Schwestie Nadine Kiala: Kulturmanagerin & Marathonmaus
Shownotes
In dieser Folge spricht Jenny mit Nadine Kiala. Als Kulturmanagerin betreibt sie in Köln den Kunsthafen - einen Ort für Kunst, Veranstaltungen, Musik und Begegnungen. Wir sprechen über ihren beruflichen Werdegang, wie sie in ihrem siebten Lebensjahr mit ihren drei Geschwistern und ihrer Mama nach Deutschland kam, wie sie die Zeit in einer Geflüchtetenunterkunft wahrgenommen hat und später als Sozialpädagogin unbegleitete, minderjährige Geflüchtete begleitete. Wie kam es zum Studium in den Niederlanden und wann ging's dann nach Köln? Wir gehen weiter zum leidenschaftlichen Thema Sport: Wie Nadine Marathonläufe für sich entdeckt hat, warum ein großes Ziel der New York Marathon ist und welche Bedeutung Sport in ihrem Leben hat. Eine thematisch sehr vielseitige Folge! Viel Spaß beim Zuhören!
Instagram: https://www.instagram.com/nadine_kiala_ig/ https://www.instagram.com/naddel_abdel_abfahrt/ https://www.instagram.com/kunsthafen/
Transkript anzeigen
00:00:00: Okay,
00:00:00: bist du bereit?
00:00:01: Yes!
00:00:02: Let's go!
00:00:33: Hey ich bin Nadine.
00:00:34: Hi Sunny.
00:00:37: Nadine Kjalle, herzlich willkommen bei Schwestis.
00:00:39: Vielen Dank dass Du da bist.
00:00:41: Danke
00:00:41: das ich hier sein darf Sunny.
00:00:43: Wir haben unseren Frankreich kennengelernt bei unserem Retreat mit der lieben Susanne Hoheit.
00:00:47: leben ist mehr und wohnen beide in Köln, wie wir dann feststellen durften.
00:00:52: Was ja ganz Wundervoll ist!
00:00:54: Und du bist Kulturmanagerin und Kuratorin.
00:00:58: Mega spannend habe ich eilicherweise... Erster Begriff ungefähr vorher schon mal gehört, zweiter nicht.
00:01:04: Magst du einmal ganz grob erzählen was das so ist?
00:01:08: Ja also als Kultur-Managerin Wie der Begriff schon sagt, der Kulturbegriff ist super weit gefasst.
00:01:15: Es kann von Museumsarbeit zu Arbeit mit in der pädagogischen Richtung gehen, deren kulturellen Bezug hat.
00:01:24: aber ja ich persönlich bin in der Musik und in der Kunst tätig.
00:01:29: das heißt konkret dass sich eine Kunst-und Veranstaltungsort betreibe da die Programmenkorazion mache also Schau, welches Programm in Haus stattfindet.
00:01:41: Das ist der Kunsthafen im Rhinania hier in Köln.
00:01:44: Mega
00:01:45: cool!
00:01:46: Und als Kuratorin bin ich neben der Programmkuration für den Kunsthaven auch in der Musik tätig, dass sich dort Formate kuratieren... zum Beispiel auf Festivals stattfinden, so was wie in Petal Talk.
00:02:01: Mega spannend!
00:02:02: Und ich kannte den Kunsthafen vorher nur vom Begriff aber es ist ja wirklich ein richtig, richtig schöner Veranstaltungsort.
00:02:08: Erinnerst du dich noch, wann du das erste Mal da warst oder wie du den Ort entdeckt hast?
00:02:13: Das freut mich dass du den vorher schon kanntest, cool!
00:02:15: Es ist immer so überraschend.
00:02:16: also klar ist es inzwischen ein etablierter Ort im Köln.
00:02:19: Aber wir haben den vor sechs Jahren mitten in der Corona-Zeit, zwanzigzwanzig gegründet.
00:02:26: zu dritt.
00:02:28: Es ist ein Ort, also einen Raum den es schon immer gab.
00:02:31: Das Kunsthaus Rhinania ist ein... ...Ort in dem auch verschiedene Ateliers drin sind.
00:02:36: Also das ist schon seit den Achtzigern einfach ein Kunsthaus.
00:02:39: Die entsprechende Halle, der Showroom dazu, das ist der Kunsthafen eben seit September zwanzig.
00:02:46: Wir haben so daran gekommen dass wir uns über eine Ausschreibung die die Stadt ausgestellt hat, das Kulturamt der Stadt Köln Haben wir uns aus Jux gedacht, wir bewerben uns.
00:02:57: Mal gucken was passiert!
00:03:00: Ich war eigentlich auch gar nicht die treibende Kraft sondern meine zwei anderen Kolleginnen damals.
00:03:07: ich habe eine Vollzeitstelle vielleicht kann ich so ein bisschen aushelfen mit so acht Stunden oder sowas die Woche mal.
00:03:15: und
00:03:15: genau da haben wir uns einfach einen Tag zusammengesetzt haben geschaut was gibt es Welche Vorstellungen hat die Stadt und welche Ideen haben wir, wie wir diesen Ort bespielen können?
00:03:27: Und so haben wir fünfzehn Seiten zusammengeschrieben.
00:03:31: Sind neben, ich glaube, fünf weitere kollektive Gruppen, die sich beworben haben ja angetreten und haben das quasi nach einem Verfahren genommen worden dafür.
00:03:46: Aufregend.
00:03:47: Ja,
00:03:48: das ist cool!
00:03:49: Auch so das erstmal alles zusammenzustellen und diese fünfzehn Seiten zusammen zu tragen.
00:03:53: also da habt ihr auch schon eine gute Zeit investiert in die Idee und das Projekt.
00:03:58: Wie ging es dann weiter?
00:03:59: Also als ihr das dann gewonnen habt wie startet ihr?
00:04:03: ja wie gesagt das war September zwanzig.
00:04:05: wir erinnern uns alle an die Corona-Zeit.
00:04:10: Also auf der einen Seite waren wir dankbar dafür, dass wir so ein Slow-Start irgendwie hatten.
00:04:15: Aber gleichzeitig war es auch sehr viel mit den ganzen Vorkehrungen die ich sogar hab.
00:04:22: Vielleicht erinnert ihr euch das man teilweise nur mit Masken irgendwo sein durfte oder eine begrenzte Anzahl an Personen immer nur da sein durften?
00:04:32: Das war sozusagen so ne Challenge, die wir durch hatten.
00:04:36: Aber gleichzeitig hat uns das auch so eine Ruhe gegeben, vielleicht jetzt nicht bei jeder Veranstaltung ein volles Haus haben zu müssen oder so.
00:04:45: Und gleichzeitig hatten wir durch die Vorgaben der Stadt Köln auch einfach programmatisch schon ... ja, so ne kleine Vorgabe von Projekten, die wir umsetzen mussten
00:04:57: und war dann für euch klar was ihr vor Projekte machen wollt?
00:05:00: Also wahrscheinlich ja schon, weil ihr auch diese fünfzehn Seiten zusammengetragen
00:05:03: habt.
00:05:05: Was war da für die Projekte eure Ausrichtung?
00:05:09: Wir wollten, hatten es von Anfang an klar, dass wir ein Ort für die freie Szene sein wollen.
00:05:15: Dass wir möglichst viele Kulturschaffende in Köln aber auch international gerne ansprechen wollen und den Raum dafür bieten wollen.
00:05:25: Gleichzeitig war uns aber auch klar, durch Kultur, Gelder und Förderungen allein die Kosten nicht decken können.
00:05:35: Deswegen war ein Teil davon diese künstlerischen Projekte zu zeigen aber auch externe Projekten für Firmenveranstaltungen oder Hochzeiten in der Programmation mitzudenken.
00:05:52: Ja, schlau.
00:05:53: Stimmt, da muss man wahrscheinlich auch echt einiges mitdenken, ne?
00:05:56: Sei es von Förderung, Geldern.
00:05:58: und dann Corona hatte die ja wirklich einen harten Start einerseits.
00:06:01: aber ich kann mir voll vorstellen dass das dann auch eine Erleichterung sein kann sich von diesem Druck zu befreien.
00:06:07: von jeder Veranstaltung muss ausgebucht sein weil es in Corona bedingt gar nicht ging so Und du hattest dann jetzt zu der Zeit auch noch deinen Vollzeitjob.
00:06:17: Wie schnell wurde dir dann klar, dass da nicht nur acht Stunden die Woche reinfließen werden.
00:06:22: Relativ schnell, also wir hatten das so auf drei Schultern verteilt war das irgendwie erst mal ganz klar.
00:06:30: Christian kam aus dem Kaufmännischen Bereich aus dem Veranstaltungsbereich.
00:06:36: Lena ist selbst Tänzerin und Choreografin kennt die freie Szene sehr gut.
00:06:42: für mich war er der Posten Social Media und Öffentlichkeitsarbeit weil ich das sowieso immer schon gerne gemacht habe, war das zu meinen Aufgabenschwerpunkt.
00:06:53: Aber so.
00:06:53: in der Praxis und Umsetzung haben sich dann die Aufgaben einfach nochmal anders geordnet verteilt.
00:07:00: Wo sich dann noch mal für mich gezeigt hat dass ich sehr stark auch bin in den organisatorischen Aufgaben.
00:07:07: Dann ist es aus acht Stunden sehr schnell!
00:07:10: Ich weiß nicht mehr wie viel.
00:07:11: Schon so ein Teil, einfach mit einem Teil meines Lebens geworden.
00:07:18: Wild aufregend!
00:07:20: Welchen Job hattest du damals noch mal?
00:07:22: Ich bin Sozialkädagogin im Bachelor und habe zuletzt auch im Jugendamt gearbeitet.
00:07:30: War in der Stadtverwaltung tätig und hatte zum Glück also in den Bestseiten wo eben keine Überlastungszeit war ganz klare Arbeitszeiten, wusste von acht bis siebzehnt Uhr bin ich im Büro und danach habe ich Freizeit und kann den Kunsthafen so drum herum gestalten.
00:07:50: Und ich hatte auch meine Arbeitszeit verkürzt und hatte einen freien Tag und denen hatte ich quasi immer schon für den Kunsthofen eingeplant.
00:07:58: Ja okay cool.
00:08:00: Das sehe ich eigentlich noch.
00:08:01: wann du so ... Ich weiß nicht wann das bei dir gestartet ist wie als Kind oder Jugendliche oder auch junge Erwachsene mit der Kultur-Kunstdiener in Berührung gekommen bist.
00:08:10: Was hat dich da so dran gepackt?
00:08:13: Da muss ich freu ausholen, weil das schon immer ... immer auf dem Teil meines Lebens irgendwie war.
00:08:20: Ich hab selbst sehr lange Theater gespielt in der Schule aber auch darüber hinaus.
00:08:26: Hab sehr früh auch in so sociokulturellen Projekten mitgewirkt.
00:08:31: also es war schon immer irgendwie da als ich nach Köln gezogen bin.
00:08:35: Ich
00:08:38: bin in so eine Gruppe reingerutscht.
00:08:41: In einem Freundeskreis, der ganz DIY ein Kulturwohnzimmer in Mühlenheim gegründet hat und da habe ich das auch noch mal ganz krass gemerkt dass es mir voll Spaß macht mich erstens in dieser Szene zu bewegen gleichzeitig aber auch so kreative Ideen mit Einfließen zu lassen.
00:09:03: Also, es war schon immer so da.
00:09:05: Aber so im Jahr zwanzig achtzehn ist noch mal so was dazugekommen, das dem Ganzen einen Rahmen gegeben hat.
00:09:12: Ja, schön!
00:09:14: Und du hast ja gerade schon gesagt, du hast im Bachelor in Sozialpädagogik.
00:09:17: Wie hast du den Beruf gewählt?
00:09:20: Mit welchen Ideen bist du daran gestartet?
00:09:23: Ich wollte ursprünglich Jura studieren und andere Welten werden... Weil ich schon immer so das Bedürfnis hatte, mich für andere einzusetzen.
00:09:33: Mich für andere stark zu machen, die es vielleicht gerade nicht können.
00:09:37: So im Nachhinein denke ich, dass ich mir schon immer meine Privilegien, die ich doch auch habe als schwarze Frau ... Dass ich mir die immer schon recht bewusst war und auch immer so... Ich bin selbst als Geflüchtete nach Deutschland gekommen in meiner Familie Und da auch immer schon die Fairness oder die soziale Ungerechtigkeit gesehen habe.
00:10:01: Und gleichzeitig aber auch gesehen hab, was ich trotz dessen welche Möglichkeiten nicht hab.
00:10:07: und irgendwie hatte ich immer so das Bedürfnis dann auf meine Möglichkeiten darin einfließen zu lassen dass andere davon ja, dass sich der andere mittragen kann oder andere Personen sichtbarer machen kann.
00:10:20: Und das war so die Idee, nachdem es sehr klar war dass Jura vielleicht nicht so easy zu erreichen sein wird mit meinem schlechten Avi.
00:10:29: War sozialpädagogik irgendwie so sehr naheliegend weil ich auch damals schon verschiedene Projekte gemacht habe.
00:10:37: So mit Geflüchteten auch gearbeitet hab und Kinder und Jugendliche betreut hab.
00:10:42: Weil es so irgendwie naheliegend einfach dann Sozialpädagoge zu studieren.
00:10:50: Ja, voll schön.
00:10:51: Jura ist auch ein todeslanges Studium,
00:10:53: ne?
00:10:54: Sechs Jahre oder so ...
00:10:55: sechs Jahre.
00:10:56: und dann dieser krasse Druck, der irgendwie bei dem Studiengang immer noch so da liegt, dass man Staatsexamen erreichen muss, wenn du zweimal durchgefallen bist war die ganze Studienzeit für den Arsch.
00:11:10: Nee, irgendwie hab ich sehr schnell gemerkt, dass ich mir das nicht antun möchte.
00:11:14: Und es ist halt einfach mit sehr viel Fleiß verbunden ist.
00:11:19: Ja, weiß das ich so sehr ... Manchen nennt es vielleicht sprunghaft.
00:11:24: Vielfältig?
00:11:24: Auf seinen Kaltiv fähig sein kann.
00:11:27: Da wusste ich irgendwie ganz schnell, dass der Job an sich irgendwie anwältend zu sein, sich vielleicht gepasst hätte aber der Weg dahin nicht
00:11:36: so.
00:11:37: Voll auch finde ich die faire Erkenntnis, ne?
00:11:39: Zu merken, okay, der Job da hinterher hätte vielleicht gepass, aber der weg dahin ist dann einfach irgendwie doch so.
00:11:45: was auch immer lang schwer wie auch
00:11:47: immer.
00:11:48: gehen wir manchmal mit dem Berufswunsch Schauspielerin so.
00:11:53: Ja gut, also dann irgendwann auch so ein Rundhäppig oder so, da würde ich mich ja sehen.
00:11:56: Aber der Weg dahin, oh Gott!
00:11:59: Schausspielerin wollte ich auch mal werden?
00:12:01: Aber irgendwie waren künstlerische Berufe für mich gar nicht auf den Plan.
00:12:08: Ich glaube das ist aus meiner migrantischen Background mitgegründet, dass sich immer ... Den Hintergedanken hatte, dass man Berufe erlernen muss, die so klar sind.
00:12:22: So was wie Ärztin oder ja so ein Beruf, an dem man greifen kann und nicht so etwas Brotloses wie Schauspielerin oder Musikerin oder so.
00:12:31: Geht mir auch so... Ich glaube bei mir ist es dann auch so ein bisschen.
00:12:34: dieses weiß ich gar nicht weiß sowohl diese auch kleinstädterische-kleinstädtische Prägung oder auch so, aus meiner Familie fällt es ein bisschen aus diesem wirtschaftlichen Berufsfeld von ... Ja genau wie du's auch beschreibst.
00:12:46: Du brauchst einen Beruf der nen Beruf ist ganz anerkannt oder irgendwas im Studium in der Ausbildung wo du ganz klar weißt was das hinführt.
00:12:54: Das ging mir dann mal schau'.
00:12:54: ich bin irgendwie auch zu unklar und zu offen aber hätte ich auch irgendwie geschwankt gefunden.
00:12:59: naja aber magst du erzählen eigentlich wie alt du warst als du nach Deutschland gekommen bist?
00:13:03: Und wie für dich denn der Staat hier so war?
00:13:06: Ich war kurz vor meinem siebten Lebensjahr.
00:13:11: So retroperspektiv betrachtet bin ich super froh und dankbar, dass ich drei Geschwister hab' Und wir mit unserer Mutter gemeinsam geflohen sind und das wir uns so hatten.
00:13:23: Und gleichzeitig weiß ich auch noch, dass es als Kind fand ich superaufgängig.
00:13:27: Weil wir waren in so einer geflüchteten Unterkunft mit ganz vielen Familien aus super unterschiedlichen Ländern.
00:13:34: und das hat mich halt auch so super geprägt, dass ich so Freunde aus der Türkei hatte und dann auch da irgendwie schon sehr früh als Kind irgendwie lernen durfte was der Unterschied zwischen Kurden und Türken sind.
00:13:46: Dass es
00:13:46: da
00:13:48: Konflikte gibt und so.
00:13:50: Ich hatte Freunde aus dem Iran.
00:13:53: Es war irgendwie wie so ein Riesenspielplatz, wo ich die ganze Zeit Friends hatte.
00:13:59: Das war die geflüchtete Unterkunft.
00:14:02: Aber außerhalb dessen in der Schule oder so ... War es anfangs wirklich sehr schwierig einerseits durch die Sprache.
00:14:13: Was mit den anderen gefluchteten Kindern nicht so wichtig war, weil niemand konnte Deutsch und da hat man einfach gespielt.
00:14:23: In der Schule wurde es schon anders gefordert, dass man spricht.
00:14:28: Aber wir haben relativ schnell Deutsch gelernt ... Ich bin in die zweite Klasse gekommen und im zweiten halben Jahr hab ich ganz normal mit dem Unterricht gemacht.
00:14:41: Und wollte dann auch immer schnell die Beste sein um einen anderen mithalten können.
00:14:46: Ist sehr schnell verflogen, dass so die sprachliche Hürde da war.
00:14:52: Mega stark, krass.
00:14:55: Wie viel deiner Geschwister bist du eigentlich?
00:14:57: Bist du die jüngste älteste?
00:14:57: Ich bin
00:14:58: die Jüngste.
00:14:58: Die Jüngster haben wir.
00:15:00: Die jüngsten von einer älteren Schwester und zwei Brüder in der Mitte.
00:15:04: Krass!
00:15:07: Du hast dann für dich gemerkt, was ich schön finde.
00:15:10: Der soziale Bereich interessiert dich vor und hat das auch studiert?
00:15:13: Hast du es im Fernsehen gemacht oder an der FH-Uni?
00:15:19: Ich
00:15:19: habe in den Niederländern studiert, einer Fachhochschule
00:15:23: auf Englisch.
00:15:24: Ja, ganz
00:15:24: aufregend!
00:15:27: Ich hab
00:15:27: mir drei Hochschulen angeschaut oder drei Beworben einmal in Berlin wo ich ursprünglich wirklich hin wollte.
00:15:34: Dann war die so weit weg wie möglich von zu Hause.
00:15:38: Und habe mich in den Niederlanden beworben und hatte da auch so einen Tag der offenen Tür, wo ich mir die Hochschule angeschaut hab.
00:15:46: In Paderborn war es halt eine halbe Stunde von zuhause
00:15:50: entfernt.
00:15:51: Ganz weit weg.
00:15:52: Wo ich überhaupt
00:15:53: nicht hin wollte!
00:15:55: Genau dann hatte ich aber das Glück dass aus Paderborne die Absage
00:15:58: kam.
00:15:59: Aus den Niedernlanden kam die Zusage zuerst vor Berlin.
00:16:02: Dann habe ich mich demnach einfach dafür entschieden Und genau, das war irgendwie ganz krass.
00:16:09: Weil wir zum Studium, also so zwei Wochen vor Studium
00:16:14: beginnen
00:16:14: mit dem Sprachkurs angefangen haben ... Ach!
00:16:17: Wir Deutschen waren so dreißig Deutschsprachige aus dem ganzen Studiengang von auch nur hundertzwanzig Personen und wir haben alle zwei Wochen vorher erst mit der Sprache gestartet.
00:16:29: Wild?
00:16:30: Ja, es lässt sich Ultra schnell lernen finde ich, so aus dem Deutschen heraus.
00:16:36: Aber es
00:16:36: ist
00:16:39: schon sehr überraschend dass das überhaupt angeboten wird aber es klappt.
00:16:44: Ich habe irgendwie meine dritte Hausarbeit dann also.
00:16:47: anfänglich durften wir auch auf Deutsch schreiben noch Und die dritte Hausarbeiter habe ich dann auf Niederländisch geschrieben.
00:16:53: Wenn ich sie heute noch mal lese, denke ich so ... Aber es hat irgendwie trotzdem geklappt.
00:16:58: Stark!
00:16:59: Das ist auch ein Unterschied, ob du zwei Wochen lang in der Sprache lernst für den Alltag oder für einen wissenschaftlichen Studium?
00:17:05: Absolut,
00:17:06: ja.
00:17:08: Aber ich glaube das geht halt wirklich soweit.
00:17:10: so sehr ähnlich auch irgendwie ins Geht das schon aus dem Deutschen heraufs Niederlandisch zu lernen anders wäre's vielleicht.
00:17:18: Ich glaube, ich hätte mir damals noch nicht mal auf Englisch, obwohl ich jahrelang Englische in der Schule gelernt habe.
00:17:23: Hätte ich mir glaube ich noch niemals auf englisch so einen Studiengang vorstellen können aber...
00:17:28: Ja, spannend!
00:17:29: Hättest du dir ja vorstellen können dann in den Niederlanden zu bleiben?
00:17:32: Oder war für dich dann schon klar irgendwann auch wieder zurück?
00:17:35: Obwohl ich das dort sehr mochte und leuwaden ist, dass es die Stadt, in der ich studiert hab, auch echt eine sehr schöne kulturell Ein junger Studentenstadt ist was für mich von Anfang an klar, dass es danach Berliner oder zurückgeht.
00:17:52: Ich habe eine Freundin, die wohnt in Amsterdam und ich hab mal ganz nett.
00:17:56: Da zu sein finde ich echt schon cool.
00:17:58: Ich mag die Sprache auch voll!
00:17:59: Und ich kann's jetzt nicht beurteilen wie sie im Studium wären.
00:18:03: Ich glaube schon haben wir nur echte Nummer aber ich habe auch immer das Gefühl, weil ich mit ihr drei Tage verbringe noch bei ihrer Familie so bin.
00:18:08: Ich komme einigermaßen... Na klar, ich habe schon auch ihre Hilfe.
00:18:13: Ja, ich finde es auch ... Vieles kann man sich ableiten.
00:18:17: Man kann sich das ableiten und ich find auch, obwohl es so nah beieinander ist, ist die niederländische Kultur aber auch der Umgang noch mal ein anderer ist in Deutschland.
00:18:28: Ich hab dort zum Beispiel gelernt wie deutsche ich bin einfach durch Sachen wie Pünktlichkeit oder so.
00:18:36: Das ist mir da erst so bewusst geworden, wie wichtig meine Pünklichkeit ist.
00:18:39: Ähm, und Niederländer das vielleicht
00:18:42: nicht so
00:18:44: eng sehen.
00:18:45: Hm ... Wünichtigkeit würde ich auch sagen ist bei mir ein Riesending irgendwie.
00:18:50: Und wusstest du da eigentlich schon in deinem Studium was du damit machen möchtest?
00:18:54: So ganz konkret?
00:18:55: Damals schon.
00:18:56: Ich hab dann davor ja auch schon in der geflüchteten Beratung, es war eine psychosoziale Beratungsstelle für migrantische Personen.
00:19:07: Da habe ich mein Anerkennungsjahr gemacht.
00:19:09: Nein, keine Ahnung.
00:19:11: Es war ein freiwilliges soziales Jahr vor dem Studium.
00:19:16: Das habe ich dort gemacht und davor war ich in einer Jugendmigrationsberatung, wo ich auch selbst vorher als Teilnehmerin an Projekte teilgenommen hab.
00:19:26: Und da habe ich aber auch so meinen Schülerinnenjob dann damals angefangen und habe Hausaufgabenbetreuungen gemacht.
00:19:33: Deswegen war für mich eigentlich schon klar, dass ich so in Richtung Migrationen und Flucht nach dem Studium auch arbeiten möchte.
00:19:42: Und hast du das noch danach
00:19:43: gemacht?
00:19:43: Habe ich gemacht!
00:19:46: Ich habe tatsächlich meine erste Vorne Stelle bei dem Jugendmigrationsdienst dann auch gestartet, dass war eine Schwangerschaftsvertretung und deswegen auch sehr klar, dass es begrenzt war.
00:19:58: Danach bin ich... Das war ja im Jahr wo sehr viele Geflüchtete ja auch nach Deutschland gekommen sind, habe ich in einer Wohngruppe für unbegleitete, minderjährige Gefluchtete gearbeitet und hab da eben das Wohnen dieser Kinder- und Jugendliche quasi organisiert.
00:20:24: Was eine sehr aufregende Zeit war... die ich auch überhaupt nicht missen möchte.
00:20:30: Aber auch da hab' ich schon gemerkt, die Arbeit mit Menschen liegt mir, gibt mir sehr viel und ich finde es auch super bereichernd so viele Kinder- und Jugendliche begleitet zu
00:20:42: haben.".
00:20:43: Aber irgendwie hab ich mich auch an irgendeinem Punkt gefragt, wo euch viele Kinder und Jugendliche willst du noch begleiten?
00:20:48: Ich hatte immer das Gefühl ... Also bis heute habe ich noch Kontakt zu einigen.
00:20:52: Ah
00:20:52: schön!
00:20:53: Habe ich überhaupt so viel Platz um so viele Menschen aufzunehmen.
00:20:57: Man lernt ja im Studium, da gute Abschlüsse zu finden und Leute gehen zu lassen.
00:21:04: Das war schon so ein Thema für mich vor allen Dingen, weil diese Jugendliche sonst wie ähnlich Familie oder Anknüpfungspunkte hatten, dass ich das Gefühl hatte.
00:21:15: Ich muss da sein für die.
00:21:18: Das war schon so ein bisschen ... schwierig auch für mich.
00:21:21: Glaub ich voll!
00:21:23: Ja, ich verstehe total dieses Gefühl.
00:21:25: Wie viel Kapazität hat man?
00:21:26: Für wie viele Menschen nahe an sich, distanziert an sich?
00:21:31: in welchem Rahmen passt das dann irgendwo?
00:21:33: Wie würdest du eigentlich sagen, war für dich deine Balance aus Abgrenzung und ja, für dich selber da irgendwie auch guten Work-Live-Balance-Prozideritzern, als auch aber dass du ja sicherlich vieles nachfühlen konntest durch deine eigene Erfahrung.
00:21:50: Wie hast du das für dich geschafft, dich da einerseits sehr nah zu fühlen und abzugrenzen?
00:21:56: Ich glaube, dass es immer noch so ein Prozess ist für mich generell was Arbeitsbedingte Themen angehen weil ich oft einfach mit Leidenschaft über meine Arbeit bin.
00:22:11: Abgrenzung irgendwie einfach auf ein Thema für mich ist und schwer, mir schwer fällt.
00:22:17: Ja eben einfach zu sehen dass es bestimmte Grenzen auch einfach gibt wie zum Beispiel dadurch das ist eine Junghilfe Einrichtung war, dass man zum Beispiel Dienste hat und ich hatte einen Diensthandy.
00:22:34: wenn ich keinen Dienst habe dann ist das Handy aus.
00:22:37: also solche Praktischen Grenzen und gleichzeitig aber auch zu schauen, dass ich mich thematisch in meiner Freizeit vielleicht auch mit anderen Dingen befasse.
00:22:47: Oder wenn ich meine Themen nach Hause genommen habe das ich weiß es gibt Menschen mit denen ich mich da kurz über austauschen kann und dann ist es auch raus und dann belasse ich sie dabei.
00:22:57: Ich merke das so bei mir in der Arbeit also die Kinder, die wir betreuen in der Kinder- und Jugendhilfe sind in der Gruppe ab vier dass ich teilweise auch das Gefühl habe, krass, wenn ich mich da rein denke.
00:23:11: Biologisch kann ich jetzt auch schon ein fähiges Kind haben so und da auch diese einerseits natürlich irgendwie weiß ich gar nicht wie man das benennen vielleicht mütterlichen Gefühle oder sehr nahen Gefühlen zu haben als aber auch in dieser Abgrenzung zu sein von naja aber das ist ja doch der Job und das sind meine Schichten und ich komme da zum Arbeiten und das finde ich teilweise irgendwie voll hart zu sehen oder auch den Kindern zu sagen, ich hab jetzt mal eine Schicht bei euch.
00:23:40: Aber trotzdem ist es ja also merke ich so auch für meine Gesundheit irgendwie ganz wichtig da diese Balance zu haben.
00:23:47: Absolut.
00:23:49: Das ist ja von diesem gerade Umfeld in der Arbeit mit Menschen auch teilweise gar nicht so leichter.
00:23:54: Für sich einfach ist das etwas sehr persönlich Individuelles abzustecken.
00:23:59: wo ist mein eigener Rahmen und Raum?
00:24:02: Absolut und ich finde, es darf halt auch beides so sein.
00:24:05: Dass man einerseits hat diese Nähe hat das Gefühl irgendwie mütterlich für die Person da zu sein.
00:24:11: aber gleichzeitig ist es... It's a
00:24:13: job!
00:24:14: I'm not your mark!
00:24:16: Ja voll Und als es dann weiter ging Nee, warte anders.
00:24:20: Ich wollte das anders fragen!
00:24:22: Du warst dann ja noch nicht in Köln zu dem Zeitpunkt, richtig?
00:24:25: Wann war für dich die Idee eigentlich mit nach Kölnen?
00:24:28: Eigentlich schon immer.
00:24:31: Also der Job hat sich so ergeben.
00:24:33: eben auch mit den Umständen aus dir... Das Immigrationsgeschehen hat sich der Job so ergeben und auch die Option für mich, die Gruppe zu leiten.
00:24:44: Das war eine ganz großartige Erfahrung, frisch nach dem Studium in so einer Stelle zu kommen.
00:24:50: Deswegen habe ich sie ja erst mal angenommen, aber für mich war es schon immer klar, dass ich einfach in die Großstadt gehöre ... Und nicht in dem Kaffee, wo ich auch drüber zu bin!
00:25:01: Genau aus der Arbeit mit... Aus der Wohngruppe heraus hat sich für mich auch irgendwie noch mal so gezeigt, ich möchte an anderer Stelle darüber entscheiden wie es diesen Jugendlichen geht.
00:25:14: Zum Beispiel ist halt ein Punkt in der Kinder- und Jugendhilfe so dass du wenn Kinder und Jugendliche, wenn Jugendliche achtzehn werden das dann normalerweise die Hilfe aufhört und da nochmal eine Prüfung gegangen werden muss oder kann ob ein Jugendlicher Darüber hinaus noch Unterstützung bekommen.
00:25:36: Zu der Zeit war das so, dass es bei sehr vielen U-Mas, also unbegleitete minderjährige Geflüchtete ... Das ist so wahr, die Hilfen immer sehr abrupt gehendet sind.
00:25:46: und aus der Praxis heraus hab ich beobachtet, sie sind achtzehn geworden aber trotzdem sind sie allein schon dadurch, dass sie ohne familiäre Unterstützung hier sind den kulturellen Unterschied, weil sie sich hier einfach auch noch irgendwie anders einrichten müssen.
00:26:07: Und ja ist mir halt aufgefallen dass Sie nicht in Anführungsstichen mit achtzehn noch nicht fertig
00:26:13: sind
00:26:14: und eigentlich noch weitere Unterstützung bedürfen.
00:26:17: und das ist halt ein Thema was beim Jugendamt angesiedelt ist um dazu entscheiden ob ein Jugendlicher noch weiterhin Hilfe bekommt oder nicht.
00:26:26: Ja genau deswegen war das so meine Motivation.
00:26:30: Ich möchte an anderer Stelle für diese Jugendliche entscheiden können, ob sie weiterhin Unterschützungen bekommen oder nicht.
00:26:36: Deswegen bin ich zum Jugendamt gewechselt.
00:26:38: Das war so eine der Motivationen auch dafür ...
00:26:40: Ah ja!
00:26:41: ...
00:26:41: dann in Köln mich in die Richtung zu orientieren.
00:26:45: Wie schnell will du sagen hast dich denn in Kologne eingelebt?
00:26:49: Super schnell und auch ein bisschen aufgeteilt.
00:26:53: Das eine war so die pädagogische Arbeit beim Jugendamt.
00:26:56: Ich wusste auch vorher schon, dass die Behörde vielleicht nicht genau mein Setting ist.
00:27:03: Auch so mit den Hierarchien und so.
00:27:05: Und gleichzeitig habe ich ja das Projekt Ranzeria, dieses Kulturwohnzimmer für mich entdeckt und dort auf Freundschaften geschlossen.
00:27:14: Dann waren das ... Die zwei Welten, in denen ich mich bewirkt hab, zum einen war das Jugendamt und meinen Ausgleich war eben diese Ranzoria mit dem kulturellen Projekten
00:27:25: War schön.
00:27:26: Auch cool, dass du dann so also beruflich als auch in einem privaten da so schnell deinen Place gefunden hast.
00:27:32: Ja voll!
00:27:34: Das ging mir am Anfang nicht so in Köln.
00:27:36: ich habe irgendwie echt gebraucht.
00:27:38: aber ich glaube ich hab damals auch den Fehler gemacht das ich bin zum Studieren hier vor zehn Jahren hingezogen und dass ich eigentlich fast jedes Wochenende nach Hause gefahren bin an Heimatstadt Dadurch immer zwar unter der Woche hier war, aber dann ja auch primär halt fürs Studium.
00:27:51: und dann habe ich noch in dem Kölner Pferdeschutzhof ein bisschen mitgeholfen.
00:27:55: Aber hab sonst nicht so mir die sozialen Kontakte aufgebaut.
00:28:00: Und dann hat er Wochenende wieder in Osnabrück... Deswegen habe ich lange nicht diesen Grip von, hier sind so meine Orte oder so meine Leute.
00:28:10: Das hat sich erst vor vier Jahren zurückgezogen und bin mehr gefestigt.
00:28:15: Da bin ich auch ganz dankbar für das.
00:28:17: Ich finde es ist ausschlaggebend wenn man in eine neue Stadt zieht.
00:28:21: wo und mit wem fühle ich mich verbunden?
00:28:24: Hast du dann aktiv beim zweiten Umzug nachgesucht?
00:28:29: Ich glaube, ich hatte das Glück, dass ich dann hier direkt ein Praktikum gestartet habe in der Fernsehreaktion.
00:28:35: Und da haben sich dann Freundschaften erschlossen und da haben wir dann auch nach der Arbeit viel zusammen gemacht so.
00:28:42: Dann hatte ich mehr dieses soziale Gefühl und ich bin dann auch in einer... wie viele waren wir denn?
00:28:48: Fünfer WG genau gezogen mit zwei Schwestern und einen Pärchen und ich.
00:28:52: Das war natürlich auch dann direkt so ein sozialer Ort.
00:28:56: Ja, das war gut.
00:28:57: Und natürlich auch bin ich nicht jedes Wochenende nach Osnabrück gefahren.
00:29:00: Die Wochenenden waren dann auch primär halt hier und ja, das macht schon irgendwie viel aus also ist ganz interessant.
00:29:07: Ja vor allem es habe mich in den Niederlanden auch so beobachtet weil ich hatte dann ganz schnell mit den Deutschen, mit denen ich studiert hab damals dann irgendwie sowas wie wir waren eine zweite Familie irgendwie weil man halt so weit weg von zu Hause bei drei Stunden Fahrt oder so.
00:29:23: Das machst du halt auch nicht jedes wochen Ende.
00:29:26: Dadurch erschließt sich das viel schneller.
00:29:29: Voll, ja total!
00:29:31: Und als es dann bei euch auch mit dem Kunsthafen intensiver wurde ... Wann war für dich der Punkt von okay ich muss jetzt entscheiden höre ich beim Jugendamt auf und konzentriere mich komplett auf die Kulturarbeit?
00:29:43: Wie hat sich das abgezeichnet?
00:29:48: So einen ganz klaren Schnitt gab es gar nicht so, dass ich gesagt habe, ich entscheide mich jetzt für den Kunsthafen und gegen Jugendamt.
00:29:56: Ich hatte so eine ... ... ein paar Fälle die sehr belastend waren, wo ich gemerkt hab, ich komme irgendwie an ne Grenze... Und ich war auch mit dem Arbeitsumfeld nicht mehr zufrieden bei mir Jugendamt gefühlt von heute auf morgen, aber nee ich bin auf Reisen gegangen und habe dann entschieden... Ich kündige den Job ohne irgendwie zu wissen wie es weitergeht.
00:30:24: Ich vertraue einfach darauf das ist gerade sich nicht gut anfühlt dazu sein und hab dann daraufhin gekündigt und im Kunsthafen ist eigentlich genauso weitergelaufen so in Herrn Führungsschrichen nebenher.
00:30:40: Genau, für mich war zu dem Zeitpunkt einfach wichtig, mich aus dem ... ja, aus dem Amtkontext irgendwie rauszunehmen.
00:30:48: Mhm.
00:30:49: Verstehe.
00:30:51: Und bist du dann also als das anfing so vielleicht auch noch präsenter zu werden?
00:30:55: Das Gefühl von mir bin ich jetzt nicht mehr ganz auf ewig lange glücklich.
00:31:00: Bist du dann reisen gegangen?
00:31:02: Mhm,
00:31:02: genau da bin ich ähm... Ich glaube, Mai-Zweiundzwanzig war das.
00:31:06: Ich weiß es noch ganz genau.
00:31:09: Ich hatte einen Van ausgebaut und bin damit nach Portugal gefahren.
00:31:15: Und hab da irgendwie sehr viel Zeit für mich gehabt und konnte beim Surfen auch so ohne dass ich jetzt bewusst gesagt habe, ich gehe da jetzt rein und denke, mach eine Erstellung pro Kontralliste oder so, kam das irgendwie so ganz ... Ja, ganz automatisch will ich was schon.
00:31:34: Toll!
00:31:35: Ich find das immer ein schöner Prozess wenn man sich eben nicht so völlig verkopft.
00:31:39: dieser Frage wird mit aber dann irgendwann doch das Gefühl so bekommt und sich das erhärtet zu wissen okay doch es zeichnet sich jetzt klar ab wie ich entscheiden möchte
00:31:49: ja
00:31:49: hast du da damit im surfen angefangen eigentlich oder hattest du schon früher?
00:31:53: Hätte ich schon früher gemacht aber nie in so einer regelmäßigkeit.
00:31:58: genau so durch Mit dem Van und durch ... Prozesse, die ich gegangen bin, hat sich das einfach so rausgestellt.
00:32:08: Dass ich zum Beispiel mehr Zeit für meine sportlichen Aktivitäten investieren möchte.
00:32:14: Mehr Zeit auch für mich.
00:32:15: Und dass Arbeit im klassischen Sinne nicht so viel Raum einnehmen soll in meinem Leben.
00:32:23: Fühlig!
00:32:24: Das kam so in der Zeit.
00:32:26: Ja, gut... Wie lange warst du denn insgesamt reisen?
00:32:30: Da jetzt zu dem Zeitpunkt Monat und mit den Wellen.
00:32:35: Ja, richtig cool!
00:32:37: Oh, herrlich.
00:32:39: Richtig schön.
00:32:39: Seitdem mache ich das auch jedes Jahr?
00:32:41: Krass!
00:32:43: Und da gab es eigentlich auch mal so, aber schon glaube ich acht Jahre her oder so... ...aber das war auch richtig toll.
00:32:47: mit der Oma waren wir da.
00:32:48: Ach, schön.
00:32:50: Weißt du surfen?
00:32:51: Nein!
00:32:52: Das ist ja etwas Lustiges.
00:32:53: Wir haben uns auch irgendwie in einem Surf-Retreat quasi doch der Fokus war ja schon auf Surfen.
00:32:57: Ich weiß gar nicht also ich habe das ja wirklich gebucht und also wirklich mit der Idee von, sag ich gar nicht ob ich das zu surfen will.
00:33:05: letztendlich wäre ich total ... beknackt, irgendwie zu sagen.
00:33:08: Wir hatten
00:33:11: ja auch schon noch mal diesen Fokus auf die persönliche Entwicklung und so.
00:33:15: Ja
00:33:15: voll!
00:33:16: Aber ich fand es auch ganz schön stark von dir sozusagen.
00:33:18: Ich gehe nicht mit zur
00:33:19: Öffnung, aber
00:33:20: das hat halt trotzdem gepasst.
00:33:21: Das war jetzt nicht so dass es... Also alle anderen aus der Gruppe sind schon gecerft, aber... Ich habe mich
00:33:27: nicht als Außenseiter im Gefühl.
00:33:29: Ich hab' mich gerne zugeguckt.
00:33:31: Wann war eigentlich für dich auch der Sport in deinem Leben ein wichtiger...?
00:33:35: Faktor.
00:33:37: Eben bei den Berufswünschen habe ich mich vergessen, eigentlich wäre ich am liebsten Athletin geworden.
00:33:43: Am allerliebsten... Ich bin schon seit meiner Kindheit immer viel gelaufen und hab Fußball gespielt im Verein ganz lange Und habe natürlich auch nie so als Beruf in Bienerwigung gezogen.
00:33:57: aber der Sport war schon immer da eigentlich Mal mehr mal weniger.
00:34:05: Mit dem Studium ist es weniger geworden, aber ... Ja.
00:34:12: Das war schon immer irgendwie da.
00:34:14: Immer verschiedene Sportarten.
00:34:15: Aber so das Laufen ist das, was konstant geblieben ist und Surfen jetzt auch eine Weile.
00:34:22: Schön!
00:34:23: Ja, voll toll, dass du für dich erkannt hast, das tut dir auf allen Ebenen gut und darf durch die verschiedensten Lebenskapitel das wieder mitzunehmen?
00:34:31: Ich hab neun nicht gehört, dass wir Millennials gerade dabei sind, unsere Hobbys und Sachen die uns in der Kindheit irgendwie gut getan haben wieder so aufleben zu lassen.
00:34:45: Ich finde ist da irgendwie was dran also auch bei mir, dass ich gerade das Laufen wieder so stark in meinem Leben mit habiere.
00:34:55: Bei anderen sind es zwar nicht Dittelmaus, ist jetzt auch wieder zurück.
00:35:02: Ja, gehe ich mit.
00:35:02: Ich bin früher ganz gerne Fahrrad gefahren und wir sind jetzt schon mal gegravelt.
00:35:08: Ist das ein Verb inzwischen?
00:35:10: Ja, kann
00:35:11: man sagen.
00:35:13: Und da habe ich auch das Gefühl gehabt, vielleicht kommt es sogar wieder als Freizeitaktivität.
00:35:18: Richtig schön!
00:35:19: Wie war dann eigentlich für dich?
00:35:21: also, als du aus der Reusezeit zurückgekehrt bist, zumindest erst im einen Monat ... Deine neue Einrichtung, Ausrichtung.
00:35:29: Also wenn du dann gemerkt hast okay dieses Gefühl hat sich erhärtet, Jugendamt ist jetzt so nicht mehr und da kamst du zurück von der Reise wie hast du dich dann positioniert?
00:35:40: Ich glaube dir härteste aber auch klarste Schritt war dann wirklich das auszusprechen die Königungen auszusprechen.
00:35:48: mit mir haben dann noch zwei weitere Kolleginnen kündigt und es war irgendwie Schön, das so nicht alleine durchzumachen.
00:35:56: Aber auch eine Klarheit darin zu haben.
00:35:59: Das war super erleichter als ich die Königung eingereicht habe und gleichzeitig aber auch nichts Neues zu haben, aber darauf zu vertrauen dass was kommt War ne sehr spannende Erfahrung Aufregend täglich irgendwie anders war.
00:36:18: So einerseits, oh mein Gott!
00:36:20: Wie soll ich meine Miete mit sein und so?
00:36:23: Aber auch darauf zu vertrauen dass schon irgendwas kommen wird was besser zu mir passt oder anders zu mir.
00:36:32: Boah ja das ist ja teilweise wirklich wie du sagst also Tagesform abhängig.
00:36:35: Ich kenne es auch dass man manchmal so denkt Und ich glaub, das klappt alles.
00:36:39: Nicht Hilfe!
00:36:41: Dann gibt's da aber Tage, wo wirklich die Vertrauen so ganz präsent ist ... Ja es wird irgendwie alle schon go with the flow.
00:36:48: Ich glaube nach der Freude, die ich auch von dir gehört hab.
00:36:50: mit dem Zyklus, glaub' ich, je nachdem, wo man sich im Zykulus befindet, auch noch mal anders jemand dazustehen und wie beruhigt man teilweise auch ist.
00:37:02: Ja komplett.
00:37:04: Das Vertrauen was du hattest?
00:37:05: Wo hat sich das dann gezeigt, also wie ging es dann weiter?
00:37:11: Erstmal musste ich nach der Kündigung auch erst noch ein bisschen drei Monate Kündigungsfrist und so.
00:37:20: Es muss sich tatsächlich noch etwas umsetzen und gleichzeitig habe ich irgendwie ganz viel mit Freunden darüber gesprochen und war irgendwie auch so ganz aufmerksam darauf wie Leute mich wahrnehmen.
00:37:33: was hab auch so aktiv nach Feedback gefragt.
00:37:38: Und dann hat ein Freund von mir, mit dem ich zu dem Zeitpunkt auch einen Festival ausgerichtet habe.
00:37:43: Wir sagen eh, Nadine... Du gehörst doch voll in die Musik!
00:37:47: Weil
00:37:48: das Festival was wir ausgerechnet haben war so'n Kunstfestival.
00:37:54: und genau als er das gesagt, als er es so ausgesprochen hat, war ich so
00:37:58: Ja
00:37:58: stimmt also eigentlich schon.
00:38:00: Also ich bin selbst keine Musikerin aber ich bin sehr gerne In diesem Umfeld und befasst mich schon immer mit popkulturellen Themen und auch mit verschiedenen Musikgenres.
00:38:11: Und dann hatte der so ein paar Empfehlungen ausgesprochen, von denen ich mir ein paar angeschaut habe.
00:38:18: Und irgendwie ist das so gewachsen.
00:38:21: Toll!
00:38:23: Also einerseits war es wirklich das, dass sich so offen dafür war was mich andere wahrnehmen aber gleichzeitig auch so offen für alle möglichen Richtungen.
00:38:34: So cool.
00:38:36: Und dann hast du ja sogar auch noch überlegt, ich mache auch nochmal ein Master.
00:38:40: Mit welchem Impuls kam das Vorhaben?
00:38:47: Ja... Ich hatte schon immer vor einen Master zu machen.
00:38:50: Hab ihn im sozialem Bereich nie so den Passenden gefunden und habe aber auch irgendwie so aus... Also es ist gar nicht so dass meine Mutter in der Erziehung irgendwie vorgegeben hat gewisse Abschlüsse haben müssen oder so.
00:39:04: Aber ich bin irgendwie damit aufgewachsen, dass zu einem Bachelor gehört auch ein Master.
00:39:11: Das war schon immer in meinem Hinterkopf und bei dem Wechsel in die Kulturbranche dachte ich, ich brauche was Handfestes um mich positionieren zu können.
00:39:24: Ich bin jetzt dazu berechtigt, in der Kultur zu arbeiten.
00:39:27: Ich habe immer so das Gefühl, Deutschland braucht man auch immer irgendeinen Schein oder so um irgendwer zu sein.
00:39:34: und da hab ich glücklicherweise den Studiengang gefunden im Kulturmanagement und Kulturpädagogik an der Hochschule Niederrhein.
00:39:42: Der ist mir aus meinem praktischen Wissen noch gut erleichtert hat, da einen Zugang zu bekommen.
00:39:52: Das
00:39:52: kam dann halt alles so zusammen, dass ich mich für ein Job beworben habe.
00:39:55: Für das Studium beworgen hab und dann ging es irgendwie von ... Ich hab im September glaub ich aufgehört und im November-October ging's schon wieder weiter.
00:40:04: Aha!
00:40:06: Und dann bist du aber nicht an der Niederrhein gezogen?
00:40:08: Nee,
00:40:09: nee, das stand überhaupt nicht.
00:40:11: Nee, ich bin gependelt und konnte zum Glück auch sehr viel online damals noch ... Vorfreuen, zum Glück.
00:40:18: Also nie nach München glatt warten.
00:40:21: Von Köln aus?
00:40:21: Na ja!
00:40:22: Ja gut, das kann ich auch ganz gut pendeln, stimmt und wie ist vielleicht jetzt ein thematisches Sprung?
00:40:29: Ich weiß nicht ob es für dich passt aber es fällt mir jetzt so ein... Du bereitest dich jetzt gerade von Marathon vor.
00:40:35: Wann kam für dich die Überlegungen?
00:40:37: Ich will den Marathon laufen.
00:40:38: Das ist jetzt auch nicht dein erster, aber wann ist das gestartet?
00:40:42: Ursprünglich
00:40:42: habe ich mir vorgenommen, ich hab so eine Bucketlist.
00:40:44: Die ist nicht ganz statisch aber die gibt's irgendwie in meinem Kopf und da steht dass ich vor meinen vierzigsten Marathon laufen möchte und auch den New York-Marathon mal gelaufen haben möchte.
00:40:59: und dann hat sich so ja in den letzten Monaten bin ich halt sich das Laufen einfach nochmal intensiviert Und ich bin so halbmarathonstrecken gelaufen und hab mich dann eigentlich für den Halbmarathorn im Mai vorbereitet.
00:41:16: Und habe dann aber gemerkt, dass ich irgendwie schon viel mehr laufen möchte und viel weiter.
00:41:20: Und bin dann im April den Marathon in Düsseldorf gelaufen.
00:41:26: Krass!
00:41:27: Ich hatte ein Halb-Marathon.
00:41:29: Ja, es war so eine tolle Erfahrung also auch das Training dahin und überhaupt diese Distanz zu laufen.
00:41:38: Ja, einfach toll!
00:41:40: Hast du dich da ganz alleine darauf vorbereitet
00:41:42: oder
00:41:42: hattest du dann dein Laufgruppe?
00:41:45: Ich habe mich erstmal allein darauf vorbereitet.
00:41:48: also das Laufen, wie gesagt, das kenne ich irgendwie schon aus meiner Kindheit noch in der Jugend.
00:41:54: Und irgendwann hab' ich gemerkt, oh, Laufen ist ja voll hip geworden Das macht ja nicht nur ich.
00:42:02: Und ja, dann habe ich so ein paar Laufklubs auch hier in Köln ausprobiert oder bin ich dazu gestoßen und bei einem bin ich etwas länger geblieben Unity Run Colon.
00:42:16: So einmal die Woche sich auch mit anderen irgendwie zu treffen und gemeinsam zu laufen hat mir auch häufig gegeben Weil ich eigentlich immer dachte, beim Laufen will ich in Ruhe gelassen werden.
00:42:26: Ich will meine Musik hören und mit jemandem reden und so.
00:42:29: Aber für das Lauftraining habe ich festgestellt dass es total gut ist sich auch auf andere anzupassen also auf ein bestimmtes Tempo anzuppassen aber auch mit anderen zu reden.
00:42:39: einfach dieses Reden an sich ist schon ein super gutes Training.
00:42:43: Laufen ohne zu schnaufen!
00:42:45: Gerichtig
00:42:47: Genau, das sind wir in Zone II Training.
00:42:51: Es ist so, dass man ein Gesprächstempo halt einfach noch
00:42:55: haben muss
00:42:57: und das fördert die Ausdauer.
00:43:01: Dann war es ja voll Sinn, mit anderen auch zu laufen.
00:43:03: Voll?
00:43:03: Oder irgendwie zu telefonieren oder so?
00:43:06: Ist vielleicht für die andere Person nicht ganz so angenehm, aber...
00:43:12: Ja gut!
00:43:14: Und als du dann in Düsseldorf gelaufen bist, gab's da während des Marathons Momente, wo du auch das bei euch dabei schaffst doch nicht
00:43:22: Äh, nicht direkt.
00:43:24: Aber ich hab bei Kilometer sieben Dreißig einen Krampf bekommen und dann ging's einfach nicht mehr weiter und ich hab mich hingesetzt und hab angefangen zu weinen
00:43:33: weil
00:43:34: ich so ... Weil ich das so unbedingt wollte um mir dieser Krampf irgendwie ist ... Es wurde so groß in meinem Kopf, ne?
00:43:42: Ich dachte, nee, ich will das jetzt unbedingt schaffen!
00:43:45: Und ähm... Dann habe ich zum Glück mit Unterstützung den Krampf rausbekommen und konnte dann auch weiterlaufen.
00:43:53: Ich hatte schon den superkrassen Ehrgeiz, das auf jeden Fall zu schaffen.
00:43:57: Egal mit welcher Zeit aber ich wollte es schaffen und dass ich das dann geschafft habe war echt schon noch mal so.
00:44:04: wow!
00:44:04: So ein Kick.
00:44:05: Ja glaube ich
00:44:06: voll
00:44:07: Aber kam da eigentlich direkt so Sanitäter in oder wie?
00:44:09: Nee,
00:44:12: stimmt.
00:44:13: Da waren keine Sanis aber einfach so Menschen die am Rand gejubelt haben
00:44:17: und so.
00:44:18: Da
00:44:19: kamen so dazu und haben gefragt ob ich Hilfe brauche und sie eigentlich braucht.
00:44:22: also musste den Krampf einfach nur rausstrecken quasi.
00:44:26: Aber das Menschen daran hat schon sehr geholfen
00:44:29: glaube ich.
00:44:29: voll Ist ja eigentlich auch, wenn man sich überlegt du bist dann zu dem Zeit wo wir schon sieben und dreißig Kilometer gelaufen.
00:44:37: Also man könnte einerseits denken ja so kurz vom Ziel andererseits sind es dann noch mal sechs Kilometer ne?
00:44:42: Zweiundvierzig Kilometern.
00:44:44: So wie ich ist das ja gar nicht!
00:44:44: Das wäre ja schon meine eigentliche Zieldistance und da ja nichts zu denken.
00:44:50: Ich lasse es jetzt aber ist es auch irgendwie schon kurz vorm Ziel.
00:44:53: also stelle ich mir auch in dem Moment total frustrierend vor aber ultra cool dass du dann durchgezogen
00:44:58: hast.
00:44:58: Ja, schon!
00:45:00: Obwohl ich mir vorher auch gesagt habe hey, machst du es jetzt wie's passt?
00:45:04: Wenn gar nicht geht hörst du auf also was das Schlimmste was passieren kann, du hörst halt einfach auf so.
00:45:08: und aber ja der Ehrgeiz ist doch ein bisschen was.
00:45:12: Ja klar, gerade wenn man schon sieben Dreißig Kilometer gelaufen ist dann auch.
00:45:17: Zu wann würdest Du denn eigentlich gerne den New York Marathon machen?
00:45:21: Nächstes Jahr?
00:45:23: Also jetzt wo ich so noch mal intensiver laufe, habe ich festgestellt dass so Straßenläufe gar nicht das ist was mich so erfüllt.
00:45:32: Ich finde es so trailrunning, finde ich gerade sehr spannend weil das auch viel abwechslungsreicher ist.
00:45:38: aber dennoch werde ich dem New York Marathon auf jeden Fall laufen vor meinem filzigsten.
00:45:43: Das heißt ich hab jetzt noch drei Jahre Zeit.
00:45:47: Ja, cool.
00:45:48: Aber Trailrunning ist nicht auf Marathon-Distanz?
00:45:52: Nee, es ist ganz unterschiedlich.
00:45:54: Es gibt so Ultra-Trailruns ... Also, Ultra-Runs sind immer alles das, was über den Marathonumfang hinausgeht, also alles über zweiundvierzig.
00:46:06: Und das ist so das, worauf ich hinaus trainieren möchte.
00:46:09: Über zweiund vierzig?
00:46:12: Also hast du ein konkretes ... Ziel, also eine Distanz?
00:46:16: Ähm...bisher möchte ich jetzt erst mal die ersten Mal, step by step.
00:46:19: Erstmal den anstehenden Marathon gestehen und dann möchte ich so an die fünfzig Kilometer erstmal laufen.
00:46:26: Krass!
00:46:27: Ja okay wild.
00:46:29: Spannend
00:46:30: Und
00:46:31: du hast ja auch eine sehr florierende Instagram-Plattform.
00:46:36: Ja.
00:46:37: Das ist so cool.
00:46:38: Wie entstand diese Idee?
00:46:39: dazu zu sagen ey das was ich mache möchte ich mit anderen teilen.
00:46:45: Es hatte so verschiedene Momente.
00:46:47: Ursprünglich habe ich den Account gestartet, weil ich meinen anderen Account nicht so überfluten wollte mit Themen die vielleicht andere Personen nicht so interessieren.
00:46:56: Dann wollte ich halt einfach so fokussiert mein Bandausbau damals dokumentieren aber auch irgendwie mit anderen interessierten Teilen und noch ein bisschen im Austausch sein mit anderen die vielleicht das ähnliche Thema haben.
00:47:10: Das war so ein Punkt, dieser Austauschgedanke.
00:47:14: Aber mit dem Laufen kam das dazu, dass ich nach jedem Lauf das Gefühl
00:47:19: hatte ...
00:47:19: Ich muss jetzt irgendwie einen Interview geben und erzählen, wie der Lauf gewesen ist!
00:47:26: Kennst du das, wenn so Fußballspieler was im Spiel dann interviert werden?
00:47:29: Ja, voll.
00:47:29: Das war ein ganz gutes Spiel.
00:47:30: ja!
00:47:32: Wir haben alles gegeben.
00:47:32: Genau,
00:47:32: genau so und irgendwie hat sich immer so das Bedürfnis... Ich wohne halt auch alleine und es ist dann manchmal einfach niemand da.
00:47:40: Die haben mich da einfach mitzuteilen und irgendwie auch zu zeigen dass Laufen oder Bewegung jetzt nicht sowas übernatürliches ist sondern es ist einfach ganz easy auch im Alltag integriert werden können.
00:47:56: Ja und das einfach so mit anderen Interessierten zu scheinen, aber auch da wieder den Austausch zu haben.
00:48:03: Mit anderen die das auszumachen.
00:48:04: Mega cool!
00:48:05: Du hast mich ja auch schon inspiriert.
00:48:07: Oh wow!
00:48:09: Weil ich find's wirklich cool wie du das machst weil es ist total schön mit welcher Freude und Leichtigkeit du das machst und auch wie authentisch und echt dein.
00:48:19: Und ich befinde mich da im absoluten Mini-Mini-Bereich.
00:48:23: Ich bin ja happy, wenn ich eine halbe Stunde gut laufen kann.
00:48:25: Okay, das
00:48:26: ist voll viel!
00:48:27: Ja, aber jetzt auch schon war der Fan für Marathon.
00:48:31: Aber man muss sich ja
00:48:32: kleinen und künftig stimmen.
00:48:33: Es muss ja nicht der Marathon sein.
00:48:37: Vielleicht,
00:48:38: vielleicht nix.
00:48:39: Wir können ja darauf hin trainieren.
00:48:41: Erstmal?
00:48:42: Weil ich finde also... Ich frage mich halt bei zweiundvierzig Kilometer was mache ich denn so lange?
00:48:46: Also einfach ...ich würde auch schon fünf Stunden brauchen.
00:48:48: sagen wir mal erst mal so.
00:48:50: Fünf Stunden!
00:48:51: Das ist also wow.
00:48:53: Deswegen bewundere ich das sehr wie ihr euch da vier Stunden in deiner Zeit reint Also mental als auch körperlich durchkriegt.
00:49:05: Ich hab immer das Gefühl, nach jedem Lauf habe ich mindestens drei Probleme gelöst.
00:49:13: Aus dem Leben?
00:49:14: Ja aus dem Leben.
00:49:15: Das was mich gerade beschäftigt aber... eben nicht so, dass ich mich da hinsetze und die Gedanken ausschreibe oder so sondern einfach die Gedanken mal kommen und geben lasse.
00:49:25: Und irgendwie ergeben sich dann einfach so Lösungsansätze für die Sachen.
00:49:31: Gleichzeitig bin ich aber auch in meinem Körper und spüre jeden Zeh jedes Knie
00:49:39: knirpzen oder
00:49:40: so.
00:49:42: Ich bin vier Stunden unterhalten tatsächlich.
00:49:47: Ja, und das ja eigentlich dann sogar auffass aus einer Meditationssicht zu sehen ist auch richtig cool.
00:49:52: Dass du da für dich nochmal so ein Themen ran gehen kannst oder dir Gedanken machen kannst du verschiedene Problemen.
00:49:57: Richtig cool!
00:49:59: Ich finde es gibt ja auch... Also wenig, was einen so beflügelt wie dieses Gefühl von ... Da gibt's auch so ein Fachbegriff.
00:50:06: Wenn man im Flow ist beim Laufen und das gefällt von ja!
00:50:09: Ich fühl mich jetzt gerade fit und irgendwie die Musik passt.
00:50:13: Dieses Runners-High, glaub ich.
00:50:16: Der kommt meistens dann, wenn man fertig ist.
00:50:19: Es ist halt auch so oder wenn du Sport gemacht hast, kennst du nicht?
00:50:23: Dass man sich danach einfach voll gut fühlt.
00:50:26: Voll.
00:50:27: Das ist echt ein Riesenfaktor.
00:50:29: In meinem Fall Schade, dass das dann im Vorfeld A-Stritt braucht.
00:50:34: Aber währenddessen und natürlich danach ist es immer so ein Boah Gott sei Dank, da hab ich das gemacht.
00:50:38: wie cool!
00:50:39: Und da hilft mir deine Instagram kann auch sehr dich zu sehen und sagen oh cool, das würde ich jetzt aber auch machen.
00:50:45: Das
00:50:46: freut mich.
00:50:46: Ich freu mich zu hören.
00:50:48: Das ist auch das was ich... Mit einer der Gründe, was ich erreichen möchte.
00:50:55: Dass es andere auch inspirieren kann und dass man sich da irgendwie etwas mitnehmen kann.
00:50:59: Ja voll total!
00:51:01: Also ich kann es auf jeden Fall und schweißt jetzt guckt euch das mal an.
00:51:03: Wir können es auch verlinken in den Show?
00:51:05: Ja
00:51:06: gerne!
00:51:08: Und wie würdest du für dich sagen, ist jetzt so deine Ausrichtung einmal auf der Sport-Ebene als auch in deiner Rolle als Kulturmanagerin und Kuratorin?
00:51:19: Wo willst du da so hin?
00:51:23: Auf der beruflichen Ebene bin ich gerade.
00:51:26: Also wenn ich auf den Kunsthafen zurückschaue finde ich super schön, wie sich meine kuratorische Handschrift auch so widerspiegelt in dem Programm dass ich ein Kulturprogramm anbieten möchte für alle.
00:51:41: Dass so eine gewisse Zugänglichkeit da ist, dass das Thema diskriminierungskritische angehensweise sehr wichtig.
00:51:53: Dass die Programmpunkte sei es aus Sicht der Kulturschaffenden aber auch aus den inhaltlichen Punkten, dass es ein sehr diverses Programm ist Das finde ich sehr schön, dass sich das immer mehr verfestigt.
00:52:09: Und gleichzeitig weiß ich aber auch, dass mich Kunsthafen allein, also die Programmvoration alleine nicht erfüllt, dass ich weiterhin so mitwirken möchte in dem Bereich Musik... weiter im Projekt in der Musik mitgestalten möchte.
00:52:28: Ich bin unter anderem auch im Vorstand von Music Change Germany eben als Music Woman Germany und da auch, also mir ist es wichtig dass gewisse Perspektiven auch in einem Kontext ja eher auch für Spaß und Unterhaltung sorgt aber das da auch Gewisse Perspekten ihren Platz bekommen und gesehen werden.
00:52:55: Ja und... Was war nochmal die Frage?
00:52:58: Die sportliche Ausrichtung noch.
00:53:00: Auf der anderen Seite ist Sport einfach so hundertprozentig mein Ausgleich zu Job, auch alles allen anderen irgendwie.
00:53:11: Ich gebe dem schon eine sehr große Priorität in meinem Alltag.
00:53:14: Und ja ich habe da eben wie gesagt mit dem Ultra Run sind das so Ziele, die ich mir stecke nicht an irgendwas geknüpft sind.
00:53:26: So, ich mach das halt für mich und hab da so eine intrinsische Motivation da auch einfach dran zu bleiben.
00:53:33: Und gleichzeitig mit dem Instagram-Kanal, das begleitet das Ganze, da dokumentiere ich das und wenn das weiter wächst oder wie du auch sagst dass es andere motiviert irgendwie auch am Sport teilzunehmen ist super
00:53:47: Cool.
00:53:47: Weil ich finde es so inspirierend und cool, wie vielfältig du aufgestellt bist und dich selber aufstellt und in wie vielen verschiedensten Projekten als aber auch Initiativen du bist.
00:54:02: Ich bewundere das total weil ich das auch krass finde, wie du deine Zeit dann so gut strukturierst.
00:54:08: Und wow!
00:54:08: Ich find's richtig beeindruckend was du machst wirklich.
00:54:10: Danke.
00:54:12: Wir kommen so langsam zum Ende.
00:54:14: habe ich irgendwas nicht gefragt?
00:54:15: was dir aber wichtig ist zu besprechen oder anzusprechen?
00:54:21: Ich glaube, ich glaube eher nicht.
00:54:24: Wir haben total versteht.
00:54:24: Wie
00:54:25: soll sich durchgerastet werden?
00:54:27: Mega durchgerasst und irgendwie auch
00:54:28: teilweise
00:54:29: wie du gesagt hast manche Sachen die ich so in meinem Alltag gar nicht mehr sehe die du gefragt hast voll schön, da jetzt auch noch mal so reinzudenken.
00:54:38: Oh, schön!
00:54:40: Ja, ich hoffe es war dir nicht zu schnell durchgerast, weil zwischenseitig dachte ich, oh ist das jetzt ein bisschen zu... Absolut
00:54:48: nicht.
00:54:49: Gar nicht.
00:54:49: und trotz also dass wir überhaupt nur mal an die Kindheit gesprochen haben, falls ich irgendwie gerade so stimmte.
00:54:56: Mein Werdegang hat natürlich auch damit zu tun, wer ich bin und so.
00:55:02: Ja, ich finde das immer wieder auch ganz faszinierend da für sich so drüber nachzudenken.
00:55:07: An welchen Momenten Situationen Lebenskapiteln sich gewisse Ausrichtungen und Richtungen wahrscheinlich geschärft haben?
00:55:17: Wie ja wie man sich aufbauen möchte und wir aber auch dann diese Findungsphase vielleicht dann wirklich auch dafür davor zu schauen welche Richtung darf es sein?
00:55:26: So wie gesagt beispielsweise jetzt bei mich Ich dachte früher immer sehr, ich gehe vielleicht sehr in die Richtung meines Papas.
00:55:34: Also auch BWL habe ich dann angefangen zu studieren so.
00:55:36: Es ist eine wirtschaftliche Ausrichtung da bezwingen worden und es ist ja gar nicht.
00:55:40: Und sich damit ein bisschen durchzufusteln aber jetzt auch dann immer wieder zu schauen okay was hat sich aber vielleicht doch schon bis in der Kindheit irgendwo abgezeichnet?
00:55:48: Was
00:55:48: das eigentlich mehr sein könnte
00:55:51: Ja, super spannend.
00:55:52: Auch super spannend wie du das so hingeleitet hast durch deine Fragen und gleichzeitig auch super spannend, wie du dich in deinen Berufen so durchgeschlängelt gefunden
00:56:05: hattest.
00:56:07: Das ist echt immer so ein Weg!
00:56:08: Und ich find's ja bei dir auch also super beeindruckend von der Sozialpädagogik zur Kultur und alles aber auch irgendwo miteinander vernetzt.
00:56:15: und dann noch den Sport und es ist auch so'n großer Bunter Ball aus den verschiedensten Dingen, die du mit reinbringst.
00:56:21: Richtig cool!
00:56:22: Das
00:56:22: hast du cool gesagt.
00:56:25: Vielen Dank, dass du dir die Zeit heute genommen hast, mit uns darüber zu sprechen was dich alles so ausmacht und was du alles so machst.
00:56:33: Ich finde es großartig und ich find's mega cool.
00:56:36: also auch Schwestis.
00:56:38: Guck mal rein auf dem Instagram-Kanal, guck mal vorbei im Kunsthafen wenn ihr auch im Raum Köln seid oder in Kölnen.
00:56:44: Vielen dank, dass heute da warst.
00:56:45: Danke und vielen Dank.
00:56:48: Schwestis, das war es für diese Woche.
00:56:50: Ich hoffe ihr habt mit der lieben Nadine eine gute Zeit gehabt und euch vielleicht inspiriert gefühlt oder bestärkt auch in den Weg zu gehen.
00:56:58: Habt mal ein ganz herrliches Wochenende!
00:57:00: Schwester Jenny liebt euch und ich würde sagen wir hören uns nächste Woche wieder!
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