelesen hat, noch mal die ganzen Korrekturfahnen, die dann kommen vom Buchsatz, den ich ja dann auch finden musste.
00:39:22: Der mir das geschickt und dann waren die Zeilenumbrüche falsch oder die Absätze nicht richtig?
00:39:28: Und dann war die Wörter falsch getrennt und beim Umblättern machte das Wort gar keinen Sinn mehr.
00:39:35: Die Schrift war viel zu klein, ich konnte es überhaupt nicht lesen.
00:39:37: Das waren so viele Schritte aber es war auch echt dann gespannt wie sein eigenes Werk entsteht, das du beobachten kannst.
00:39:46: Das war richtig cool und aber dadurch konnte ich natürlich auch lernen fürs zweite, wie ich es da besser machen kann oder anders.
00:39:52: Wow!
00:39:53: Ja, richtig stark.
00:39:54: Wie war das denn eigentlich für dich als ein kleiner anderer Sprung?
00:39:57: Aber vielleicht jetzt gerade zu heute... Wie hat sich dann inzwischen deine Beziehung zur Sport- und Ernährung gefestigt und etabliert?
00:40:08: Also nach der Klinik hat's echt einige Jahre gedauert bis ich so richtig wieder richtig in das Thema reinkam, weil manchen Nahrungsmittel konnte ich dann noch gar nicht zu mir nehmen wie zum Beispiel Öl oder Butter und auch wieder mit dem Sport normal anzufangen.
00:40:23: Aber das ging damit der Weile und dann habe ich auch den Vater meines Sohnes damals kennengelernt, da bin ich auch schwanger geworden und das ging dann recht schnell.
00:40:31: aber ich hatte ja dazwischen dann noch diese schlechte Erfahrung mit der inneren Blutung.
00:40:36: also als ich aus der Klinik wiederkam, hatte ich dann so Schmerzen kündigte sich das so an und war aber erstmal unentdeckt.
00:40:44: Und am Ende war es dann ein Notschnitt, dass ich halt eine Leberblutung hatte mit zwei Litern Blut im Bauchhauben.
00:40:50: einfach Glück gehabt habe, dass man mich gefunden hat.
00:40:54: Das hab' ich dann immer in meinem zweiten Roman verarbeitet wie die Folgen von Erstörung sein können.
00:40:59: Und das hab' auch heute noch zu sehen und zu spüren weil Das wurde dann noch dreimal nachoperiert, wenn man so einen Längsschnitt hat auf der Bauchdecke mit einem Narbe.
00:41:10: Die dann dreimal Nachoperiert wurde auch nach Schwangerschaft und so.
00:41:13: Dadurch ist es ja auch mit dem Darm die Georgane liegen jetzt anders.
00:41:16: Deswegen ist es grundsätzlich mit Ernährung für mich schwerer geworden aber nicht im Geist also im Kopf.
00:41:22: Es ist echt so dass ich jetzt gefächtigt bin Und Aber danach auch wirklich viele Jahre noch Therapie gehabt habe.
00:41:29: Also ich hatte da sehr viele Sitzungen, auch Einzeltherapie und Psychotherapie.
00:41:34: Das hat mir halt sehr geholfen gerade so dieses Selbstwertgefühl diesen Blick auf mich selber nicht immer abzuwerten wenn ich jetzt zunehme wie die anderen mich sehen.
00:41:44: das war eigentlich immer der Hauptpunkt dass ich immer das Gefühl habe was die anderen denken und wie wichtig mir das ist was andere denken und dass sich das Gefühl hab sonst nicht gemocht zu werden und nicht gut genug bin noch mehr machen muss.
00:41:59: Und ich bin auch der Meinung, das sage ich ja auch immer aus meinen Veranstaltungen.
00:42:02: Dass man halt wenn man so eine Erstörung hatte... Man hat die halt!
00:42:06: Auch wenn man die irgendwie los geworden ist.
00:42:08: aber im Kopf, man reagiert immer noch so.
00:42:11: So manche Leute wenn sie halt irgendwie Stress haben dann fangen die an weiß ich nicht sich ein Glas Wein zu trinken oder Sie gehen raus und schreien in den Wald oder rufen jemanden an und ich merke dann halt okay oh nee ich kann nichts essen.
00:42:24: Dann aber zu sagen nein es ist falsch.
00:42:26: Es ist Quatsch Und mach mal ruhig, komm was der eben wollte ja was ist?
00:42:31: nur hat es ja auch Hunger macht das jetzt auch.
00:42:33: Das ist halt für mich der Fortschritt aber es ist halt immer noch.
00:42:36: dieser Impuls ist immer noch da und dann muss man halt lernen das zu handeln und damit klarzukommen.
00:42:41: Aber ich habe das ganz gut aber es hat lange Zeit gebraucht und Ich glaube auch ohne die Profis ist es schwierig.
00:42:47: und deswegen sage ich auch immer dass kann was ich jetzt anbiete nicht ersetzen.
00:42:51: Es ist nur eine andere Perspektive in anderer Ansatz und vielleicht auch ein ergänzender Ansatz um einfach zu zeigen hey du brauchst eine professionelle hilfe aber kann sich auch immer niemand wenden der so der notfall kit ist oder der das alles kennt durch mal durchgemacht hat, der dich mit an die hand nimmt und er ja zeigen kann wie es dann im echten leben auch.
00:43:10: Ohne dass weitergehen kann wie man dann sich wieder gut fühlen kann und wie man jetzt leben kann ohne störung zu haben.
00:43:18: Super wichtig.
00:43:19: Und genau wie du sagst, ich darf wirklich an Profis irgendwo zu wenden und nicht in diesem Druck zu sein von Ich muss das jetzt alles alleine irgendwie schaffen!
00:43:26: Das ist ja auch ihre Anspruch so.
00:43:29: Von daher auch sehr gut dass du da auch irgendwie dich genau professionell hast begleiten lassen.
00:43:34: Wie klar war es denn dann zu der jetzt auch heutigen Präventionsarbeit?
00:43:38: Was hat dir da die Motivationen und denen die Idee gegeben zu sagen hey ich möchte anderen helfen worauf man achten sollte.
00:43:47: Das hat sich eigentlich erst im letzten Jahr ergeben, ich hatte letztes Jahr zehn Lesungen mit meinen Büchern in Bonn und Umgebung war auch auf verschiedenen Buchmessen.
00:43:57: Und immer wieder waren auch im Publikum halt Betroffene also meistens Eltern die dann halt gesagt haben ja wieso machen sie denn da nicht noch was mehr draus als jetzt hier immer nur mit ihren Bücheren so ungefähr?
00:44:08: Sie können das so gut sprechen und sie können so gut die Leute irgendwie einfangen und ihnen das klarmachen Bildlich erklären, wie das alles abläuft und was man tun kann.
00:44:19: Und das wäre ja so wichtig!
00:44:22: Da habe ich immer drüber nachgedacht und gedacht, ja stimmt aber wieso ich das tun?
00:44:27: Gerade auch im Hinblick natürlich auf mein Job den ich hier habe und auch weiterhin haben werde das noch alles mit unterzukriegen.
00:44:35: Dann war ich an der Schule meines Sohnes da ist jetzt auch so ein Teenageralter fünfzehn und dann hab' ich das Thema einfach mal angesprochen.
00:44:45: Sie können da mir gerne vorbeikommen und eine Lesung machen.
00:44:47: Wir machen eine regelmäßige Lesung, und dann habe ich gedacht ja auch warum nicht?
00:44:51: Und dann hatte ich erst mal ne Elternveranstaltung dort und dann halt ne Lesung dann vor dem gesamten Jahrgang.
00:44:56: das waren direkt mal hundertzwanzig Schüler.
00:45:00: Ja
00:45:01: genau davor hatte ich gesagt okay also jetzt nur mit einem als Autorin, da muss ich schon irgendwie so einen professionelleren Auftritt hinlegen.
00:45:08: Also hab dann halt in einer Agentur gesucht die gesagt hat ok ja kann ich machen Und hab dann überlegt, auch mit der Namensgebung habe ich einen Markenschutz beantragt und die Website aufgebaut.
00:45:22: Und da mir schreiben einfach Leichtfeldt und reden auch.
00:45:25: Habe mich halt gesagt okay, da kann ich auch immer mal im Blogbeitrag machen, der dann hochgeladen wird.
00:45:29: Dass es ein bisschen besser positioniert wird am Markt und halt auch mal wieder paar Beiträge bringen, die so ein bisschen aufklären über das Thema.
00:45:37: Und so kamen dann halt immer mehr Schulen, die halt auch dann gesagt haben ja gerne wobei... Ich konnte auch nicht untätig bleiben.
00:45:43: Ich hab natürlich dann auch versucht, über Menschen die man kennt zu sagen, wär das nicht auch was für deine Schule?
00:45:49: Oder wenn man selber im Umfeld viele Mädchen hat oder Klassenkameradinnen von anderen und dann... ...versucht man das erstmal so.
00:45:56: aber man merkt halt, Schul ist ein langsames System.
00:45:59: Das sagt die Schule auch selbst über sich Und es braucht jetzt fast einen Jahr gebraucht bis die eine Schule gesagt hat ja machen wir Man muss einen langen Atem haben.
00:46:07: Aber es ist mir echt wert weil ich immer merke meine Veranstaltung habe, wie wertvoll das von der anderen Seite auch empfunden wird.
00:46:15: Also sowohl von der Schulleitung her als auch von den Kinderschutzbeauftragten oder von dem Präventionsteam aber auch vom Schüler.
00:46:22: Super
00:46:22: super wichtig!
00:46:23: Ja ich merke es auch.
00:46:24: also wenn ich mich so an meiner eigene Jugend erinnere hab' ich eben schon ein bisschen was man erzählt Wie präsent dass in unser aller Köpfen war und dieses Thema Essen Sport Diäten Wow, das war ja so das allerobni präsente Thema als aber auch im jetzigen Job wo ich in der Kind- und Jugendhilfe arbeite.
00:46:45: Wie früh das anfängt bei Kindern die dann sagen oh ich habe einen dicken Bauch oder ne.
00:46:50: also wie schnell die so in den jüngsten Jahren schon anfangen ihre Körper zu bewerten und zu vergleichen und auch da schon beim Essen irgendwie sagen Die darf mehr essen, weil die ist ja dünner.
00:47:02: Also wow!
00:47:03: Das ist so ein Riesenthema und fängt so früh an.
00:47:05: Und deswegen fühle ich deine Arbeit so wichtig einerseits zu den Leuten Verständnis zu geben, die betroffen sind als auch die, die mittelbar Betroffen sind wie Angehörige da auch zu schauen.
00:47:19: Wie kann ich denn so reagieren?
00:47:20: Dass sich die Person nicht von mir abstoße sondern möglichst irgendwie den Raum öffne?
00:47:27: aber das ist natürlich gar nicht... leicht.
00:47:30: Von daher würde mich auch noch total interessieren, wie es dann auch so bei den Schülerinnen die Resonanzen sind, die offen auf Fragen zu stellen oder auf dich zuzugehen?
00:47:38: Wie erlebst du das?
00:47:39: Ja, das war jetzt.
00:47:40: letzte Woche war ich nochmal an einer Schule in Achtenklassen.
00:47:43: Die waren total still!
00:47:44: Das war wirklich... Sie haben echt gebannt zugehört wobei halt auch Ich verknüpfe halt einerseits eine Lesung aber dann mit auch medialen Inhalten wie zum Beispiel Ich war mal im WDR, Lokalzeit aus Bonn.
00:47:57: Die haben mich begleitet bei einer Lesung und diesen Beitrag habe ich dann halt auch gezeigt wie ich die Lesung halte und wie ich interviewt werde so ein bisschen diesen Rückblick.
00:48:05: aber da sind dann auch Aufnahmen von mir drin aus der Klinik Zeit Und da konnte man das so als Einstieg ganz gut nutzen als jetzt immer nur vorzulesen.
00:48:16: Und ich hatte auch mal mit einem Koch, habe ich mal zusammengekocht.
00:48:20: Und auch dieses Interview hab' ich dann gezeigt und das halt verknüpft mit Teilen aus meinen Büchern die ich gelesen hab'.
00:48:25: Aber auch mit natürlich Hintergrundwissen, welche klassischen Sex-Sstörungen gibt es?
00:48:31: Die halt auch eine Tatsächliche Störung sind.
00:48:33: Aber was gibt's dann auch noch für andere S-Stöhrungstypen, die jetzt nicht als klassische S-Steuerung gelistet sind?
00:48:39: und also alles darüber aber wie solche Störungen stehen können und was man dagegen tun kann.
00:48:44: Und aber auch was mache ich wenn ich selber betroffen bin?
00:48:47: Was kann ich tun?
00:48:48: oder auch natürlich was das kann ich tun, wenn ich von jemandem sehe weiß, dass er das hat.
00:48:55: Wie sollte ich mich verhalten?
00:48:57: Das war wirklich... Wir haben so viel zugehört und ich habe immer wieder zwischendurch gefragt, habt ihr Fragen?
00:49:01: Da kam nichts!
00:49:03: Und als ich dann vorbei war, hab' ich gesagt, jetzt haben wir ja noch Zeit für Fragen und dann ging's richtig los.
00:49:09: Es ist erstaunlich, es waren glaube ich die dritte oder vierte Klasse und auch neunte Klasse, immer die Jungen.
00:49:15: Ja,
00:49:16: spannend.
00:49:16: Immer erst die Jungs.
00:49:18: Die Mädchen trauen sich nicht so?
00:49:20: Und die Jungen dann von, ja das fand ich jetzt ganz interessant.
00:49:23: Da kam eine Frage haben sie denn Angst dass sie nochmal eine Störung entwickeln könnten?
00:49:29: oder wie sieht es in einer Klinik so aus?
00:49:32: Was macht man denn da so?
00:49:34: Wie sind Sie denn überhaupt dazu gekommen und dann das Buch zu schreiben?
00:49:37: Ja also es war wirklich sehr wertvoll für mich auch Aber auch z.B.
00:49:41: bei diesen Elternveranstaltungen, aber auch ein Vater da, der selber Arzt ist, Hausarztpraxis hat, der dann noch sagt er findet das so total super dass ich das mache und es würde halt selbst in der Prävention natürlich viel machen als Arzt, aber er sagt halt auch ja.
00:49:55: aber wenn dann jemand ist den ich jahrelang begleite und ihn sich dann auch unterstützen, der aber nicht will, dann will er nicht!
00:50:03: Dann können sie auch nichts mehr machen.
00:50:05: Aber er findet es total wichtig, dass ich das anbiete und super, dass die Schule dieses Programm auch annimmt.
00:50:10: Und da habe ich halt die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht.
00:50:13: also auch Schreiben von Schulen wo ich gedacht hab Das ist jetzt nicht wahr!
00:50:18: Also da war ich schon ziemlich geschockt muss ich sagen.
00:50:22: In welchem zum Beispiel?
00:50:24: Ja so eine Schule hat mich angefragt Das habe ich auch in irgendeinem Wheel von Insta verarbeitet, weil ich da so geschockt drüber war.
00:50:33: Die hat mich angefragt also die Präventionsbeauftragte und ich hatte dann sehr viel mit ihr gesprochen und ja auch Angebote gemacht was ich machen könnte usw.
00:50:40: Dann war eigentlich alles geritzt und ein paar Tage vor dem Termin schrieb sie mir dann die Schulleitung hätte den Termin jetzt abgesagt aufgrund aus Angst vor Nachahmen.
00:50:52: Boah!
00:50:53: Und sie hatte mich halt kontaktiert, weil auf Klassenfahrten Hungerchallenges stattfanden.
00:50:58: Auch im Unterricht das halt so ein Thema sei und ich war halt passungslos.
00:51:03: Ich habe auch mit meinen Freunden darüber gesprochen und eine meinte dann auch naja Sie könnte die Angst auch gut verstehen?
00:51:09: Weil natürlich könntest du kommen ja aber ich meine darf Man auch nicht über Mobbing sprechen oder über Drogen beauftragt, also keine Drogenprävention machen und keine Suchtaufklärung machen.
00:51:21: Da darf man eigentlich überhaupt nicht über irgendwas sprechen.
00:51:23: Und ich fand es halt sehr schade.
00:51:26: Hab ihr aber auch geschrieben ja gut?
00:51:26: Das muss ich respektieren.
00:51:28: Aber wenn sie noch Bedarf haben können sich jederzeit melden kam jetzt auch nichts mehr.
00:51:32: Und das sind dann immer so Momente wo ich dann denke ja gut und halt viele die gar nicht antworten ist es halt so.
00:51:37: da stellt man fest die haben das Thema gar nicht auf dem Schirm.
00:51:42: wollen es vielleicht auch nicht auf dem Schirm haben.
00:51:43: oder die sagen halt, ja bei uns sind die Strukturen so breit und ich habe das schon an unsere Abteilung XYZ weitergegeben.
00:51:50: Die melden sich bei ihnen und es kommt dann nichts.
00:51:52: Da muss man da wieder eine lange Atem haben.
00:51:55: aber ich bin immer ganz optimistisch weil ich denke irgendwann kommt dann wieder was und weil dann wieder leider zu spät irgendwas passiert und die dann aufwachen und denken Mist Ist wieder jemand betroffen oder jetzt kommt wieder was und hätten wir doch vielleicht mal vorher da etwas zu gemacht.
00:52:12: Und das ist immer so.
00:52:12: meine Hoffnung und ich bin da wie ein Terrier.
00:52:15: Hab mich selbst gebissen, noch nicht gebt nicht auf!
00:52:18: Sehr gut.
00:52:20: Ja, ach voll, das ist ja auch so verrückende weil letztendlich Prävention ja nicht Inspiration ist.
00:52:25: also total absurd letztendig zu meinen dass wenn du deine Geschichte und Erfahrungen teilst, dass dann Leute denken oh das finde ich aber cool, das möchte ich glaube ich auch machen.
00:52:33: Also total verrückt letztendlig.
00:52:36: Aber gut, dass du da den Terrier interjekt hast Ja, aber es ist ja echt ein Thema was irgendwie auf einer Art vielleicht jeden mehr oder weniger betrifft als auch egal in welchem Alter und in welcher Generation.
00:52:52: Und ja begleitet uns da einfach total präsent letztendlich oder auch nicht präsente.
00:52:57: Aber es ist da so von daher super wichtig das zu machen
00:53:00: in der jetzigen Zeit.
00:53:02: Das war ja damals noch nicht.
00:53:04: bei mir ist jetzt zwanzig Jahre her.
00:53:06: Heute gibt es natürlich nicht nur die Bravo, heute gibt es Social Media Filter KI und da entstehen halt viel mehr auch diese unrealistischen Körperbilder.
00:53:15: Und das war damals irgendwie anders aber auch schon ein Thema und heute ist halt da merkt man halt dass sie immer mehr halt auch präsentiert bekommen immer mehr einfach die Medien konsumiert werden und die Kinder halt so brieselt werden Und viele vielleicht auch gar nicht wissen, was jetzt da echt ist und was nicht.
00:53:34: Und was normal ist um was nicht?
00:53:36: Da halt auch diese Ängste entstehen und diese Komplexe und diese Scham und diese Unsicherheit einfach.
00:53:44: Deswegen zeige ich dann zum Abschluss z.B.
00:53:48: die Narbe von meinem Notschnitt.
00:53:50: Also nicht jetzt blutig oder so, das möchte aber schon bei meinen Lassungstag.
00:53:54: Ich habe eine Triggerwarnung eingeblendet und sage so... Das können die Folgen einer Essstörung auch sein.
00:54:02: Erzähl dann auch, es war nicht sicher, dass ich Kinder bekommen kann und heute habe ich immer noch Probleme mit meinem Damen durch diese Nachoperationen.
00:54:10: Es sind alles diese Folgen.
00:54:11: Dann hab' ich mal so die Hoffnung das ist ein reales Bild!
00:54:15: Man sieht mir ja mich und ich seh' heut', ich hab' hier noch immer diese Narbe und das zeigt dann auch so... ...das sind nicht nur seelische Narben sondern auch echte körperliche Narben und das vielleicht den einen oder anderen wachröthelt.
00:54:27: Absolut, ja total.
00:54:29: Und es ist ja wahrscheinlich manchmal auch total so ein schmaler Grad für Leute die selber betroffen sind als auch Angehörige zu entscheiden.
00:54:37: Ist das jetzt schon kritisch oder ist es noch einen Lifestyle der einfach gerade mit Sport sehr sportlich ist?
00:54:45: Oder sehr ernährungsbewusst.
00:54:48: Also wo ist da teilweise auch diese ganz feine Linie?
00:54:52: Das finde ich auch so spannend wie du das auch von der Sportsucht berichtest.
00:54:56: Wo ist einfach dieser Punkt von, oh jetzt kippt es.
00:54:58: Jetzt wird's eine Sucht und nicht mehr diszipliniert oder ambitioniert oder was auch immer.
00:55:04: also das auch irgendwo für sich als auch für ja Angehörige der Außenstehende irgendwo dann zu bewerten so von daher total wichtig da auch jemanden wie dich dann sprechen zu hören?
00:55:15: Ja das habe ich halt auch als ein Thema mit eingebunden weil er auch immer mehr jung.
00:55:19: das ganze Thema betrifft also auch nicht nur Sport suchs auch Erstörung.
00:55:23: oder dass das eine mit dem anderen einhergeht Und das schreibe ich auch in meinem einen Buch rein, dass ich sage mal Hunger sport.
00:55:30: Das eine hat das andere irgendwie befruchtet, ne?
00:55:33: Wenn ich dann halt Sport gemacht habe, dann hab' ich danach weitergehungert weil ich wollte da nicht wieder zunehmen.
00:55:38: und wenn ich gehungert hab', habe ich dann Sport gemacht.
00:55:41: und wenn die Sport gemacht haben... Also das Eine hat das Andere irgendwie ging ohne das Andre nicht!
00:55:46: Und das ist ja heute immer noch dann auch so in vielerlei Hinsicht um bei den Jungen halt diese Muskel sucht zum Beispiel Trainingseinheiten nicht ausgelassen werden können, ohne Schlechtsgewissen.
00:56:00: Oder es mal trainiert, obwohl man eigentlich krank ist oder schmerzen hat.
00:56:03: Das sind ja dann so Anzeigen wo merkst du?
00:56:04: okay?
00:56:05: also das ist nicht mehr normal.
00:56:06: oder immer mehr und immer mehr wird und grenzlos und auch auf Ernährung geachtet wird dabei immer mehr bestimmte Lebensmittel weggelassen werden und so ein schlechtes Gewissen entsteht, wenn man mal nicht eine Einheitssport gemacht hat.
00:56:19: Und man sich da nichts zurücklegen kann und sagt okay dann morgen wieder!
00:56:22: Das sind ja so Indikatoren die das so ein bisschen dann schon anzeigen dass es kritisch ist.
00:56:28: Ja bei mir ist es auch so.
00:56:30: mein Sohn ist auch Sportler und ich mit meinem Background sehe das natürlich dann auch aus einer anderen Perspektive.
00:56:36: Wenn er aber sehr froh ist, er läuft halt sehr viel Wahrscheinlich von mir.
00:56:41: Aber er ist halt auch sehr viel, also er ernährt sich gut.
00:56:44: Er isst wie Spaghetti Bolognese und ist dann wieder laufen und dann isst da nochmal Spaghetti bolognense und sieht normal aus und achtet auch nicht so darauf auf.
00:56:54: jetzt alles genau und deswegen habe ich da auch ein gutes Gefühl bei.
00:56:58: aber da merke ich halt auch immer wenn man dann selber auch so einen Umfeld hat oder selbst ein Kind im eigenen Haushalt mit hat und selber mal betroffen war Wie die Wahrnehmung ist, das ist immer ganz wichtig für mich.
00:57:09: Dann ihm auch nicht so das Gefühl zu geben dass irgendwas nicht stimmt und deswegen mache ich das auch nie so zum Thema.
00:57:15: aber ich finde es gut dass er mich auch immer so damit unterstützt.
00:57:17: also er sagt auch immer er findet das super dass ich das mache und fände auch so wichtig und das finde ich halt sehr schön dass wir uns da so gut austauschen können und offen darüber sprechen können weil es ist ja oft nicht so.
00:57:30: Ja, absolut.
00:57:31: Total wertvoll!
00:57:32: Was ist auch so... Es ist wahrscheinlich total schwierig in ein paar Sätze zusammenzubringen.
00:57:37: aber was gibst du primär den Leuten mit?
00:57:41: Sei es die, die vielleicht betroffen sind oder kurz davor sind Betroffene zu sein als auch Angehörigen?
00:57:46: wie kann man Signale frühzeitig erkennen?
00:57:50: Was würdest du sagen?
00:57:51: Sind's so die großen Warnhinweise?
00:57:54: Weil sich da die Großen gibt?
00:57:56: Ja also die Größe ist das ich halt.
00:57:57: zum Beispiel Man sich immer mehr isoliert, also das sind es bei mir so.
00:58:00: Also wenn man halt das Gefühl hat okay Tochter oder der Sohn die kommen nicht mehr mit zu irgendwelchen Veranstaltungen oder mit zum Essen erscheinen noch nicht mal beim Essen oder stehen nach dem Essen direkt auf weil sie wahrscheinlich zur Toilette gehen um sich zu erbrechen zb und kommen halt nicht mehr Mit.
00:58:16: Also solche Dinge diese Isolationen das ist schon sehr auffällig eigentlich.
00:58:20: Ja.
00:58:20: und dann, ich meine die heutigen Figur-Trends oder für mir die heutige Kleidungstrend.
00:58:26: Man hat ja diese Oversize Mode da sieht man natürlich auch nicht mehr so viel darunter ob da jetzt jenige abnimmt oder nicht.
00:58:32: aber dass man da halt vielleicht auch mal mehr hinschaut wenn sich da also die Mode verändert das die was verstecken wollen weil sie halt immer mehr abnehmen und es da nicht so auffällt das hatte ich letztens mit einer Mutter Das sind so Warnzeichen oder halt immermehr im Fitnessstudio anstatt oder das bestimmte Lebensmittel ausgelassen werden und ignoriert werden, oder auf einmal nicht mehr gegessen werden.
00:58:53: Die vorher aber gerne gegessen wurden?
00:58:56: Das sind so Anzeichen wo ich sagen würde, dass könnte dann diese Richtung gehen.
00:59:01: Ja, klar.
00:59:01: Mit der Mode ist echt noch mal ein großes Ding.
00:59:03: Was man da jetzt gerade mit diesem Ores heißt Look oft gar nicht sieht an konkreter Körperform.
00:59:08: Ja genau.
00:59:09: Das stimmt voll!
00:59:10: Was ist so für dich jetzt auch dir wichtig in deiner Arbeit?
00:59:14: Oder hast du für dich schon weitere Ziele gesetzt wie du mit Präventionsarbeit weiter fortfallen möchtest?
00:59:21: oder gibt es vielleicht nochmal weitere Bücher?
00:59:23: Wie ist da jetzt deine Ausrichtung?
00:59:27: Also ich möchte natürlich noch mehr an weiteren Schulen vor Ort sein, dass ich damit ins Präventionsangebot komme.
00:59:35: Aber nicht immer nur so einmalig.
00:59:38: Bei einer Schule bin ich jetzt festimplimentiert in das Präventionsprogramm.
00:59:41: Das ist mein Wunsch, dass sich das bei mehreren Schulen sein kann.
00:59:45: Sieht auch danach aus.
00:59:46: Ich hatte noch mal ein Gespräch und nicht immer eine Klasse hier oder da sondern... Wichtig ist für mich halt so dieser ganze Jahrgang und dass dann der nächste Jahrgang wieder dabei ist, sodass das sich wie so ein Roter Faden von Jahr zu Jahr so durchzieht.
00:59:58: Dass halt alle immer mal dran kommen als jetzt nur eine Klasse oder so.
01:00:02: Das finde ich ganz gut!
01:00:03: Und ich würde mir auch wünschen gerne mit Kooperationen also, dass man sagt okay, man arbeitet zwar nicht mit einem Ernährungsinstitut zusammen oder mit einer Physiotherapie Praxis oder wie auch immer.
01:00:16: Das würde ich mir sehr wünscht.
01:00:17: und neue Bücher... Mein Mann flucht immer, weil ich schreibe eigentlich schon länger an einem dritten Buch was aber gar nichts mehr mit der Thematik zu tun hat.
01:00:28: Also für mich ist das Thema halt abgeschlossen und er hat es halt auch nebenberuflich.
01:00:34: ja Poets sage ich mal sehr schreibt selber Gedichte und auch sehr schöne und hat eine etwas sehr langes Gedicht mal geschrieben.
01:00:41: Und dass Thema da gesagt wird auch ne coole Sache für so ein Fantasy Roman und den habe Ich auch schon angefangen.
01:00:46: also ich hab da schon einige Seiten zusammen.
01:00:49: Aber klar, die Zeit der Tag hat leider nur von den zwanzig Stunden.
01:00:53: Und es kommt halt auch dass man natürlich wenn man nicht über sich selbst schreibt oder was man selbst erlebt hat sondern man muss sich irgendwie fiktiv was ausdenken und sehr viel recherchieren.
01:01:02: und wenn das in verschiedenen Zeiten spielt oder in früher und in einer nicht vorhandenen Welt Ist schwierig dann das so zwischendurch mal zu machen, wenn man gerade meine stunde zeit also da kann ich halt besser halt mein blockbeitrag machen oder ein real schneiden oder.
01:01:17: Halt auch sehr wichtig dann texteschreiben für meinen für mein thema das fällt mir dann sehr leicht weil es ja auch etwas ist was ich denke und fühle.
01:01:25: Und was meins ist oder was mich betrifft oder andere wo ich mich reinversetzen kann.
01:01:30: und ja das fantasy thema war eigentlich gedacht, dass ich das dieses Jahr rausbringe.
01:01:35: Aber bis jetzt bin ich noch nicht so viel weitergekommen.
01:01:37: aber es ist auf jeden Fall ein Projekt.
01:01:39: also... Das kommt auf jeden fall raus!
01:01:41: Ja sehr gut!
01:01:42: Der
01:01:42: Titel ist schon gesichert und ja die Story steht auch.
01:01:46: Ich muss es nur noch schreiben anfünscht.
01:01:49: Das ist ja nicht mehr das große Ding.
01:01:52: Ja war mal cool richtig cool.
01:01:54: Wir kommen auch so langsam zum Ende schon.
01:01:56: Gibt's aber was sich vielleicht diese Konkret gefragt habe oder was dir wichtig ist noch?
01:02:01: den Schwester ist mitzugeben.
01:02:03: Also allgemein wäre mir halt nur wichtig zu sagen, ja bei Essstörungen muss man halt früher hinschauen und auch keine Scheu haben.
01:02:11: die Menschen ansprechen natürlich vorsichtig ohne jetzt Vorwürfe oder irgendwelche einen so anzugehen sondern einfach dass man halt ein offenen Blick hat und das nicht zu unterschätzen ist.
01:02:23: also ich mir wünsche dass viel mehr Menschen dem Thema offen gegenüberstehen Ja, das nicht so bagatellisieren oder ignorieren sondern dafür offen sind und gerade halt so in den heutigen Zeiten und vielleicht einmal lieber mehr hinschauen als zu wenig.
01:02:41: Ja schön ja danke!
01:02:43: Ich finde es großartig was du machst und was du bewegst ist natürlich auch wirklich krass was du erlebt hast aber dafür umso schöner dass du irgendwie aus deinen persönlichen Erfahrungen jetzt andere ermutigst, sich Hilfe zu suchen und sich begleiten zu lassen.
01:02:59: Und da auch einfach Aufklärungsarbeit leistest.
01:03:02: das ist super wertvoll und wichtig so präsent und so da und danke dass du das machst und dass du es teilst und dass jetzt auch heute mit uns besprochen hast und auch da so persönliche Einblicke gegeben hast was ich dir zu schätzen.
01:03:19: vielen vielen dank.
01:03:21: ja ich denke auch dass Du mich jetzt eingeladen hast dass ich da hoffentlich noch viel mehr Menschen mit erreichen, auch die vielleicht dies betrifft.
01:03:29: Also auch die können sich natürlich gerne jederzeit bei mir melden.
01:03:32: Stimmt ja super wichtig nochmal zu sagen genau das du ja auch die Begleitung anbietest weil ich finde auch das super wertvoll jemanden wie dich dazu haben die einen dann nochmal begleiten kann oder einfach verständnis hat diese Situation selber auch kennt.
01:03:44: von daher meldet euch Gerne, sag ich jetzt einfach mal für dich.
01:03:49: Aber ja ist natürlich wirklich super super wertvoll!
01:03:53: Vielen vielen Dank für deine Zeit und deinen Teilen und toll dass das was du erlebt hast jetzt irgendwo auch anderen hilft.
01:04:01: Das ist super super toll.
01:04:02: Vielen vielen dank.
01:04:04: Ja danke danke auch und ja ich wünsche euch viel Gesundheit und dass ihr noch viele tolle Schwestis findet.
01:04:15: Das war es für diese Woche.
01:04:19: Ich hoffe ganz doll, dass ihr aus diesem Gespräch
01:04:21: Power,
01:04:22: Mut, Inspiration und Aufmerksamkeit gewinnen konntet.
01:04:29: Sei's weil ihr vielleicht teilweise auch das Gefühl habt ihr schrappt so an der Grenze in die Themen rein zu gehen oder ihr habt Menschen in eurem Umfeld von denen ihr das vermutet Da ist es glaube ich einfach super wichtig, dass wir aufmerksam sind und das wir nicht wegschauen wenn wieder irgendwas beobachten was in solche Richtungen geht.
01:04:51: Ich wünsche euch jetzt ein ganz ganz schönes Wochenendes bis dann ja schon Oktober!
01:04:55: Ist das doch verrückt alles?
01:04:57: Habt eine ganz schöne
01:04:59: Herbstzeit.
01:05:00: Es ist missannuiert weil wir halten jetzt hier in Köln noch über zwanzig Grad aber trotzdem lasst die Kürbisse leuchten.
01:05:08: schnitzt euch mal so schönes oder
01:05:11: Macht euch
01:05:11: einen Chai-Latte Pumpkin Spice, whatsoever.
01:05:15: Schwester Jenny liebt euch,
01:05:16: liebt
01:05:17: ihr auch.
01:05:18: Seid ganz lieb zueinander und zu euch!
01:05:20: Und ich freu mich ganz doll auf nächste Woche.
01:05:22: Tschüss!
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